Stadt & Szene

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Strampeln mit Coolnessfaktor

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Mehr Klappi-Impressionen in unserer Bilderstrecke

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Klapprad-Fan Jennifer Simon.
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Läden und Infos


Falträder gibt es in jedem gut sortieren Fahrradgeschäft (eine Auswahl):

Radkom KG am Kurfürstendamm, Rankestraße 3, Charlottenburg, Telefon: 030 - 886 24 547, radkom.de

Velophil, Alt-Moabit 72, Tiergarten, Telefon: 030 - 399 021 16, www.velophil.de

Zentralrad, Oranienstraße 20, Kreuzberg, Telefon: 030 - 615 23 88, www.zentralrad.de

StadtRad, Pappelallee 43, Prenzlauer Berg, Telefon: 030 - 544 90 320, www.stadtrad.de


Reparatur auf besonderen Auftrag:

Klapprad Berlin, Infos unter Tel. 0179 - 822 91 17

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Faltrad-Besitzer Konrad Eyferth.
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Auf dem Klapprad in den Frühling radeln: Falträder sind ungemein praktisch, lassen sie sich doch unter den Arm klemmen und problemlos in die Bahn mitnehmen. Kein Wunder, dass sie sich in Berlin so großer Beliebtheit erfreuen.

Als Kind träumte ich von einem Holland-Rad mit 28-Zoll-Rädern. Aber meine Eltern intervenierten: Geht nicht, die passen nicht ins Auto, sagten sie, wenn wir zu viert in den Urlaub nach Dänemark fuhren. Was habe ich mich damals geschämt für mein rotes Herkulesfahrrad.

War mir in den 70ern und 80ern mein Bike mit den viel zu kleinen Rädern peinlich, liegt man damit heute voll im Trend, denn „Klappis“, wie Fans liebevoll dazu sagen, sind „in“.

Vorsicht lockeres Schräubchen!

Ob in Prenzlauer Berg, Kreuzberg oder Friedrichshain – man sieht die 70er-Jahre-Gefährte mit den 20-Zoll-Rädern an vielen Ecken. Studis in den Mittzwanzigern gurken mit ihnen durch die Hauptstadt. Dass man ganz schön viel strampeln muss, um vorwärts zu kommen, ist den Fashionvictims egal. Auch dass das kleine Schräubchen in der Mitte des Rahmens – Stoff für meine kindlichen Alpträume – sich lösen könnte, geht ihnen am Allerwertesten vorbei. Schließlich zählt die Trash-Optik.

Statt sportlicher Stressfahrten: gemütliches Fahrgefühl

Die Mittzwanzigerin Französin Cecile Bonnetton aus Paris kann sich ihr Leben ohne Klappi nicht mehr vorstellen, seitdem sie es herrenlos und ohne Kette im Mauerpark gefunden hat. Die studierte Designerin lebt in einer WG in Prenzlauer Berg und lernt an einer Schule Deutsch. Mit ihrem Klapprad, das sie in einem Fahrradladen aufpäppeln ließ, kurvt sie durch die Stadt.

„Ich finde mein Zwei-Gang-Fahrrad, das ich per Fußtritt umstellen kann, toll. Da muss ich nicht umständlich dran umschalten, sondern kann mir beim Fahren die Umgebung anschauen. Ich muss mir nicht wie auf einem Sportrad den Rücken verbiegen, sondern kann darauf gerade sitzen. Und es kommt immer mit – auch wenn ich nach Paris fahre. Dort und auch hier hat es den Vorteil, dass es niemand klauen will.“

Die Liebe zum knuffigen Gefährt

Leihen und reparieren lassen konnte man die knuffigen Gefährten bis vor einiger Zeit bei Jennifer Simon und René Luth von „Klapprad Berlin“ - mittlerweile arbeitet das kleine Hobby-Unternehmen jedoch nur noch auf speziellen Auftrag hin. Ihr Grund ist dabei so einfach wie nachvollziehbar: Die Klappräder sollen fortan einzig und allein Bestandteil der Freizeit sein.

Angefangen hat der Zweirad-Spaß vor ein paar Jahren mit einem weißen Klapprad, das Jennifer Simon für 20 Euro auf einem Flohmarkt erstanden hatte. „Für mich ist das gemächliche Fahren mit dem Klappi ein Fahrgenuss. Ich muss nicht wie eine Wahnsinnige durch die Stadt brettern“, sagt sie.

Bezahlbarer Trend – zwischen 30 und 80 Euro

Heutzutage ist die Nachfrage nach den praktischen Stadt-Flitzern größer denn je. Auch Kinder zählen immer öfter zu den Kunden. „Wen wundert's... Einfach Sattel runter – fertig“, begründet Jennifer Simon die Popularität. Zu kaufen gibt es die Velos übrigens am besten auf Flohmärkten, über Ebay, über Anzeigenblätter oder bei Trödlern – für 30 bis 80 Euro. „Oder einfach mal die Oma fragen, ob sie nicht noch so ein Rad im Keller hat“, rät Jennifer Simon.

Das Faltrad: die moderne Alternative zum Klappi

Wem das Klapprad zu peinlich ist, wer sein Radel aber unter den Arm klemmen will, sollte eher aufs Faltrad umsteigen, das man in letzter Zeit häufiger sieht. Zu haben ist es in jedem gut sortierten Fahrradladen.

Der 44-jährige Konrad Eyferth, Illustrator aus Zehlendorf, fährt seit ca. zehn Jahren sein „Birdy“ von der Firma Riese & Müller. Auf die Hightech-Falträder war er in Holland gestoßen. „Danach wollte ich auch ein Faltrad haben, weil ich das überall hin mitnehmen kann – in die Bahn, in den Bus oder in den Zug.“ Nur sollte man bei der BVG aufpassen, dass das Rad verpackt ist, so der Illustrator. Sonst drohen 40 Euro Gebühr, wenn man kein Zusatzticket gelöst hat.

Hightech hat ihren Preis

Was den Preis angeht, muss man für Falträder mehr als für ein Klapprad veranschlagen: Ab 199 Euro und bis zu 2.900 Euro und mehr kann man auf den Ladentisch legen, um eines zu erstehen. Dafür ist das Fahrgefühl ähnlich wie das bei herkömmlichen Fahrrädern.

Was bleibt, sind die kleinen Räder wie beim Klapprad. Dafür sind Falträder in der Regel echte Hightech-Maschinen – mit bis zu 14 Gängen, Vollfederung und ausgetüftelten Satteln. Allerdings: Cool aus Sicht von jungen Leuten sind Falträder nicht. Sie haben ein bisschen was von Müslifaktor und Geriatrie. Aber diese Sicht kann sich ja in 20 Jahren ändern...

Kontakt zum Autor: Katja Winckler


Zuletzt aktualisiert: 15.04.2011 · Fotos: Christoph Schieder (4)