Wo die globalen Marken ihre pompösen Stores haben, versteckt sich der zentrale Anlaufpunkt der Anhänger von Pomaden, Pettycoats und Pinups: ein Kaufhaus für Rock´n´Roll mitten in Mitte.

Nur zusammen können wir überleben: Die Gesichter hinter dem Rock 'n' Roll-Kaufhaus.
Class of Berlin
Große Hamburger Straße 19a
10115 Berlin-Mitte
Tel: 437 397 60
Mo– Sa 12– 20 Uhr
www.classofberlin.com

50er-Flair bis ins Detail: Ein Besuch ist wie eine Zeitreise.

Für Rockabilly-Fans gibt's fast alles, was das Herz begehrt. Vieles aus Handarbeit.
Wer bei „Class of Berlin“ seinen Blick schweifen lässt, fühlt sich um ein paar Jahrzehnte zurückversetzt. Denn im Rock´n´Roll-Kaufhaus sehen Besucher unter anderem Jeans-, Leder- und Fliegerjacken, Sailor-, Western- und Bowlinghemden, Matrosenblusen, handgemachte Lederschuhe und Pomade für stilechte Rock´n´Roll-Frisuren.
Ein Eldorado für Rockabilly-Fans über zwei Etagen
Ebenso finden sich Kleider in allen Variationen: gepunktet, gestreift, mit Schwalben, Kirschen oder Lotusblüten. Das im Sommer 2011 eröffnete Geschäft ist mit viel Liebe fürs Detail eingerichtet: Inmitten des Raumes steht ein rotes Triumph-Motorrad von 1961, drumherum sind ein paar alte Sessel, Nierentische, ein Kaugummi-Ständer, ein als Lampe umfunktionierter Haartrockner aus den 60er Jahren und ein Kinderwagen von 1949 drapiert.
„Class of Berlin“ erstreckt sich über zwei Etagen und befindet sich auf der Großen Hamburger Straße in einem Gewölbekeller, der im 18. Jahrhundert als Schnapsbrennerei genutzt wurde. Zwischen Weinmeisterstraße und Hackescher Markt, wo die globalen Marken ihre pompösen Stores haben, ist nun der zentrale Anlaufpunkt der Rock´n´Roll-Szene. Denn einige Szenegrößen aus der einschlägigen Subkultur haben sich zusammengeschlossen und gründeten ein Kollektiv für Rock´n´Roll-Mode und -Lebensart.
Der Laden hat sich schnell herumgesprochen
Federführend waren dabei Alexander Graalfs (42) und Franziska Kühne (35). Graalfs hat seit 2000 an verschiedenen Standorten im Prenzlauer Berg das „Rock-a-tiki“ betrieben – einen Laden für Rockabilly- und Vintage-Klamotten, also Retro-Mode im Look der 30er- bis 60er Jahre. Kühne war Eigentümerin von „Marlenes Töchter“ in Weißensee, eine Boutique spezialisiert auf selbstentworfene und geschneiderte Designer-Kleidung im Stil der 30er- bis 50er Jahre.
Die beiden waren unzufrieden mit der Entwicklung des Prenzlauer Berg. „Der Bezirk hat sich zu sehr verändert. Die Bewohner kaufen Eigentumswohnungen, aber keine Rockabilly-Kleidung“, bemerkt Alexander Graalfs. Also haben die beiden einen gemeinsamen Umzug geplant. Schnell hat sich in der Szene herumgesprochen, dass sich „Rock-a-tiki“ und „Marlenes Töchter“ zusammenschließen.
Selbst Baby-Klamotten gibt's im Vintage-Design
Angetan von der Fusion war auch Samantha Fröhlich (42), die bei „Class of Berlin“ zwei Label betreibt: Unter dem Namen „Strawbetty“ verkauft sie Retro-Kleidung und hinter „Lavendelbaby“ verbergen sich handgestrickte und gehäkelte Baby-Klamotten im Vintage-Design. Die gelernte Grafikerin hatte zuvor einen Wander-Reitbetrieb in der Nähe von Oranienburg geleitet. Nun unternimmt sie ihre ersten Gehversuche in Sachen Rock´n´Roll-Mode.
„Ohne Geschäftspartner hätte ich mir das nicht leisten können. Daher ist dieser Zusammenschluss ideal“, sagt Samantha Fröhlich. Ebenfalls eingeklinkt hat sich Tom Puchtinger (42), der verschiedene Rockabilly-Kleidung verkauft, sein Label nennt sich „Get Rhythm Vintage“.
„Nur, wenn man sich zusammenschließt, überlebt man“
„Es geht nur, wenn man sich zusammenschließt, anders überlebt man nicht“, sagt Franziska Kühne, die im Keller ihr eigenes Atelier hat. Dort fertigt die Designerin und Schneiderin hochwertige Einzelstücke an. Vieles, was es bei „Class of Berlin“ zu kaufen gibt, wurde in Berlin gedruckt, genäht oder sogar vollständig produziert, beispielsweise die Berlin Denim – eine Jeans, die Alexander Graalfs verkauft.
Wer für den Rock´n´Roll-Look schwärmt, findet hier mehr als nur die passende Kleidung: Für aufwendig toupierte Frauenfrisuren oder Männertollen voller Pomade sorgt Stan Scharl (42), der im Untergeschoss „Stans Headquarter“ betreibt. Dort macht er mit ein paar Scherenschnitten aus modernen Hauptstädtern kurzerhand nostalgische Zeitreisende.
Kontakt zum
Autor:
André Tucic
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Zuletzt aktualisiert: 30.04.2012
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Fotos:
shutterstock, Alexandra Schulz (3)
von Heiko
am 19.12.2012 um 19:19
Es gibt aber neben Class Of berlin noch allerhand weitere Adressen im Bereich Rockabilly. Vom Tiki Heart Shop über Rocking Chair zu Crazy Box, den Petticoatshop oder oder. wir haben uns mal auf dei Suche begeben und 16 Shops gefunden. wer also sucht, einfach mal schauen http://pinup-fashion.de/7086/rockabilly-shop-berlin-shoppen-in-der-hauptstadt/