Abenteuer Brandenburg – oder: Ein Ferientag ganz in der Nähe

Auf dem Kamelrücken geht's durchs Ruppiner Land.

El Dorado – der Wilde Westen liegt in Templin.
Mutprobe unter Baumwipfeln: im Kletterwald in Straußberg.

Aufregend: mit dem Heißluftballon über Brandenburg.
Infos
Themenbezogene Ausflüge in die Natur, die jenseits der gängigen Touristenziele liegen: www.berlinerlandpartie.de
Auf den Brandenburgischen Exkursionen werden Gebäude, Städte und Regionen besichtigt: www.brandenburgische-exkursionen.de
Ein- und mehrtägige Ausritte durch Brandenburg und bis nach Polen: www.wanderreiten-havelland.de
„Poesie am Wasser“: eintägige Exkursionen ins Umland zu den Wirkungsorten berühmter Autoren: www.stattreisenberlin.de
Informationen im Internet:
www.reiseland-brandenburg.de
www.brandenburg-info.com
Alle Adressen
CLIMB UP – Kletterwald Berlin/Brandenburg
(Gelände des Sport- und Erholungsparks Strausberg), Landhausstraße 16-18, 15344 Strausberg, www.climbup.de
Freilichtmuseum Altranft, Am Anger 27, 16259 Bad Freienwalde OT Altranft, www.freilichtmuseum-altranft.de, Voranmeldung empfohlen, Tel. 03344/414319
Fleckschnupphof - Kamelreiten, Am Dorfanger 12, 16775 Löwenberger Land OT Nassenheide, Ausritt nach Terminabsprache, www.fleckschnupphof.de
Treibholz, Bootsverleih, Floßfahrten und Hydrobikeverleih, Oberpfuhlstraße 3a, 17279 Lychen, www.treibholz.com, Tel. 039888/43377
Westernstadt El Dorado, Am Röddelinsee 1, 17268 Templin, www.eldorado-templin.de, Tel. 03987/20840
Satama Sauna Park Scharmützelsee, 15864 Wendisch Rietz, Strandstraße 12, www.satama-saunapark.de, Tel. 033679/7589900
Morning Glory Ballooning, www.ballon.com, Tel. 033843/41917
Ballonhafen Berlin, www.ballonhafen-berlin.de, Tel. 030/6944158
Ziegeleipark, Ziegelei 10, 16792 Zehdenick OT Mildenberg, www.ziegeleipark.de, Tel. 03307/310410

Ziegeleipark in Mildenberg
Tierische Blicke spüren. Dem Himmel näher kommen. Übers Wasser gleiten. Prasselnde Feuer einkreisen. Das alles und noch viel mehr bietet Brandenburg in diesen (warmen) Tagen. Praktische Tipps für einen kurzweiligen Tag ganz in der Nähe.
In den Augen der Kamele, die Gabriele Heidicke vor einigen Jahren aus einem Freizeitpark auf ihren kleinen Hof geholt hat, spiegelt sich die uralte Gelassenheit ihrer asiatischen Vorfahren. Genüsslich kauen die sechs Trampeltiere und ihre drei Fohlen das frische grüne Gras wieder und wieder und nähern sich dabei neugierig den Besuchern. Kamelen in Brandenburg so nah sein, dass man den Wimpernschlag zu spüren meint, ist eine Sache. Eine andere ist es, sie auch zu reiten. „In Deutschland gibt es nur wenig Erfahrung mit dem Zureiten von Kamelen. So brauchten wir fast zwei Jahre, bis wir unsere Kamele so weit hatten“, sagt Heidicke. Jetzt aber können die Kamele für einen geführten Ausritt durch das weite Grün des Ruppiner Lands gebucht werden. Vorkenntnisse sind nicht nötig, denn Kamele sind viel ruhiger als Pferde. Bei ihrem gemächlichen Schaukelgang würden zappelige Städter gut entspannen, so die Fachfrau.
Wo Karl Mays Geschichten lebendig werden
Wilde Angriffslust hingegen zeigt sich in den Blicken der Greifvögel, die man sich in der Westernstadt El Dorado bei Templin auf den Arm setzen lassen kann, der natürlich durch einen festen Handschuh geschützt ist. Nina Witte aus Berlin hat neben der Greifvögelshow auch die authentische Einrichtung der Shops, der Bars und des Saloons begeistert. Zwischen Fellen, Tierschädeln und Geweihen, die neben alten Ketten, Blecheimern und Pferdegeschirren zu bewundern sind, werden die Geschichten von Karl May lebendig. Wenn dann die Pferdekutsche in die Main Street prescht, meint man, John Wayne aus dem General Store treten zu sehen. Es ist aber ein Darsteller der atemraubenden Stuntshow, die gleich beginnen wird. Auf dem Gelände, das malerisch am Röddelinsee liegt, kann in Ranchhäusern, Tipizelten und im stilechten Hotel übernachtet werden.
Über hängende Brücken gen Himmel
Der Aufstieg zum Adventure Parcours im Kletterwald Climb Up ist steil: Sechs Meter geht es hoch in die Bäume und von dort weiter über hängende Brücken und schwingende Holzbalken von Stamm zu Stamm. Ein Stück des Weges legen die Kletterer auf einem Skateboard auf Rollen dicht unter den Baumwipfeln zurück, bevor sie dann an einem 100 Meter langen Seil wieder auf die Erde gleiten. „Sicherheit ist uns ganz wichtig, deshalb weisen wir jeden in die Sicherungstechniken ein, bevor er auf einen der zwölf Parcours mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden geht“, sagt Frank Schreiber, der die Anlage zusammen mit Steve Piering seit Juli 2006 auf dem Gelände des Sport- und Erholungsparks Strausberg betreibt. Jeder, der größer als 1,30 Meter und mindestens sieben Jahre alt ist, kann hier gen Himmel klettern. „Mit zwei Tagen Muskelkater müssen Sie allerdings rechnen“, so Frank Schreiber.
Das Ziel bestimmt allein der Wind
Mindestens genauso aufregend, aber nicht so anstrengend ist eine Fahrt mit einem Heißluftballon am Brandenburger Himmel – wohin es geht und wo die Reise endet, bestimmt allein der Wind. In der Regel reicht das Propangas für eine Fahrtdauer zwischen 60 und 90 Minuten. Nach der Landung werden die Ballonfahrer mit einem Glas Sekt getauft und dann mit dem Auto zurück zum Startplatz gebracht. Das kann ab fünf Personen und nach Absprache sogar der eigene Garten sein. Ansonsten starten zum Beispiel Morning Glory Ballooning und Ballonhafen Berlin von Startplätzen, die dicht an der A 9 liegen und von Berlin aus in einer guten halben Stunde zu erreichen sind.
Übers Wasser gleiten
Fast geräuschlos gleitet das Floß aus dicken Holzstämmen durch die weißen Seerosen, streift sanft das helle Gras und nimmt Kurs auf den See Oberpfuhl, der ruhig und blau vor den Türen Lychens liegt. Die Flößer steuern das Gefährt und seine 60 Passagiere, die auf Sitzbänken Platz genommen haben, mit langen Stöcken durch die Uckermärkischen Seen. Die Flößerei hat in dieser Gegend, geprägt von Wasser und wenigen Straßen, eine lange Tradition. Marcus Thum hat sie mit seiner Firma Treibholz 2002 für Touristen und Naturfreude neu belebt. Neben den einstündigen öffentlichen Fahrten können die Flöße auch für Familien- und Betriebsfeiern gemietet werden.
Spaß auf dem Katamaran-Fahrrad
Wer lieber selber und alleine seinen Weg übers Wasser finden möchte, kann sich bei Treibholz stunden- oder tageweise sogenannte Hydrobikes mieten. Dabei handelt es sich um Katamaran-Fahrräder, mit denen es sich übers Wasser radeln lässt. Das sieht ungewohnt und ulkig aus, macht aber insbesondere Kindern und Jugendlichen viel Spaß. Außerdem bietet Treibholz Kanusafaris an, die von erfahrenen Natur- und Landschaftsführern geleitet werden. Geduldig und mit viel Sachverstand beantwortet ein Tour-Guide die Fragen und erklärt die Besonderheiten der Pflanzen- und Tierwelt, derweil ein Fischadler über dem Zenssee seine Kreise zieht.
Prasselnde Feuer einkreisen
Im Zentrum der sechseckigen Sauna aus Kieferstämmen lodert wild ein Feuer hinter dickem Glas und zieht die Blicke der nackten Menschen magisch an. Wer hierher fährt, kommt, um den wohltuenden Wechsel zwischen Hitze und Kälte auf den Körper wirken zu lassen. Im Satama Sauna Park hat der Besucher die Wahl zwischen neun verschiedenen Saunen, von denen die Maa-Sauna mit 120 Grad die heißeste ist. Die größte Sauna mit Platz für 50 Personen ist die Russische Banja: ein uriges Holzhäuschen aus Blockbohlen. Abkühlung versprechen die Natursteindusche, eine Eisgrotte oder der Sprung in den Scharmützelsee, an dessen Südende der Saunapark liegt.
Dem Schmied über die Schulter schauen
Dass Feuer nicht nur den Menschen wärmt, sondern auch Eisen weich werden lassen kann, erfahren Kinder und Erwachsene in der Dorfschmiede des Freilichtmuseums Altranft bei Bad Freienwalde.
Während der Schmied rot glühendes Eisen bearbeitet, erzählt er, warum jedes Dorf früher einen Dorfschmied hatte. Dann dürfen die Kinder sogar etwas Kleines schmieden und am Amboss in Form schlagen. Stolz zeigt die zehnjährige Judith ihren Eltern den fertigen Haken. Gemeinsam setzen sie ihren Rundgang durch das Dorf, das noch aussieht wie vor 100 Jahren, fort. Einige der Gebäude stammen sogar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, wie zum Beispiel die Kirche. In dem Schloss sind neben Ausstellungsräumen mit Möbeln aus dem 19. Jahrhundert auch Schulungsräume untergebracht. Dort möchte Judith bei ihrem nächsten Besuch lernen, wie man Papier schöpft. Oder doch lieber Körbe flechten, Korn mahlen oder Brot backen im Lehmofen?
Auf Zeitreise im Ziegeleipark
Um Öfen geht es auch im Ziegeleipark Mildenberg, allerdings wurden in den riesigen Ringöfen keine Brote gebacken, sondern Ziegel gebrannt – für rund 27.000 Berliner Wohnungen. In Ausstellungen und Führungen erfahren die Besucher, wie die Ziegel hergestellt wurden, woher der Ton kam und welche Rolle das Feuer dabei spielte. Ein Höhepunkt ist die Vorführung einer alten Dampfmaschine. Auch in der umliegenden Natur hat die Ziegelei deutliche Spuren hinterlassen: Ehemalige Tongruben füllten sich im Laufe der Jahre mit Wasser und bilden heute mehr als 50 Seen rechts und links der Havel. Mit der Tonlorenbahn lässt sich in anderthalb Stunden die neu entstandene Landschaft – heute ein Naturpark – buchstäblich erfahren.
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Autor:
Anja Köhler
Zuletzt aktualisiert: 15.04.2011