Stadt & Szene

Der große Abgang

Ob auf Parkhäusern, Dachterrassen oder Krancafés: Wenn die Abendsonne rot glühend ins Häusermeer der Stadt versinkt, ist das Romantik pur und ein außergewöhnliches Fotomotiv. BerlinerAkzente verrät, wo sich der Sonnenuntergang in Berlin am schönsten genießen lässt.

Bild vergrößernWarschauer Bruecke Von Oben

Welch ein Anblick: Im Licht der untergehenden Sonne zeigt Berlin seine charmante Seite.

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Geheimtipp in Oberschöneweide: das Kranhauscafé.

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Wer einen Platz auf Berlins Hochhäusern ergattert, wird belohnt.

Aussichtsreiche Adressen


Die besten Beobachtungsplätze für Sonnenuntergänge in der Stadt:

Von der Alex-Dachterrasse bis zum Tegeler See


Tempelhofer Feld
auf dem Gelände des Flughafen Tempelhofes versperrt kein Baum oder Haus die Sicht

Golgatha
Dudenstraße 48 (Kreuzberg)
www.golgatha-berlin.de
Tel.: 78 52 453
Mo-So 10-6 Uhr

Reichstag
Platz der Republik 1
Tel.: 22 7 0
Die Reichstagskuppel ist täglich von 8 bis 24 Uhr geöffnet (letzter Einlass 22 Uhr). Zugang im Westportal, rechte Seite.
Das Dachgartenrestaurant im östlichen Teil der Terrasse hat täglich 9-16.30 Uhr und 18.30-24 Uhr geöffnet. Zugang für Gäste, die bereits reserviert haben, über den Eingang rechts unterhalb des Westportals (West C). Platzreservierungen unter Tel. 26 29 933

Park Inn Hotel
www.parkinn-berlin.de
Alexanderplatz 7
Tel.: 23 89 0
Geöffnet montags bis donnerstags ab 15 Uhr, freitags bis sonntags ab 12 Uhr

Week end
Alexanderplatz 7
www.week-end-berlin.de
Tel.: 24631676
Geöffnet donnerstags bis sonntags ab 23 Uhr, bei Veranstaltungen schon ab 19 Uhr

Deck 5
Schönhauser Allee 80 (Prenzlauer Berg)
www.freiluftrebellen.de
Tel.: 0176/77 36 62 34
Geöffnet täglich ab 10 Uhr

Strandlitz
Schloßstraße 1 (Steglitz)
www.freiluftrebellen.de
Tel.: 0176/77 36 62 34
Geöffnet täglich 12-24 Uhr

Biergarten Clou Corner
Kurt-Schumacher-Platz 1 (Reinickendorf)
www.derclouberlin.de
Tel.: 41 72 76 68
Geöffnet montags bis samstags 10-20 Uhr

Kranhauscafé
Wilhelminenhofstraße 76/77 (Oberschöneweide)
www.kranhauscafe.de
Tel.: 96 51 99 42
Geöffnet dienstags bis sonntags ab 11 Uhr

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Wie im Urlaub – wenn an der Glienicker Brücke die Sonne im Wasser versinkt...

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Party vor glutrotem Himmel: Besucher des E-Werks haben nicht nur viel zum Hören.

Bild vergrößernWarschauer Brücke

Traumhaft: Blick von der Warschauer Brücke.

Kranhaus-Café: Sonnenstrahlen auf Kabeltrommeln

Noch ist es ein Geheimtipp: das Kranhauscafé in Oberschöneweide. 1962 im Industriegebiet erbaut, diente das vierstöckige Kranhaus samt Ladekran als Leitstelle und zum Entladen der Schiffe, die Braunkohle fürs Kabelwerk Oberspree lieferten. Nach der Wende, als der "Volkseigene Betrieb" längst Geschichte war, entdeckte der Hamburger Sven Thomsen das leer stehende und unterdessen fast verfallene Gebäude – zufällig, bei einer Fahrradtour.

2002 kaufte er es und restaurierte es vier Jahre lang. Inzwischen lebt und arbeitet er in den oberen Stockwerken des Kranhauses. Im Erdgeschoss betreibt Elke Dickmans das "Kranhauscafé" samt Strandbar. Die Cocktails, die sie serviert, stellt sie auf Tische, die perfekt ins Ambiente passen: alte Kabeltrommeln des KWO. Für Fans von Industriearchitektur und -geschichte der perfekte Ort, in Berlin den Sonnenuntergang zu genießen.

Parkdecks ohne störende Autos

Genau verfolgen lässt sich der Weg des Licht und Wärme spendenden Himmelskörpers auch von diversen Parkdecks. Natürlich nicht irgendwelchen, auf denen Autos stehen, sondern von Parkflächen, die zu Strandbars und Biergärten über den Dächern der Stadt umfunktioniert wurden.

Wie das "Deck 5" auf der obersten Parketage der "Schönhauser Allee Arcaden", das erst in diesem Sommer eröffnete "Strandlitz" auf dem Parkdeck F im Forum Steglitz oder das "Clou Corner" auf dem Dach des Einkaufszentrums "Clou" in Reinickendorf.

Kreuzberg: Empor zu den Gipfeln der Stadt

Der Klassiker schlechthin, um die Sonne auf ihrem Weg ins Nachtlager zu verfolgen: der Kreuzberg. Immerhin erhebt sich der Hügel im Viktoriapark, der dem ehemaligen Bezirk und heutigen Ortsteil seinen Namen gab, auf einer Höhe von 66 Metern.

Von den Treppenstufen aus, die zum Schinkel-Denkmal auf dem "Gipfel" des Kreuzbergs führen, lässt sich der Weg der Sonne in ihr Bett geradezu ideal verfolgen. Wandert die Sonne ein Stück weiter, rückt der Betrachter selbst auch einfach ein paar Meter weiter – praktisch, dass es rings ums Denkmal herum Stufen gibt.

Ist die (echte) Sonne dann irgendwann unter- und das mitgebrachte Bier zur Neige gegangen, geht die "Säufersonne" im "Golgatha" auf. Nur ein paar Schritte sind es bis zum beliebten Biergarten, in dem Hartgesottene dann auch gleich noch den erneuten Sonnenaufgang miterleben können, denn das beliebte Etablissement hat bis um 6 Uhr in der Frühe geöffnet.

Alex: Über den Dächern der Stadt

Viele schwören, dass die Dachterrasse des Park Inn Hotels am Alex den wohl besten Blick über die Stadt bietet. Das mag stimmen, denn immerhin schweift hier der Open-Air-Blick aus 150 Metern Höhe über die Dächer Berlins.

Hier die Sonne untergehen zu sehen – das sollte die drei Euro wert sein, die als Eintritt fällig sind. Zumal sich die Preise für ein kühles Blondes oder einen erfrischenden Cocktail durchaus im Rahmen bewegen.

Am See: Ein Hauch von großer weiter Welt

Eine ganz andere Klientel sind die jungen Leuten, die auf den Grünflächen an der Greenwichpromenade ihre Picknickdecken ausbreiten, um die Sonne in den Tegeler See plumpsen zu sehen. Das erst in diesem Jahr komplett neu gestaltete Areal, auf das Bezirksbürgermeister Frank Balzer nicht zuletzt wegen des Anlegers für Kreuzfahrtschiffe mächtig stolz ist, zählt zu den schönsten Uferpromenaden Berlins.

Ein Ort, den die Anwohner längst dazu auserkoren haben, um laue Sommerabende unter freiem Himmel zu verbringen. Und wenn sich erst herumgesprochen hat, dass hier große "Pötte" vor Anker gehen, strahlt das maritime Flair vielleicht auch auf so manchen sonnenuntergangshungrigen Innenstädter aus.

Brücken: Bieten super Sonnenuntergang-Fotos

Über sieben Brücken musst du geh’n: Doch um den perfekten "Urban Sundown" zu erleben, reicht eigentlich eine einzige – die Oberbaumbrücke. So sehen es zumindest die unzähligen Hobby-Fotografen, die sich an Sommerabenden hier einfinden. Der Fernsehturm am Alex in der Bildmitte, rechts im Vordergrund die O2-Arena, und links hinten der weiße Dampf, der aus den Schornsteinen des Kraftwerks in Mitte aufsteigt – mehr braucht es nicht für ein super Sonnenuntergangsfoto.

Zumal der Knipser jede Menge Möglichkeiten hat, sich zu belohnen, wenn er das Bild im Kasten hat. Bis zum Badeschiff ist es nicht weit, die MS "Hoppetosse" liegt in unmittelbarer Nähe vor Anker, und der "Club der Visionäre" und der "Freischwimmer" locken mit Klängen und Getränken zum Chillen und Genießen.

Auch die Admiralsbrücke, die älteste schmiedeeiserne Brücke über den Landwehrkanal, hat sich zum angesagten Treff gemausert. Der barfüßige Australier, der "House of the rising sun" auf seiner Gitarre zupft (sollte er Sonnenauf- und -untergang verwechselt haben?), der Typ mit dem Zopf, der auf seiner Trommel den Takt dazu schlägt, die junge Mutter im Batik-Shirt, die ihren Säugling in den Schlaf wiegt: Sie alle sehen hier miteinander die Sonne untergehen.

Privat: Unangemeldet vor der Tür stehen

Den höchsten Wohlfühlfaktor erreichen allerdings private Dachgärten: Auch Stunden nach Sonnenuntergang droht hier nicht die "letzte Runde". Und sollte das Bier doch einmal zur Neige gehen, gibt’s ja den Spätverkauf. Von dort bringen Freunde, die sich in Ermangelung eines eigenen Balkons oft selbst aufs Dach einladen und unangemeldet vor der Tür stehen, auch gern noch mal ein Sixpack mit. Aber daran sind die Bewohner von mit Terrasse ausgestatteten Dachgeschossen ja längst gewöhnt.

Da sollte es sie eigentlich auch nicht stören, wenn sich mal ein Fremder zu den Freunden gesellt. Einer, der bei Google Maps ganz genau seinen Kiez durchforstet hat – auf der Suche nach vom Satelliten aus sichtbarem Grün auf den Dächern der Nachbarstraßen. Einmal fündig geworden, heißt es nur noch, die obersten Klingelknöpfe des besagten Objekts zu drücken und auf Bewohner zu hoffen, die ein Einsehen mit dem an Sonnenuntergangsentzug leidenden Bittsteller haben.

Kontakt zum Autor: Katrin Starke


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Zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 · Fotos: Christoph Schieder, colourbox.com, Udo Geisler, flickr – xdfrog, flickr – 96dpi, flickr – passa.sr, Katrin Starke