Stadt & Szene

Ein Museum für Mampe

Karin Erb hat dem Berliner Kult-Likör Mampe in Neukölln ein Museum errichtet. Wir haben bei der Berlinerin nachgehakt: Wie kommt man als Medien-Pädagogin dazu, ein Museum für Likör zu errichten?

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Führt mit vielen Anekdoten durchs Museum: Karin Erb.

Ab ins Museum:


Mampe-Museum
Hertzbergstr. 1 (Neukölln)
Do – Sa: 15 bis 18 Uhr
www.mampemuseum.de
Internetseite der Firma Mampe: www.mampe.com

Einst gab es ihn in jeder Eckkneipe, diesen zur Hälfte mit Kräutern, zur Hälfte mit Bitterorangen aromatisierten Likör. Doch „Mampe Halb und Halb“ verschwand in der Versenkung. Nun ist die Spirituose mit dem weißen Elefanten als Logo wieder im Kommen. Mit ihrem privaten Museum hat Karin Erb (38) dem Kult-Magenbitter ein Denkmal gesetzt.

Wann sind Sie auf Mampe gestoßen?

Als ich vor elf Jahren nach Berlin zog, entdeckte ich im Schaufenster einer Kreuzberger Kneipe den typischen Elefanten-Aufkleber. Das machte mich neugierig – und der Geschmack des Likörs hat mich begeistert.

Dann begannen Sie, Mampe-Elefanten, Mampe-Gläser und Rezeptbücher zu horten. Sind Sie ein Sammlertyp?

(lacht) Nein, überhaupt nicht. Aber an Mampe fand ich toll, dass es ein Produkt ist mit Berliner Tradition. Ich fragte mich, warum es nur noch ein Nischendasein führte, recherchierte. Zeitzeugen meldeten sich bei mir, die im Mampe-Werk in der Neuköllner Grenzallee gearbeitet hatten. Nach und nach setzten sich Anekdoten und Sammlerstücke wie ein Puzzle zusammen.

Bis Ihre Wohnung dann zu klein wurde für all die Mampe-Devotionalien?

Richtig. Im Museum kann ich jetzt auf 30 Quadratmetern alles zeigen – von den 1.468 kleinen weißen Elefanten, die allein eine Familie zu meiner Sammlung beisteuerte, über einen Original-Tisch aus der früheren „Mampe-Stube“ am Ku'damm bis zu den Fotos von der Wiedereröffnung des Mampe-Werkes in den 1950er-Jahren.

Und was erzählen Sie bei Führungen?

Beispielsweise, dass David Bowie im Film „Schöner Gigolo, armer Gigolo“ mit Marlene Dietrich einen jungen Mann spielte, der als eine überdimensionale Mampe-Flasche durch Berlin lief. Oder, dass Mampe Ende der 1970er-Jahre zwei Jahre lang Trikotsponsor von Hertha BSC war.


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Kontakt zum Autor: Katrin Starke


Zuletzt aktualisiert: 01.10.2014 · Fotos: Sarah Eick (5)

 

Kommentare

von Tanka Ticker am 10/02/14 um 13:40

Das Mampemuseum ist einmalig und wunderbar! Eine tolle Idee und eine interessante Einrichtung. Die Führung durch die Geschichte der Firma Mampe ist eine kleine Zeitreise, auch durch die Stadt Berlin. Ein kleiner Schluck Mampe belebt alle Geister und macht Lust, durch Berlin zu ziehen und dort die Mampe wieder neu zu entdecken.

 

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