Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Fotoautomaten in Berlin

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Kultstätten bei Tag und in der Nacht: Sechs Fotoautomaten in Berlin schießen ausschließlich Bilder in schwarz-weiß. Alle Fotos: Sarah Eick

 
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  • Kultstätten bei Tag und in der Nacht: Sechs Fotoautomaten in Berlin schießen ausschließlich Bilder in schwarz-weiß.

    Alle Fotos: Sarah Eick


  • links:
    „Morgen verlassen wir Berlin“ sagt Matthew (23) aus Kanada. Deshalb muss nun eine Erinnerung für ihn und Freundin Danielle her. „Diese Stadt ist so cool. Habt ihr ein Glück!“

    Mitte:
    Line (32) und Stefan (32) haben es schon oft getan: Ihre Schwarz-weiß-Bilder kleben an der Küchentür. Am nächsten Tag geht’s nach München – Line zieht zu Stefan. Die Bilder kommen natürlich mit.

    rechts:
    „Ich sehe aus wie Baader-Meinhof. Wie ein RAF-Mitglied“ witzelt Cazim. Nach mehr als 30 Ehejahren sieht das seine Frau Verica eher gelassen. Dafür dränge sie sich immer in den Vordergrund, beschwert sich Cazim weiter. „Ja, ja“ lacht Verica und freut sich, dass sie ihren Mann nach langer Zeit mal wieder in einen Fotoautomaten locken konnte.


  • „So etwas haben wir nicht in Paris. Das ist typisch Berlin.“ Norma (21) ist gerade zum Südstern gezogen. „In Berlin werde ich weiter Operngesang studieren und einfach das Leben genießen.“


  • Line (32) und Stefan (32) sind alte Automaten-Hasen: An ihrer Küchentür kleben schon viele Schwarz-weiß-Bilder.


  • links:
    Team Blau ist schon länger blau. Zu fünft pressen und stapeln sie sich in den Automaten. Der Sitzschemel ächzt. Danach geht es weiter zur Party. Den Ort müssen Aurele und seine Freunde erst noch herausfinden. „Schnitzeljagd ist wieder in. Wir sind heute quer durch Berlin gerannt, haben mit Polizisten gekuschelt und bei McDonald's ein Tofu-Schnitzel bestellt. Die Aufgaben waren echt geil.“

    Mitte:
    „Ich mag diese Bilder, weil sie haltbarer sind als digitale Fotos“, sagt Annette (46). Sie selbst sei Neu-Berlinerin und auf der Suche nach einem schönen Viertel. Warum nicht Prenzlauer Berg? Auch eine neue Frisur soll her. „Aber ich bin noch so unentschlossen, welchen Schnitt ich will. Deshalb die Fotos.“

    rechts:
    Die Fotografin Sarah-Johanna Eick und BerlinerAkzente-Autorin Wiebke Nieland verstanden sich auf Anhieb. Sie stellten fest, dass sie beide aus Münster kommen, dort sogar gemeinsame Bekannte haben und ab und zu den schönen Wochenmarkt am Dom vermissen.


  • Blitzlichtgewitter für jedermann: einfach rein, Sitz in die richtige Höhe kurbeln, Vorhang zu – und "Cheese!"


  • Fotos für Freunde, Geburtstage, Kinder, Verliebte, Arbeitslose – die Wörter der Liste werden immer kleiner und kleiner, als ob es keiner besonderen Werbung bedarf. Keinen Grund, um hier Tag für Tag den Vorhang zuzuziehen, auf der Suche nach dem perfekten Moment, festgehalten auf Zelluloid.


  • links:
    Weil's so schön war: Sarah-Johanna und Wiebke mussten es immer wieder tun.

    Mitte:
    Hund Anton (3) gefällt das Ganze nicht wirklich. Zusammen mit Frauchen Uli und ihren Freundinnen Viola und Nadja soll er sich im Automaten fotografieren lassen. Schwarzer Hund in schwarz-weiß ist jedoch schwierig zu erkennen, finden die Mädels. Es folgt Runde zwei ohne Hund.

    rechts:
    Normas Freund Ludovic war fünf Tage zu Besuch und muss nun wieder zurück. Die Fotos sollen nicht die letzten von ihnen beiden sein.


  • ... und dann heißt es: Warten...

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  • Die Automaten locken besonders Teenager und Touristen an.


  • links:
    Auf der Einladungskarte stehen vier Orte, wo man in Berlin Schwarz-weiß-Fotos machen kann. Denn die sind Pflicht, sonst gibt es keinen Einlass zur WG-Party in Friedrichshain. „Typisch TU-Studenten“, witzelt Caro (19). André (21) und Mario (22) nehmen es gelassen.

    Mitte:
    Nastasia (2) schaut neugierig in den Schlitz und will nun im Minutentakt Fotos herausziehen. Ihre Eltern Olga und Martin wollen weiter zum Hackeschen Markt und endlich einen Kaffee trinken.

    rechts:
    „Drei Minuten noch“ zählt Caroline (19) die Zeit runter. Auf Fotos warten kann so lange dauern... „Ich finde unsere Bilder einfach spontan und so unterschiedlich sogleich.“ Vier Jahre Freundschaft mit Lisa müssen einfach dokumentiert werden.


  • Caroline und Lisa, die eine mit Hut, die andere mit Sonnenbrille, haben sich vor Jahren im Kinderchor bei klassischem Gesang kennengelernt.


  • Hier sind unsere Fotos entstanden:

    Kastanienallee, Prenzlauer Berg,
    Rosenthaler Platz, Mitte,
    Warschauer Straße, Friedrichshain


  • Geschafft. Verica freut sich, dass sie ihren Mann Cazim nach langer Zeit mal wieder in einen Fotoautomaten locken konnte.


  • „Das ist so’n Teenagerding. Aber irgendwie ist es auch alt und typisch Berlin“, sagt Jochen (30) aus München. Er selbst will nicht in den Automaten rein.

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