Casting-Agenten: Sie ebnen den Weg zum Ruhm

Wer als Casting-Agent mit Kindern arbeitet, muss besonders viel Einfühlungsvermögen und Geduld besitzen.

In der Kindercasting-Agentur "Tivini" kommen kleine Steppkes ganz groß raus.
Haben wir nicht alle mal als Kinder davon geträumt, wie Tommy Ohrner im Film „Timm Thaler“ mitzuspielen? Inez Stenwald kann dabei helfen. Die 43-jährige Casting-Agentin mischt seit acht Jahren in dieser hart umkämpften Branche mit. Ihre auf Kinder spezialisierte Agentur „Tivini“ bringt vor allem kleine Steppkes bei Serien wie „GZSZ“ und „Schloss Einstein“, aber auch erwachsene Komparsen in Buchverfilmungen wie „Die Frau des Architekten“ und „Moppel ich“ unter. Außerdem vermittelt sie an Theater und Werbefilmproduktionen.
Beruf für Quereinsteiger
Eine Ausbildung für diesen Beruf gibt es nicht. Dafür sind die Lebensläufe von Casting-Agenten in der Regel um so bunter. Stenwald selbst war Krankenschwester, Stewardess, Aufnahmeleiterin beim Rundfunk und hat ein Publizistik-Studium absolviert. Vor acht Jahren machte sie sich mit „Tivini“ selbstständig: Da die Alleinerziehende für ihre damals achtjährige Tochter keinen Hortplatz gefunden hatte und kein Schlüsselkind wollte, überlegte sie, was sie beruflich gut von zu Hause aus machen könnte, und kam auf die Idee, eine Casting-Agentur zu gründen. Schließlich hatte sie selbst jahrelang als Statistin und Kleindarstellerin gejobbt.
Volle Kartei bedeutet große Auswahl
Ihre Kartei ist mittlerweile gut gefüllt: mit 800 Kindern, etwa 5.000 erwachsenen Statisten sowie rund 60 ausgebildeten Schauspielern. „Ein Selbstläufer“, sagt Stenwald. In (Ballett-)Schulen, Sportstudios, Reitclubs hatte sie für die Suche nach Komparsen Aushänge gemacht. So sei eins zum anderen gekommen. Ihr Honorar: zwischen fünfzehn und zwanzig Prozent der Gage.
Gutes Zeitmanagement ist wichtig
Menschenkenntnis, Einfühlungsvermögen, Zuverlässigkeit und schnelles Reagieren seien in dieser schnelllebigen Branche unerlässlich, so Stenwald. Außerdem trage man eine große Verantwortung, „denn ich muss dafür sorgen, dass ‚meine’ Kinder und Darsteller gut behandelt werden und Freude am Dreh haben“. Sie selbst schätzt, dass sie ihre Zeit frei einteilen kann. „Und den intensiven Kontakt zu den Eltern und Kindern möchte ich nicht mehr missen.“
Weitere Infos: www.tivini.de