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Titel Paul Van Dyk 692

Europa, Asien, Amerika: An mehr als 130 Tagen im Jahr legt Paul van Dyk überall auf der Welt als DJ auf. Bei Geldfragen vertraut er auf seine Hausbank: die Berliner Sparkasse. BerlinerAkzente verriet er, wofür er sein Geld ausgibt und wie viel Bauchgefühl beim Anlegen mitspielt.

Bild vergrößernPaul Van Dyk Im Gespraech

Paul van Dyk ist es wichtig, dass das Geld, das er anlegt, niemandem schadet. Deswegen schiele er auch nicht auf kurzfristige Renditechancen, sondern er wolle genau wissen, was ein Unternehmen mit seinem Geld macht, sagt er.

Paul van Dyk kommt total entspannt aus seinem Arbeitszimmer in den Konferenzraum seines Unternehmens gegenüber von der Schaubühne am Ku'damm. Er brauche jetzt erst einmal einen Keks, sagt er und lässt sich dann auch gleich bereitwillig von unserem Fotografen durch den Raum dirigieren. Dieser will ihn mit einer 7-inch-Single vor dem Auge fotografieren. Aus den von uns mitgebrachten Platten wählt Paul van Dyk zielsicher eine Scheibe von "New Order" aus. Und schon starten Fotoshooting und Interview.

Wann wurde Geld für Sie wichtig?

Das kann ich gar nicht so genau sagen, denn Geld an sich ist mir nicht wichtig. Wichtiger ist mir, was ich damit machen kann und dass es mir hilft, mein Leben angenehmer zu gestalten. Es ermöglicht mir Lebensqualität.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?

Ich habe Kabel gelötet, da war ich etwa 13 Jahre alt. Damit habe ich damals in der DDR zwei Discjockeys geholfen, ihre fahrbare Diskothek aufzubauen und die Boxen, Verstärker und Plattenspieler anzuschließen.

Was haben Sie sich von diesem Lohn gekauft?

Einen Kopfhörer!

Keine Schallplatte?

Nein, meine erste Platte hatte mir damals meine Oma aus dem Westen in die DDR geschmuggelt. Es war das Album "Organisation" von OMD.

Seit wann können Sie von Ihrer Arbeit als DJ leben?

Ich habe 1990 zunächst in Berlin eine Ausbildung zum Tischler begonnen. Dann habe ich immer mehr Platten gekauft und erste Mix-Tapes gemacht. 1991 bin ich das erste Mal parallel zu meiner Ausbildung als DJ aufgetreten und habe auch tatsächlich Geld dafür bekommen. Einige Veranstalter habe ich dann auch mal um 500 DM Vorschuss für den Kauf neuer Platten gefragt, die ich schließlich auch bekommen habe. Noch einmal zweieinhalb Jahre später, so um 1993 herum, kam ich dann an einen Punkt, wo ich mir gesagt habe, dass das Ganze jetzt so viel Substanz bekommen hat, dass ich voll ins Musikbusiness einsteigen könnte.

Bild vergrößernPaul Van Dyk3

Paul van Dyk beim Fotoshooting mit BerlinerAkzente-Fotograf Christoph Schieder: Um sich mit einer 7-inch-Single abbilden zu lassen, entschied sich der DJ für eine Platte von "New Order".

Wie haben Sie denn Ihre Tischler-Ausbildung und Ihre Auftritte als DJ unter einen Hut bekommen?

Das war tatsächlich eine Zeit lang eine enorme Doppelbelastung. Nachts habe ich aufgelegt, morgens um sieben Uhr musste ich völlig wach in der Werkstatt sein und mir möglichst nicht den Finger absägen. Ich muss sagen, dass mir mein damaliger Tischlermeister enorm geholfen hat, mich für die Musik und gegen die Gesellenprüfung zu entscheiden. Ich habe ihm gesagt, dass Musik meine Passion ist und ich eigentlich nur das machen möchte. Er hatte Verständnis für meinen Wunsch, da er als junger Mann vor einer ähnlichen Entscheidung stand: Skilehrer werden oder Tischler bleiben. Damit ich dann voll in die Musikszene einsteigen konnte, hatte er mich an der Berufsschule und bei der Handwerkskammer abgemeldet. Und dann ging es 1993 bei mir richtig los. Mein erstes Album, 45 RPM, habe ich nur ein Jahr später veröffentlicht.

Was machen Sie eigentlich mit Ihrem Geld im Alltag?

Ich bin niemand, der einfach so mit Geld um sich wirft. Gleichzeitig gucke ich im Supermarkt aber auch nicht auf jedes Preisschild. Trotzdem tue ich mich beim Kauf von Luxusartikeln, beispielsweise bei einer teuren Uhr, unheimlich schwer – obwohl ich sie mir leisten könnte. Ich frage mich dann schon, ob ich die Uhr wirklich brauche. Schließlich will ich ja nur wissen, wie spät es ist. Ich vergesse nicht, dass ich auch schon andere Zeiten erlebt habe. Nach der Wende 1989 habe ich den ersten Monaten öfter mal überlegen müssen, kaufe ich mir jetzt von den paar Mark, die ich damals hatte, etwas zu trinken oder zu essen. So etwas prägt...

Sie sind ja auch politisch engagiert. Welche Rolle spielen politische und soziale Fragen bei einer Geldanlage-Entscheidung?

Sagen wir mal so: Ich würde auf jeden Fall nicht in einen Fonds investieren, der mit Lebensmitteln handelt. Mir ist wichtig, dass das Geld, das ich anlege, niemandem schadet. Deswegen schiele ich auch nicht auf kurzfristige Renditechancen, sondern ich will genau wissen, was ein Unternehmen mit meinem Geld macht.

Bild vergrößernPaul Van Dyk Am Set

Seit 1993 lebt Paul van Dyk von seiner Musik. Längst führt er erfolgreich ein Unternehmen. Paul van Dyk füllt weltweit Konzerthallen und jettet an mehr als 130 Tagen pro Jahr zwischen Europa, Asien und Amerika umher. In Asien hat er vor Hundertausenden Fans aufgelegt.

Das hört sich ja fast auch ein bisschen nach Kapitalismuskritik an...

Um es klarzustellen: Für mich ist der Kapitalismus das richtige Wirtschaftssystem, gerade nach der Erfahrung, die ich in der DDR gemacht habe. Mir ist aber wichtig, bei wirtschaftlichen und finanziellen Entscheidungen fair und sozial zu bleiben. Wir haben eine gesellschaftliche Verantwortung auch für diejenigen, die aus gesundheitlichen oder anderen Gründen in diesem System nicht mithalten können.

Wem vertrauen Sie in Geldfragen – sich selbst, Ihrer Frau, Ihrem besten Freund oder Ihrem Berater bei der Sparkasse?

Ich habe interne Berater, mit denen ich mich abspreche und die sich bei den Anlagetipps, die ich von der Berliner Sparkasse bekomme, auch noch mal genau die Details angucken. Mit meinem Kundenbetreuer von der Berliner Sparkasse habe ich aber ein wirkliches Vertrauensverhältnis. Bei ihm wissen meine Frau und ich, dass er uns nur etwas empfiehlt, was auch zu uns passt. Er hat uns noch nie etwas angeboten, was ich abgelehnt hätte, weil es zu riskant war. Ich kann sicher sein, dass er uns nicht ins Verderben laufen lässt. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass es viel zu wenige solcher Bankberater gibt, die eine klare und für den Kunden nachvollziehbare Risikoabwägung vornehmen.

Wie viel Bauchgefühl spielt denn da bei Ihnen eine Rolle?

Keine! Ich kann Geld nicht fühlen. Für mich geht es darum, eher konservativ und pragmatisch anzulegen. Ich bin kein Zocker.

Wie würden Ihre Konkurrenten Sie beschreiben?

Wahrscheinlich würden sie sagen, ich sei ein Workaholic. Meine Konkurrenten wissen, dass mich die Leidenschaft für die Musik antreibt. Für mich ist Musik fast eine Ideologie. Der Grund liegt in meiner Vergangenheit. In der DDR war Musik für mich die einzige Möglichkeit, Kontakt nach außen zu haben.

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Paul van Dyk vertraut der Finanzberatung der Berliner Sparkasse: "Mit meinem Kundenbetreuer von der Berliner Sparkasse habe ich ein echtes Vertrauensverhältnis. Bei ihm wissen meine Frau und ich, dass er uns nur etwas empfiehlt, was auch zu uns passt. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass es viel zu wenige solcher Bankberater gibt, die eine klare und für den Kunden nachvollziehbare Risikoabwägung vornehmen."



Vermögen braucht Vertrauen


Lesen Sie mehr zur Finanzberatung der Berliner Sparkasse in unserem Beitrag
"Fahrplan für Ihre Finanzen" und unter

www.berliner-sparkasse.de/vertrauen

Hand in Hand oder Ellenbogen: Für welche Werte stehen Sie in Ihrem Unternehmen?

Auch wenn ich alleine auf der Bühne stehe, geht das nur, wenn ich auf ein gutes Team bauen kann. Mir ist ein fairer, toleranter und respektvoller Umgang sehr wichtig. Das bezieht sich nicht nur auf mein Unternehmen und meine Mitarbeiter, sondern auf die gesamte Gesellschaft. Wenn man diese Grundwerte überall befolgen würde, gäbe es weltweit weniger Konflikte und Kriege.

Hand aufs Herz: Wenn Sie auf Ihr bisheriges Leben als DJ und Unternehmer schauen, was erfüllt Sie mit Stolz?

Ich habe es über all die Jahre geschafft, mit meiner Frau zusammen zu arbeiten und entsprechend erfolgreich zu sein. Das macht mich stolz. Und auch, dass ich vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit für meine Leistungen mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet worden bin, ist eine tolle Anerkennung. Ich bin mit ganzem Herzen Berliner. Deshalb hat es mich mit Stolz erfüllt, so eine Auszeichnung von meiner Stadt zu bekommen.

An mehr als 130 Tagen im Jahr legen Sie irgendwo in Europa, Asien oder Amerika auf. Was ist eigentlich aus Ihrem Privatleben geworden?

Ich bin seit 1994 mit meiner Frau zusammen, wir arbeiten zusammen und sind auch viel zusammen weltweit unterwegs. Ich habe ein erfülltes Privatleben, weil wir beide viele neue Eindrücke und Erlebnisse gemeinsam teilen.

Kontoauszug oder Meditation? Wie motivieren Sie sich tagtäglich?

Der Blick auf Kontoauszüge treibt mich ganz sicher nicht an. Mich motiviert vor allem, dass ich Spaß an dem habe, was ich mache. Grundsätzlich gibt es jeden Tag etwas, worüber es sich lohnt zu freuen. So sind meine beiden Hunde morgens schon so fröhlich, dass das ansteckt.

Aus welchem Fehler haben Sie in Geldfragen am meisten gelernt?

Ich habe mal viel, viel Geld in die Renovierung einer Mietwohnung investiert und bin dann, als alles fertig war, ausgezogen. Da hätte ich mich am liebsten selbst geohrfeigt. Ansonsten habe ich ja nie besonders risikoreich investiert, so dass ich keine großen Fehler gemacht habe. Dafür bin ich in Geldfragen zu konservativ.

Wen wünschen Sie sich als Festredner zu Ihrem nächsten runden Jubiläum und was ist das Positivste, was er/sie über Sie und Ihr Unternehmen sagen kann?

Zu einem offiziellen, professionellen Anlass würde ich mir Dieter Nuhr als Festredner wünschen. Er könnte das Jubiläum charmant und intelligent präsentieren. Ich mag seine Fernsehsendungen. Ansonsten würde ich meine besten Freunde bitten, eine Rede zu halten. Sie alle sollten einfach sagen, was sie denken. Ich würde da nichts vorgeben und mir auch nichts Spezielles wünschen.

Der Entertainer und Comedian Thomas Hermanns nennt die Berliner Sparkasse "die freundlich-kompetente Ermöglicherin meiner Träume". Welches Kompliment könnten Sie ganz spontan Ihrer Hausbank machen?

Die Berliner Sparkasse ist verlässlich und vertrauenswürdig. Es ist gut zu wissen, so eine Bank an meiner Seite zu haben.

Kontakt zum Autor: Christian Kersten


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Zuletzt aktualisiert: 28.12.2011 · Fotos: Christoph Schieder (3), Promo