
Emilia Schüle spielt auch in "Freche Mädchen 2" wieder die Mila.

Zwei Berlinerinnen erleben die Abenteuer des Erwachsenwerdens: Henriette Nagel (links) und Emilia Schüle.
Henriette Nagel
In "Freche Mädchen 2" spielt die 1992 geborene Henriette die "Kati". Sie lebt in Berlin und interessiert sich für Musik, Politik, Theater, Film, Reisen, Poetry Slams und "meine Freunde". In dem Film "Freche Mädchen" gab sie im Jahr 2008 ihr Kino-Debüt. Außerdem spielte Henriette in der vierten Staffel der KI.KA-Serie "Ein Engel für alle" und war im Jahr 2009 in einer Folge der ARD-Serie "Großstadtrevier" zu sehen.
Die "Frechen Mädchen" waren ihr Kinodebut und brachten ihr prompt eine Nominierung als "Beste jugendliche Hauptdarstellerin in einem Kinofilm" ein. Wie hätte Emilia Schüle es da ablehnen können, auch in der Fortsetzung die Rolle der "Mila" zu übernehmen. In "Freche Mädchen 2" (Kinostart: 5. August 2010) spielt die 18-jährige Berlinerin erneut an der Seite von Henriette Nagel und Selina Shirin Müller – und wieder erlebt das Trio all die ganz normalen, schrecklich-schönen Facetten des Teenager-Alltags – Herzflimmern, Liebeswirren und Erwachsenwerden. Diese Mischung machte den ersten Film zu einer der erfolgreichsten deutschen Kinoproduktionen des Jahres 2008. Mehr als eine Million Zuschauer sahen den Film.
Im zweiten Teil der Erfolgsgeschichte müssen sich Mila, Kati und Hanna einer ungewohnten Situation stellen: "Diesmal reisen die Mädchen für eine Chorfreizeit in eine Berghütte", erzählt Regisseurin Ute Wieland, die den Film hauptsächlich in München und Berchtesgaden drehte. Im wahren Leben hatten die drei Hauptdarstellerinnen Emilia Schüle, Henriette Nagel und Selina Shirin Müller seit den Dreharbeiten für den ersten Film ganz andere Sorgen: Emilia und Henriette waren in Berlin mit Klausuren und Prüfungen für ihren Mittleren Schulabschluss beschäftigt, und Selina Shirin brachte ihr erstes Studioalbum mit dem Titel "Mädchen kommen immer (ans Ziel)" heraus. "Ganz nebenbei" stand Emilia auch noch für weitere Filmrollen vor der Kamera, unter anderem in "Gangs" mit Jimi Blue Ochsenknecht sowie in "Rock it!".
"Es geht ums Erwachsenwerden"
In "Freche Mädchen 2" erlebt jede der drei Hauptfiguren ihre ganz eigene Liebesgeschichte: "Es geht um jede Art von Beziehung und auch darum, was dabei schiefgehen kann. Es geht ums Erwachsenwerden", sagt Emilia Schüle. Ihre Mila kommt in Gewissenskonflikte, weil sie während der Chorfreizeit jemanden kennenlernt – wie das eben so ist, wenn der eigene Freund verhindert ist und nicht mitreisen kann. "Mila beginnt zu zweifeln und nachzudenken, was eine Beziehung ausmacht und wer der Richtige für sie sein könnte", erzählt Emilia: "Sie gerät sozusagen in eine große innerliche Naturkatastrophe, sucht den Weg und muss sich irgendwann entscheiden." Der, den sie in den Bergen kennenlernt, wird von Jannis Niewöhner gespielt – und nicht nur im Drehbuch, sondern auch zwischen den Darstellern stimmte die Chemie: "Jannis und Emilia kannten sich vom Dreh von 'Gangs', das war also kein wirklicher Neustart", sagt Regisseurin Wieland, die für die Erwachsenenrollen unter anderen Tom Gerhardt, Armin Rohde, Matthias Brandt und Barbara Schöneberger verpflichtete.
Kulturschock im Hochgebirge
Die Dreharbeiten in Berchtesgaden hat Emilia Schüle noch in bester Erinnerung, obwohl sie einen ziemlichen Kulturschock erlebte, als sie sich plötzlich im Hochgebirge wiederfand: "Ich bin ein Stadtkind – ich war noch nie in den Bergen. Das war die erste Bergbesteigung für mich." Und dann wirbelte auch noch das Wetter den Drehplan durcheinander. Ausgerechnet im Mai und Juni 2009 gingen im Alpenraum die zum Teil heftigsten Niederschläge seit 50 Jahren nieder. Das Warten auf Regenpausen stellte das Team auf eine harte Probe. Alle musste auf engem Raum zusammenhocken, aber Lagerkoller breitete sich während des Drehs trotzdem nicht aus: "Wir hatten Riesenglück, dass es eine so tolle Truppe war. Die Pausen haben wir halt mit den netten Leuten im Team verbracht", erzählt Emilia, die BerlinerAkzente dann gleich noch vier weitere Fragen beantwortete:
Was war beim Dreh die größte Herausforderung für dich?
Die Schlusssequenz. Das ist ja eine Schulaufführung mit vielen musikalischen Sachen, und das moderier’ ich durch. Und es geht ganz chaotisch zu bei dieser Schulaufführung. Ich hab’ wahnsinnig viel Text und ganz viel zu improvisieren oder improvisiert zu spielen und das war sehr, sehr schwierig für mich.
Während der Dreharbeiten hattest du auch noch mit der Schule zu tun. Wie bist du damit zurechtgekommen?
Also, ich komm’ ja aus Berlin, genau wie Henriette, und hier machen wir den Mittleren Schulabschluss. Da muss man Prüfungen schreiben, und die hab' ich halt parallel zum Dreh gemacht. Das heißt, ich musste immer zwischen München und Berlin pendeln, aber es hat glücklicherweise alles gut geklappt.
Ihr drei Hauptdarstellerinnen seid jetzt zwei Jahre älter als die Figuren, die ihr spielt. War es leicht, sich wieder in deren Gefühlswelt hineinzufinden?
Da sind wir drüber hinausgewachsen. Uns beschäftigen jetzt schon andere Sachen, aber natürlich kann ich mich da gut wieder einfinden, das ist ja auch Teil meines Jobs. Und so lange liegt die Zeit ja noch nicht zurück. Wichtig war für mich aber auch, noch mal zu verstehen, dass ich jetzt älter bin und dass ich die Mila auf keinen Fall älter spielen darf, als sie ist. Sie ist nun mal ein Jahr jünger als ich, und das musste ich mir erst klarmachen.
Wäre dir am Ende eines langen Drehtages manchmal ein Bürojob lieber?
(lacht) Nein!
Mehr über Emilia Schüle und ihre Filme "Gangs" und "Rock it!" lesen Sie in unseren Beiträgen
• "Piano oder große Liebe" und
• "Berlin hart und weich"
Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010
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