Stadt & Szene

Karaoke in Berlin: Nur keine Hemmungen

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Inbrunst und Hingabe sind viel wichtiger, als immer den richtigen Ton zu treffen.

Für Meistersinger und Hobbymusiker


Der Klassiker:
Kims Karaoke Bar, Mehringdamm 32, Tel. 252 983 04, täglich wird ab 20 Uhr gesungen, Montag ist Ruhetag, Eintritt: 3 Euro
www.kim-karaoke.de

Die Alternative:
Monster Ronson's Ichiban Karaoke, Warschauerstraße 34, Tel. 897 513 27, täglich ab 19 Uhr geöffnet (dienstags gibt es zwei Drinks für einen), Preis: ab 12 Euro pro Stunde
www.karaokemonster.com

Die Herausforderung:
Hafenbar, Chausseestraße 20, Tel. 282 85 93, gesungen wird samstags von 21 bis 24 Uhr, Eintritt: 5 Euro
www.hafenbar-berlin.de

Der Kompromiss:
Knaack Club, Greifswalder Str. 224, Tel. 442 70 60, freitags und samstags ab 22 Uhr geöffnet, Eintritt: bis 23 Uhr Männer 1 Euro und Frauen frei, danach freitags 3 Euro und samstags 5 Euro
www.karaokeslam.de

Das Größte:
Green Mango (ab 9. April geöffnet), Bülowstraße 56-57, Tel.: 756 373 93, täglich geöffnet ab 18:30 Uhr, Montag ist Ruhetag
www.greenmango24.de

Der Contest:
Das Kesselhaus in der Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, Tel.: 443 151 51, Freitag 28. Mai ab 22 Uhr, Eintritt: 8 Euro im VVK, 10 Euro an der AK
www.kesselhaus-berlin.de

Karaoke spezial


Karaoke Cheers, Wilmersdorfer Str. 76, 10629 Berlin, Tel. 318 032 25, montags bis samstags von 19 bis 4 Uhr, Sonntag ist Ruhetag, Eintritt: 3 Euro

Gutenberg 100, Kurfürstenstr. 52, 14467 Potsdam, Tel. 0331 / 20 11 999, gesungen wird donnerstags und sonntags ab 21 Uhr, Eintritt: frei
www.gutenberg100.de

Für Kinder bis 7 Jahre:
Storytime Books & Café, Schmargendorfer Str. 36/37, 12159 Berlin, Tel. 85 96 70 04, im Regelfall immer montags und freitags von 16:30 bis 17:30 Uhr, Eintritt: 3 Euro (Geschwisterkinder unter einem Jahr und Erwachsene ohne Kind haben freien Eintritt)
www.storytime-books.com

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Karaoke im Knaak.

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Karaoke im Karaokemonster.

Egal ob in Kneipen oder Clubs, ob in Berlin oder Brandenburg – junge und alte Musikfreunde haben schon lange einen Narren daran gefressen: am Karaoke-Singen. Und die Szene wächst und gedeiht: Das "Green Mango" zum Beispiel ist in noch größere Räume umgezogen, und die Hafenbar lädt jetzt jeden Samstag zu "Kaptains Karaoke" ein. Ein Zug durch die besten Sing-Locations.

Hemmungen und Lampenfieber sind hier fehl am Platz: In zahlreichen Klubs und Karaoke-Bars kann in Berlin fast alles aus den Charts rauf und runter gesungen werden, was geliebt und gehasst wird. Dabei kommt es nicht unbedingt darauf an, immer den richtigen Ton zu treffen. Inbrunst und Hingabe sind viel wichtiger.

Mit der Familie, mit Freunden, mit Geschäftspartnern – aus Spaß an der Freude oder im Wettkampf um Preis und Titel: Der Vorteil des meist schrägen Amateursingens ist, dass es sich mit fast jedem Musikliebhaber und in den unterschiedlichsten Situationen genießen lässt.

Und ob man sich nun in den wohl größten Karaoke-Club Deutschlands oder auf die wackeligen Planken einer Schiffs-Bar begibt, der pure Spaß am Bühnenauftritt steht auch in den Karaoke-Zentren der Hauptstadt an oberster Stelle. Doch woher stammt überhaupt dieses unterhaltsame Spiel mit der Musik?

Wie alles 1971 in Japan anfing

Die Geschichte des Karaoke begann in den siebziger Jahren in Japan. Sein Erfinder Daisuke Inoue begann 1971 in Kobe und Umgebung seine selbst gebauten Geräte zu vermieten. Es blieb ihm aber einzig der Ruhm – denn seine Erfindung ließ er nicht patentieren. Schnell kamen auch andere auf die Idee, musikalische Playbacks aus ein paar mobilen Boxen zu spielen und die dazu passenden Liedtexte über einen Bildschirm flimmern zu lassen.

Das Kunstwort Karaoke bedeutet „leeres Orchester“, wobei Kara für „leer“ und Oke für „Orchester“ steht. Die Begeisterung besteht zwar schon seit Jahren, wurde aber durch die Karaokepraxis in den Casting-Shows im Fernsehen neu entfacht und erfreut sich seitdem konstanter Beliebtheit: Bei jedem Junggesellenabschied oder einfach nur so bei einer ausgelassenen Party-Nacht hat das Singen von Lieblingssongs in der Gruppe seinen festen Platz im Abendprogramm.

Spaß und Therapie in einem

Wer sich einmal überwunden hat, auf die Bühne zu steigen und seinem Affen Zucker zu geben, der tut es wieder. Karaoke ist Spaß und Therapie. Dabei spielt das Alter keine Rolle. Die Titelauswahl ist in allen Läden groß genug, um auch absonderliche Einzelwünsche erfüllen zu können.

Berliner Akzente stellt die besten Orte vor, an denen man seine Gesangskünste und die musikalische Treffsicherheit unter Beweis stellen kann.

DER KLASSIKER: Kims Karaoke Bar

1998 vom Namensgeber, dem Koreaner Herrn Kim gegründet, gibt es hier Karaoke nach klassischem Vorbild. Zwischen Partygirlanden und Plastikblumen sitzt das Publikum – die asiatische Großfamilie neben amerikanischen Touristen – vor der Bühne und lauscht den bekannten Melodien.

Die Interpretationen bewegen sich zwischen originalgetreuem Nachahmen und angeheiterter Selbstdarstellung. Hier trifft Karaokekultur auf Feierlaune. Bis zu 120 Leute passen in den kleinen Club.

DIE ALTERNATIVE: Monster Ronson's Ichiban Karaoke

Wem es bei Herrn Kim zu bieder ist, ist bei Ron genau richtig. Ron Rineck kam 1998 aus New York nach Berlin. Die schillernde homosexuelle Punk-Party-Kultur, die er und seine Freunde mitbrachten, war zu viel für die Traditionalisten in den etablierten Karaoke-Bars. Daher hat er seit 2004 seinen eigenen Laden, in dem man nebst der obligatorischen Party-Musik endlich auch mal Songs findet, zu denen man punken, rocken und punk-rocken kann.

Sieben separate Boxen aus schalldichtem Plexiglas stehen zum Singen zur Verfügung. Die Boxen können nicht reserviert werden. Wer als erster da ist, geht einfach rein. Ein toller Partykeller, in dem es die Gäste richtig krachen lassen können.

DIE HERAUSFORDERUNG: Hafenbar

Dass es sich auch auf einem Kutter wunderbar laut und schwungvoll feiern lassen kann, das beweist die Hafenbar in der Chausseestraße. Normalerweise tanzt man hier zu deutschen Party-Hits und internationalen Chart-Erfolgen durch die sommerlichen Nächte - doch bietet die gemütliche Tanzlocation in Berlins Mitte auch für alle singfreudigen Matrosen etwas: Jeden Samstag beginnt hier nämlich um 21 Uhr die "Kaptains Karaoke", als eine Art Aufwärmübung für die bevorstehende Partynacht.

Jeder der sich genug stimmliches Talent zutraut, hat die Möglichkeit, aus über 1900 Musikstücken seinen persönlichen Favoriten zu wählen und zum Besten zu geben. Das Besondere dabei: Alle Lieder werden live von der Internetseite einer Online-Karaoke-Community geladen, auf der dann im Gegenzug ein Video der Gesangsdarbietung unmittelbar eingestellt wird - selbstverständlich nur sofern der oder die Amateur-Sänger/in damit einverstanden ist. Die Hafenbar fordert alle mutigen Landratten heraus - die Frage ist nur: Wer traut sich?

DER KOMPROMISS: Knaack Club

Hier mischen sich junge und ältere Stammkunden mit ausgehwütigem Einzel- und Gruppenpublikum, darunter oft Schüler und Studenten. Am Montag empfangen die Karaokejockeys „Borstel“ und „Slame“ auch gerne einmal zu „Karaoke & Bingo-“ oder „Karaoke & Quiz“-Nights. Allein schon die Coolness dieser beiden KJ's und die Auswahl der Musik zwischen den Auftritten lohnen den Besuch. Gemütlich sitzen die Gäste vor der kleinen Bühne.

Jeder Interpret wird mit einem Applaus belohnt. Nur wer zuerst kommt, hat freie Titelwahl, denn jeder Song darf nur einmal pro Abend erklingen.

DAS GRÖSSTE: Green Mango

Als Deutschlands größte Karaokebar bezeichnete sich das Green Mango schon zu Zeiten, als es noch am Reichweindamm beheimatet war. Damals bot die Cocktail- und Musikbar Platz für bis zu 300 Personen. "Größer geht immer" dachte man sich dann aber eines Tages, packte die musikalischen Koffer und zog ein paar Kilometer südlicher in die Bülowstraße.

Der neue Standort zeichnet sich dabei nicht allein durch eine zentralere Verkehrslage aus (so ist er gerade einmal 3 Minuten Fußmarsch vom S- und U-Bahnhof Yorkstraße entfernt), sondern legt vor allem in Sachen Größe noch kräftig einen drauf: Hier stehen den Karaoke-Fans insgesamt 600 Quadratmeter zur Verfügung – "zweifellos eine deutliche Vergrößerung", bestätigen die Macher stolz. Bewährte Atmosphäre - verbesserter Klang: Das Green Mango bietet Karaoke-Vergnügen nun im ganz großen Stil.

DER CONTEST: Kesselhaus

Wer gerne das Karaoke-Können anderer Amateur-Popsternchen kritisch bewerten möchte, der sollte sich am 28. Mai zum Kesselhaus der Kulturbrauerei bewegen, denn dort findet der "Live-Karaoke-Contest" der Party-Cover-Band "Right Now" statt. Die 7-köpfige Gruppierung startete den Wettbewerb im Januar, und wirklich jeder, der es sich und seinen Stimmbändern zutraute, durfte sich dafür bewerben. An diesem Termin nun kämpfen die Gewinner aus drei Vorrunden um den Karaoke-Sieg, in dem sie vor Live-Publikum ihre ausgewählten Lieblingshits unter der musikalischen Begleitung von "Right Now" präsentieren. Wer schon immer einmal in einer Jury sitzen wollte, Spaß an professionell-schrägen Tönen hat und generell auf gute Stimmung steht, der wird sich hier wohlfühlen.

Kontakt zum Autor: Julia Leiditz


Fotos: RLHyde/flickr, thefuturistics/flickr, Stefan Krumme (www.karaokeslam.de), Promo