Hunderte Eisdielen locken in Berlin mit kalten Köstlichkeiten. Kein Zuckerschlecken hieraus die beste zu finden. BerlinerAkzente hat sich für Sie durchgenascht und verrät, wo das Milchspeiseeis am cremigsten schmeckt und Fruchteis am leckersten auf der Zunge zergeht.

Hat mehr als 70 Sorten im Angebot: Sonja Belowa.
Das älteste: das Eiscafé Monheim
Seit 1928 gibt es das Eiscafé Monheim in Wilmersdorf. Immer an gleicher Stelle. Mit seinen stolzen 82 Jahren ist das "Monheim" die älteste Eisdiele Berlins. "Eis-Hennig kam ein oder zwei Jahre später", erzählt Inhaberin Sonja Belowa, die das kleine Eiscafé seit 1978 führt. Selbst wenn das "Florida" in Spandau ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel hat: "Anfangs war das ja ein reines Café, wurde erst später Eiscafé", weiß Sonja Belowa.
Insgesamt 70 Sorten hat sie im Sortiment, immerhin 18 verschiedene Leckereien jeden Tag. Und wenn in der kleinen Eisdiele die Tradition auch hochgehalten wird, so heißt das keinesfalls, dass man hier nicht auch gern mal etwas Neues ausprobiert. "Bitterschokolade" zum Beispiel. Erst war Sonja Belowa skeptisch: "Ich esse nie Bitterschokolade, bin eher für so eine richtige Vollmilch-Tafel", gesteht sie freimütig. Doch als sie auf der Genussmittel-Messe Internorga in Hamburg das leicht bittere Schoko-Eis probierte, stand für sie spontan fest: "Das nehme ich in mein Sortiment auf."
Auch "Omas Apfelstrudel" hat Sonja Belowa im frostigen Programm - mit eingelegten Apfelstückchen, Rosinen und einem Hauch Zimt. Obwohl eher als weihnachtlich-winterliches Gewürz bekannt, seien die Eissorten mit Zimtgeschmack gerade dann absolut angesagt, wenn es knackeheiß sei. Auch sehr beliebt: laktosefreies Schoko-Eis und feines Wellness-Eis mit Honig-Melone- und Maracuja-Geschmack.
Eiscafé Monheim, Blissestraße 12 (Wilmersdorf), Öffnungszeiten: täglich von 10 bis 21 Uhr; wenn es richtig heiß ist, dann auch bis 22 Uhr

Jeden Tag eine neue Eissorte: das Hokey-Pokey in der Stargarder Straße.
Ziemlich neu: Hokey-Pokey
Für Nico Robert hat sich in der Stargarderstr 73 in Prenzlauer Berg ein Traum erfüllt: Im Juni hat er dort seine eigene kleine Eispatisserie eröffnet – das "Hokey Pokey". Mehr als 50 verschiedene Sorten produziert er, "und jeden Tag kommen neue dazu", sagt der gelernte Patissier und Koch. Ganz neu im Angebot sind beispielsweise die Sorten "Valrhona-Vollmichschokolade" mit Ziegenmilch, "Himbeer Honig" mit Mascarpone und Meringue sowie "Rocky Road", Pecanuss mit Schokoladensplitter, Karamell und Marshmallows.
Bevor er den Schritt hinter die eigene Eistheke wagte stand der "Hokey-Pokey"-Chef unter anderem im Ritz Carlton am Herd und feilte in der Berliner Eismanufaktur an den Rezepten. Zudem hat er bereits die "Vanille & Marille" in Kreuzberg mit aufgebaut und dort die Kunst des Eismachens weitergegeben, wie er stolz berichtet.
Eispatisserie Hokey Pokey, Stargarderstraße 73, 10437 Berlin – Prenzlauer Berg; täglich von 12 bis 23 Uhr geöffnet;
www.hokey-pokey.de

Veganes Frucht- und Sojaeis gibt's bei "tanne B." auch.
Eine der jüngsten Eisdielen Berlins: tanne B.
Eine der Jüngsten? Die tanne B. gibt's doch schon seit etlichen Zeiten, wird jetzt der Kenner der Kreuzberger Eisszene einwerfen. Richtig, der freundliche Eissalon am Lausitzer Platz mit 30 Plätzen drinnen und 60 draußen auf der Terrasse ist bereits eine feste Schlemmer-Institution. Doch der kleine Ableger an der Marheinekehalle, an der Ecke Zossener und Bergmannstraße, ist noch deutlich jünger. "Ich kenne den Kiez seit vielen Jahren. Hier eine Filiale zu haben – das hat mich einfach gereizt", erzählt Inhaberin Tanja Buchwald, die ihre beiden Eiscafés schlicht nach ihrem Spitznamen benannt und für ihren Eis-Traum ihren Job als Programm-Referentin einer Stiftung an den Nagel gehängt hat.
Die Besonderheit in beiden Eiscafés: Neben klassischem Milchspeiseeis gibt es bei tanne B. eine ziemlich einmalige Auswahl an veganem Frucht- und Sojaeis. Die Sorbets - komplett ohne Milch und Sahne - bestechen durch ihren hohen Anteil an frischen Früchten, beim Bio-Eis (mit Sorten wie Bio-Banane oder Bio-Sanddorn, aber auch Honig oder Sesam) stammen sämtliche Zutaten aus kontrolliert biologischem Anbau. Und statt raffiniertem Zucker verwendet Tanja Buchwald ausschließlich Rohrzucker.
Ungefähr 24 verschiedene Eisspezialitäten haben die zwei Läden täglich im Angebot. Insgesamt umfasst das Buchwald'sche Repertoire rund 80 Sorten. Weil sie bei der Eisherstellung gerne auch mal experimentiert, finden sich immer wieder köstliche Überraschungen in den Vitrinen: Rosen-Eis, Lychee-Ingwereis, Eis mit grünem Tee. Oder Limetteneis. "Das schmeckt wie Caipirinha ohne Alkohol", sagt die kreative Eismacherin und schmunzelt. Zur Spargelzeit bietet sie auch schon mal leckeres Spargeleis an – und neuerdings macht Buchwald auch in Fußball: In der kommenden Fußball-Saison wird sie offizieller Sponsor des Mädchenteams von Türkiyemspor Berlin.
tanne B., Eisenbahnstr. 48 (Am Lausitzer Platz), geöffnet täglich von 9 bis 22 Uhr, und Marheinekeplatz 15 (Bergmannstraße / Ecke Zossener Str.; Kreuzberg), geöffnet Mo-Sa von 11 bis 20 Uhr, sonntags von 13 bis 20 Uhr; www.tanneb.de
Glaspalast: das "Florida" in Spandau
Direkt am Münsinger Park in Spandau thront ein moderner Glaspalast aus dem Jahr 2005, auch Ellipse genannt. Hier hat das Spandauer Traditions-Eiscafé "Florida" seine neueste Filiale eröffnet. Ganz selbstverständlich bekommen Kunden einen Löffel Eis gereicht, wenn sie eine Sorte testen wollen, bevor sie bestellen.
Wir entscheiden uns für die Kreation "Lemon Pie". Es schmeckt nach frischer Zitronenrolle, als ob man Teig genascht hätte. Außerdem enthält es echte Zitronenschalenstückchen. Das ist das Eis des Sommers! Auch Cherry-Chocolate finden wir klasse: ganze Kirschen und große dunkle Schokoladenstückchen. Eine Kugel Vanille mit einer Rote-Grützen-Soße aus Werder kostet nur 1,40 Euro. Hinweis für Allergiker: Das Fruchteis ist übrigens laktosefrei.
Am Wochenende hat die Eisdiele bis 23 Uhr geöffnet. Für Nachtschwärmer und Fledermausfreunde bestens geeignet. Abends um 20.30 Uhr bietet das Berliner Artenschutzteam um 20.30 Uhr eine Fledermaus-Tour durch die Zitadelle an.
Adresse: Altstädter Ring 1 / Ecke Seegefelder Straße in der Ellipse, Spandau, täglich 11 - 21 Uhr, direkt am U-Bahnhof Rathaus Spandau, gegenüber vom S- und Fernbahnhof Berlin Spandau
Weitere Filialen: Klosterstraße 15, Spandau; Alt-Tegel 8 sowie Alt-Tegel 28, Reinickendorf; www.eiscafeflorida.de
Vom Eisbecher bis zum Eis im Eimer: Eis Hennig.
Der Klassiker: Eis-Hennig
Es ist ein Phänomen: Dem Namen mogeln unzählige Berliner einen Buchstaben hinzu, sprechen frech von Eis-Henning statt von Eis-Hennig, ohne es zu merken. Aber wenn sich irgendetwas an der Zubereitung des köstlichen Eises ändern würde – das würden sie sofort feststellen. Eis-Hennig ist eine Institution in Berlin. Und das bereits seit rund einem halben Jahrhundert. Die Wurzeln liegen in Steglitz, wo Otto Hennig in den Fünfzigerjahren das erste Geschäft eröffnete. Der Laden lief gut, und so richtete er für jedes seiner drei Kinder eine Eisdiele ein, um deren berufliche Zukunft zu sichern - das Fundament für ein Familienunternehmen.
Bei den Kunden sind die klassischen Eissorten wie Vanille, Schokolade oder Schokosplit ebenso beliebt wie jüngere oder ausgefallenere Kreationen – zum Beispiel Wiener Mandel. Speziell für die kleinen Schleckermäulchen gibt es das Schlumpf-Eis "Delfino": in grellem Türkis eingefärbtes Vanille-Eis. Die Becher werden bei Hennig nicht mit Kugeln gefüllt, sondern das Eis wird in Schichten in das Töpfchen gestrichen. Wem das größte (sieben Schichten) noch immer nicht groß genug ist: Bei Hennig gibt's das Eis sogar im Eimer. 8,60 Euro kosten 1,1 Liter und 15,90 Euro der 2,2-Liter-Großfamilieneimer.
Doch das Motto "Immer größer, immer besser" gilt nicht nur für die Eisportionen, sondern auch für das gesamte Hennig-Unternehmen. So läuft die Filiale an der Bundesallee bereits unter neuer Leitung und dem pompösen Namen "Eis Hennig Premium", mit einem täglichen Eis-Sortiment von 36 Sorten Umfang. Im Laufe der nächsten Jahre sollen dann peu-à-peu auch die restlichen Eisdielen der Kult-Kette dem Premium-Gedanken folgen. Eisfreunde dürfen also gespannt sein.
Filialen: Bundesallee 186-187 in Wilmersdorf, Kaiserdamm 11 in Charlottenburg, Karl-Marx-Allee 35 in Mitte, Kurfürstendamm 129b in Charlottenburg, Tempelhofer Damm 134 in Tempelhof, Mariendorfer Damm 143 in Mariendorf, Steglitzer Damm 17 in Steglitz
Öffnungszeiten (Bundesallee) im Sommer von montags bis freitags, von 8 bis 22 Uhr, samstags und sonntags von 9 bis 22 Uhr, im Winter reduzierte Zeiten.

Eis aus Prenzlauer Berg gibt's im Caramello.
Klein, aber oho: Caramello
Der Laden ist unauffällig. Doch wer ihn einmal entdeckt hat, kommt immer wieder. Auch dem noch so hart gesottenen Cocktail-Schlürfer ist manchmal eben nach einer süßen Abwechslung. Und so stehen Berliner wie Touristen bei ihrem Bar-Hopping durch den szenigen Friedrichshainer Kiez irgendwann in der weit geöffneten Tür des "Caramello". Überrascht über die Eisdiele zwischen all den Kneipen. Und noch überraschter vom ausgezeichneten Geschmack der kalten Köstlichkeiten. Bei den Milcheissorten wird ausschließlich frische Vollmilch verwendet, bei Fruchteis setzt man auf höchstmöglichen Fruchtanteil, die tropischen Sorten wie Ananas, Mango und Passionsfrucht werden aus hundertprozentiger Fruchtpülpe hergestellt.
Auch Allergiker können das Fruchteis von Caramello bedenkenlos genießen. Denn auf allergieauslösende Zutaten wie Laktose, Milcheiweiß und Gluten wird bei der Produktion des Eises, das eigens in Prenzlauer Berg hergestellt wird, verzichtet. Besonders stolz ist man bei Caramello auf das Stracciatella-Eis." Unsere Zartbitterschokolade aus Belgien lösen wir in einem speziell temperierten Wasserbad auf", berichtet Verkaufsleiter Yücel Öc: "Nach kurzer Abkühlphase wird sie mit viel Fleiß und in Handarbeit verarbeitet." Wer gern auch mal etwas Neues ausprobiert, sollte sich unbedingt "Latte Pfeffer" aufs Hörnchen geben lassen. Oder eine Kugel "Ibla" - Schoko mit kandierten Orangenstückchen.
Caramello Ice & Coffee, Wühlischstraße 31 (Friedrichshain), geöffnet je nach Wetter täglich von 10 bis 24 Uhr

Eis mit Pfiff gibt's bei Caffé e Gelato.
Für Ästheten: Caffé e Gelato
Fast ist es zu schade, die Eisbecher, die hier serviert werden, sofort zu verzehren. Die Kreationen sind wahre Kunstwerke und einfach eine Augenweide. Obwohl der Laden stets gut besucht ist und die Kräfte hinterm Tresen alle Hände voll zu tun haben, wird jeder Becher liebevoll zubereitet. Bis ins letzte Detail wird hier auf eine optisch perfekte Präsentation geachtet: Das fein am Rand des tulpenförmigen Glases drapierte Ananasblatt gibt dem Cup mit den tropischen Früchten den letzten Pfiff, Fruchtsaucen sorgen für aparte Farbtupfer, und den Früchten ist anzusehen, dass hier nur bestes und frisches Obst verwendet wird.
Dies alles sind nur kleine Indizien dafür, dass bei "Caffé e Gelato" auf Qualität höchsten Wert gelegt wird. Ein Anspruch, der den guten Ruf dieses Eiscafés weit über Berliner Stadtgrenzen hinaus ausmacht. Der Nachteil der überaus großen Beliebtheit: Die Plätze sind stets belegt und Wartezeiten nichts Ungewöhnliches. Das Personal gibt sich zwar größte Mühe, wartende Gäste umgehend zu frei werdenden Plätzen zu geleiten. Aber das, was den Reiz eines Eiscafé-Besuchs ausmacht (Genuss in entspannter Atmosphäre), bleibt ein wenig auf der Strecke. Auch für ein Eis auf dem Hörnchen muss sich in eine Schlange eingereiht werden. Doch der Geschmack dieses Eises entschädigt für so manche gewartete Minute.
Caffé e Gelato in den Potsdamer Platz Arkaden, Alte Potsdamer Straße 7, geöffnet sonntags bis donnerstags von 10 bis 23 Uhr, freitags und samstags 10 bis 24 Uhr
Im Dolce Freddo variiert das Angebot.
Gelato "to go": Dolce Freddo
Gemütlich hinsetzen kann man sich hier nicht, nur zum Außer-Haus-Verzehr wird bei "Dolce Freddo" das Eis verkauft. Dennoch könnte man an warmen Sommertagen fast meinen, sich vor der Verkaufsstelle in einem Open-Air-Eiscafé zu befinden. Denn die Ränder sämtlicher in der näheren Umgebung befindlichen Blumenkübel sind mit Eis essenden Menschen besetzt. Und das nicht ohne Grund: Das Eis, das in dem traditionsreichen Familienunternehmen nach Manier der guten alten italienischen Eismacherschule hergestellt wird, ist einfach lecker. Da nimmt man es eben in Kauf, den Amarena-Becher, den Mokka-Becher oder den erfrischenden Milch-Mix auf dem "Beton-Ersatz-Möbel" – sprich an der Bordsteinkante – sitzend zu genießen.
Und so mancher, der nach dem Einkaufen auf dem nahe gelegenen Winterfeldtmarkt bei "Dolce Freddo" vorbeikommt, schafft es nicht, unter drei Kugeln Eis auf dem Hörnchen seinen Weg fortzusetzen. Immerhin werden stets 20 verschiedene Sorten Eis angeboten. Das Repertoire ist mit knapp 80 Geschmacksrichtungen allerdings um ein Vielfaches reichhaltiger. Heißt: Einige Sorten sind dauerhaft im Angebot, andere nur für eine gewisse Zeit. So lohnt es, immer mal wieder einen Abstecher in die Maaßenstraße zu machen. War heute noch Joghurt mit Feige der Renner, ist es morgen vielleicht schon Joghurt mit Orange oder Sauerkirsch.
Immerhin sind gut zehn Joghurt-Sorten im Sortiment. Und die leckeren Crunch-Eis-Variationen mit fünf Korn-Sorten haben beim letzten Besuch auch noch auf dem Hörnchen gefehlt. Die modernen scharfen Eissorten sucht man bei Dolce Freddo allerdings vergebens. "Solche Spielereien mit Paprika oder Ingwer kommen mir nicht in die Vitrine", bleibt Eis-Profi Paolo Savaris strikt bei seiner Linie. Und die heißt: "Alles Natur, reine Früchte, kein Farbstoff, keine Geschmacksverstärker." Pro Kugel ist ein Euro zu berappen. Von daher sollte an den Eis-Tresen nur mit gut-gefülltem Portemonnaie getreten werden – denn die Wahrscheinlichkeit, der Versuchung widerstehen zu können und mit nur einer Kugel auf dem Hörnchen weiterzuziehen, ist bei "Dolce Freddo" überaus gering.
Dolce Freddo, Maaßenstraße 6 (Schöneberg), täglich geöffnet ab 10 Uhr

Coco Beach hat über 30 Eissorten im Sortiment.
Traditionell: Coco Beach
Da fällt es schon manchmal schwer, sich zu entscheiden: Rumtraube oder lieber Rum-Krokant, Tiramisu oder Nutella. In der Gelateria Coco Beach werden mehr als 30 verschiedene, immer wechselnde Sorten Eis angeboten – zumindest in den Sommermonaten. Aber diese alle in Augenschein zu nehmen, ist gar nicht so einfach. Dargeboten werden sie nämlich an einer aus zwei ehemaligen Eistheken bestehenden, riesigen Eisbar. Und wenn sich die Kunden scharenweise durch die Tür des Eiscafés drängeln, staut es sich schonmal vor dieser beeindruckenden Theke und man hat einfach keine Chance, weiter ins Innere des Ladens vorzudringen.
So kann es passieren, dass man erst beim zweiten oder dritten Besuch die Geschmacksrichtungen Weiße Mandel, Snickers, Apfel-Zimt oder Schwarze Johannisbeere entdeckt. Oder Gaumenkitzler wie die Sorten Irish Coffee und "Brasil" – eine Kombination aus weißer Schokolade, Rum und den leckeren Amarena-Kirschen. Und für diejenigen, die üblicherweise ein Stück Torte einem Eis vorziehen, seien die Eissorten mit Sacher- oder Käsekuchen-Geschmack empfohlen.
Übrigens sollte der Besucher nicht versäumen, auch einmal einen Eisbecher im Café zu genießen. Nicht nur, dass aus den leckeren Sorten vielfältige Becher kreiert werden – serviert wird hier noch in den herrlichen Silberschälchen, die vielerorts schon längst aus den Regalen der Eisdielen verschwunden sind und gegen bunte Glasschalen ausgetauscht wurden. Aber ein richtiges Eis gehört eben in ein richtiges Schälchen – ein silbernes.
Coco Beach, Lichtenrader Damm 44 (Marienfelde), täglich geöffnet von 10 bis ungefähr 24 Uhr (je nach Wetterlage)

Breite Auswahl im schmalen Ladenlokal: Dal Col.
Eine Institution im Wedding: die Eisdiele Dal Col
Geschmackliche Experimente sind nicht die Sache von Silvio Dal Col. Der schüchterne Italiener, in dessen Familie die Eisherstellung Tradition hat, setzt eher auf Altbewährtes. Schokolade sei immer noch die beliebteste Sorte bei seinen Kunden, sagt er. Das habe sich in all den Jahren nicht geändert. Dal Col kann das bewerten, schließlich ist das Familienunternehmen im Wedding bereits seit 1976 am Start.
Allerdings stehe aktuell auch sein Cookies-Eis hoch im Kurs - gerade bei den jüngeren Schleckermäulern. Und auch Joghurt-Erdbeer. Zwischen 24 Sorten kann der Eisfan bei Silvio Dal Col wählen. Für wesentlich mehr wäre in seiner Vitrine auch gar kein Platz. Und eine größere ließe sich überhaupt nicht aufstellen, denn die Eisdiele ist im schmalsten Haus im Wedding beheimatet. Links die Haustür, daneben der kleine Raum, in dem sich Silvio Dal Col beim Bedienen gerade mal umdrehen kann – das ist die volle Breitseite des fünfstöckigen Hauses, das eingeklemmt zwischen den typischen Nachkriegsbauten an der Müllerstraße dank seiner Fassadenbemalung aus dem architektonischen Einheitsbrei heraussticht.
Eisdiele Dal Col, Müllerstraße 156d (Wedding), täglich geöffnet von 11 Uhr bis 22 Uhr

Kurzweilige Kreationen in der Eisdiele Aldemir.
Eiskreationen to go: Eisdiele Aldemir
Dass mit eingeschalteter Warnblinkanlage parkende Autos die Fahrbahn verengen und sich auf dem Bürgersteig eine riesige Menschenschlange gebildet hat, ist in der Falckensteinstraße nichts Ungewöhnliches. Zumindest im Sommer nicht. Denn dann haben Ismail Aldemir und sein Team alle Hände voll zu tun, die eishungrigen Kreuzberger mit hübsch anzuschauenden Kreationen zu versorgen. Aldemir verkauft mehr als 40 selbst gedrehte Eissorten auf den ebenfalls selbst gebackenen Hörnchen.
Die Palette reicht von Sorten wie Quark-Sesam-Honig über Ingwer bis Omas Apfelkuchen. Zudem hat der Kunde bei nahezu 30 verschiedenen Eisbechern die Qual der Wahl. In langstieligen Gläsern oder Porzellanschälchen kann Aldemir seine kleinen Kunstwerke allerdings nicht darbieten - hat seine Eisdiele doch keinen einzigen Sitzplatz. Weil die Kreationen "to go" aber nunmal schnell schmilzen, werden sie zumeist gleich im Umkreis der nächsten 20 Meter verzehrt – auf den Straßenpollern sitzend oder im Auto (das dann eben noch etwas länger verkehrswidrig parkt).
Eisdiele Aldemir, Falckensteinstraße 7 (Kreuzberg), geöffnet von März bis September, täglich von 10 bis 24 Uhr, sofern es warm genug ist

Birne mit Grappa oder Schoko-Chili: Exklusive Geschmackssorten im Mauritius.
Treffpunkt der Generationen: Eiscafé Mauritius
Das Eiscafé am quirligen Theodor-Heuss-Platz genießt im tiefen Westen der Hauptstadt geradezu Kultstatus. Hier lechzt der Dreikäsehoch ebenso seinem Hörnchen mit drei Kugeln Zitrone entgegen wie die ältere Dame ihrem Schwarzwälder Becher. Gerade das Café ist ein Treffpunkt der Generationen, doch auch für das Eis auf die Hand stehen Oma und Enkel einträchtig hintereinander an. Zwar hat sich das Mauritius seit diesem Jahr sowohl was Fläche als auch Angebot betrifft leicht verkleinert, doch macht Betreiber Torsten von Eitzen seinen Kunden die Entscheidung mit satten 34 Sorten in der Eistheke freilich noch immer nicht leicht.
Und in jeder Saison wartet er mit neuen Köstlichkeiten auf – so darf man sich beispielsweise auf die Sorten "Birne mit Grappa" und "Mascarpone-Balsamico" freuen. Oder aber auf "Schoko-Chili" und "Kaffee Cubana", die eigentlich jedes Jahr extrem gut laufen. "Wahrscheinlich, weil es Varitionen des Klassikers Schokolade sind", mutmaßt von Eitzen. "Denn Schoko ist neben Vanille immer noch die beliebteste Sorte." Sein persönlicher Favorit ist allerdings eine Fruchteissorte: Rosa Grapefruit.
Eiscafé Mauritius, Theodor-Heuss-Platz 2 (Westend), geöffnet montags bis samstags von 10 bis 18 Uhr, sonn- und feiertags von 12 bis 18 Uhr
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Autor:
Katrin Starke
Titelfoto: flickr, loop_oh, Fotos: Katrin Starke
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Zuletzt aktualisiert: 30.09.2011
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Fotos:
Hokey-Pokey