Nähkurse in Berlin
Tamiko Yamashita-Gegusch Kranoldstraße 5, Neukölln, Tel. 6 25 68 32, Anfänger und Fortgeschrittene, Mo. 9-12 Uhr und 13–22 Uhr, Di. 16–22 Uhr, Mi. 9–11.30 Uhr und 15–19 Uhr, Do. 9–11.30 Uhr, Fr. 9–18 Uhr
1 Kurs = 7x 2,5 Stunden für 66 Euro
Noch mehr Kurse
Verena von Löbbecke Mainzerstraße 8, Wilmersdorf, Tel. 8 53 74 48, www.cockteve.de, Cocktail- und Abendmode für Anfänger und Fortgeschrittene, 1 Kurs = 4x 3 Stunden, einmal wöchentlich vormittags bzw. nachmittags für 90 Euro + MwSt.
Frau Tulpe Veteranenstraße 19, Mitte, Tel. 44 32 78 65, www.frautulpe.de, Mo. 18–21 Uhr "Rund um den Rock", Di. 10.30–13.30 Uhr, Mi./Do. 18–21 Uhr "Anfängerrunde", Di. 18–21 Uhr "Absolute Beginners",
1 Abend/Vormittag 18 Euro, Zehnerkarte 150 Euro
Nähcafé Stich ’n’ Bitch Wrangelstraße 80, Kreuzberg, 01 52/0 13 752 25, www.linkle.de, Di.–So. 13–22 Uhr, pro Stunde 5 Euro, Workshops ohne Anmeldung: Kissen (3 Stunden/25 Euro), T-Shirts (4 Stunden/30 Euro), einfache Taschen (3 Stunden/20 Euro), Laptoptaschen (4 Stunden/35 Euro)
Der neuen Lust am Nähen lässt sich ganz flexibel frönen.
„Wow! Das ist ja ein schickes Teil. Wo gibt’s das denn?“ Das Objekt der Begierde ist nicht etwa der neueste iPod, sondern eine violett schimmernde iPod-Tasche. „Ein Unikat“, verrät der stolze Besitzer, „das ich selbst genäht habe!“
Der Wunsch, etwas wirklich Individuelles zu besitzen, ist sicher einer der Gründe, warum Handarbeiten zurzeit wieder so angesagt sind. Stoff kreativ umzuformen und mit dem Selbstgemachten auch noch Geld zu sparen, sind weitere Motive, zu Nadel und Faden zu greifen.
Die neue Lust am Nähen liegt voll im Trend. Das zeigen auch die vielen Kursangebote in Berlin. BerlinerAkzente stellt vier Modelle vor.
Der gebuchte Kurs
Tamiko Yamashita-Gegusch unterrichtet montags bis freitags kleine Gruppen mit maximal sechs Teilnehmern in Neukölln. „Anfänger zweifeln anfangs manchmal daran, dass sie einen eigenen Grundschnitt selbst herstellen können, aber das ist kein Problem“, sagt die versierte Lehrerin.
Neben dem Grundschnitt weiht sie ihre Kunden und Kundinnen in die Kunst der geraden Nähte und schlichten Abnäher ein. Ein Extra: Wer mindestens eine Woche vorher Bescheid sagt, kann die „festen“ Stunden auch umbuchen.
Der Cocktail-Kurs
Nein, hier stehen nicht Kir Royal oder Bloody Mary auf dem Programm, sondern das Entwerfen und Schneidern von Abend- und Cocktailmode. Die Mode-Designerin Verena von Löbbecke – bekannt für Braut- und Abendmode, klare Schnitte und edle Seidenstoffe – bietet neuerdings auch Nähkurse an.
In ihrem Wilmersdorfer Showroom lernen vier bis sechs Teilnehmer, wie man am besten Seidenstoffe bändigt. An drei großen Tischplatten und zwei Nähmaschinen entwirft die Designerin auch mit Anfängern Schnitte.
Die Zehnerkarte
Bei „Frau Tulpe“ näht es sich am besten mit der Zehnerkarte, aber es kann auch jeder Abendkurs einzeln gezahlt werden. Derzeit auf dem Kursplan: „Absolute Beginners“, die „Anfängerrunde“ und „Rund um den Rock“. Seit zwei Jahren gibt Tania Gehrmann alias „Frau Tulpe“ Nähkurse. Stoffe können, müssen aber nicht in ihrem Geschäft erworben werden.
„Was unsere Kunden, darunter viele junge Frauen und Mütter, besonders schätzen, ist die flexible Kursgestaltung“, sagt Tania Gehrmann, „das heißt, man meldet sich immer pro Abend bzw. Vormittag an oder auch für mehrere Termine, aber man muss sich nicht für die nächsten Monate verpflichten.“ Kleine Gruppen von maximal fünf Personen sollen garantieren, dass auch jeder Teilnehmer „richtig was lernt“.
Lust-und-Laune-Termine
Das „Stich ’n’ Bitch“ (in etwa „Nähen und Lästern“) ist in puncto Flexibilität nicht zu toppen. Der Niederländerin Linda Eilers waren in ihrem Heimatland die Ladenpreise zu teuer, also eröffnete sie im September 2006 ihr Näh-Café im Kreuzberger Wrangelkiez. Hier kann jeder kommen, wann er will, still für sich arbeiten, sich aber auch Hilfe holen. Abgerechnet wird nach angebrochener Stunde.
„Der eine kürzt nur mal eben eine Hose, die andere näht an einem Kleid“, so die Chefin. „Das ist ideal für alle, die keinen Bock auf feste Zeiten haben.“ Meist werkeln fünf bis zehn Leute im Näh-Café, den Männeranteil schätzt Linda Eilers auf 30 Prozent. „Männer reparieren oft Kleidungsstücke, machen aber auch gern Laptop-Taschen oder iPod-Hüllen.“
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Autor:
Renate Nosseck