
Prämierte Wurst aus Neukölln: Marcus Benser.
In unserem Video-Blog ist Moderatorin Nora dem Geheimnis der beliebten Schaummäuse von Aseli auf der Spur: Sehen Sie, wie sie entstehen und was Nora von Firmenchef Michael Seliger sonst noch erfuhr.

Massenweise Mäuse: Manufaktur "Aseli".
Die Hand macht's
Aus diesen Manufakturen kommt
beste Berliner Handarbeit

Händchen fürs Filigrane: Berliner Zinnfiguren.

Wespentaille für 500 Euro: bei TO.mTO.
Kleine Berliner Manufakturen stellen Bekanntes, Bewährtes und Überraschendes her. Ob Uhren, Korsetts oder Blutwurst: Hier findet jeder die passende Handarbeit.
Auf den ersten Blick haben Blutwurst, Korsetts und Zinnfiguren wohl genauso wenig gemeinsam wie Schaummäuse, Porzellangefäße und Armbanduhren. Und doch gibt es etwas, das diese Produkte miteinander verbindet: Sie alle werden in Berlin in kleinen Manufakturen und somit in Handarbeit hergestellt.
Bewährtes Rezept vom Großvater
Eine der ältesten Berliner Manufakturen, die noch in Betrieb sind, dürfte die Blutwurstmanufaktur am Karl-Marx-Platz in Neukölln sein. Schon beim Bau des Hauses Ende des 19. Jahrhunderts wurde im Erdgeschoss eine Metzgerei eingerichtet. Rund 100 Jahre später, 1997, hat Marcus Benser den Betrieb übernommen und stellt seitdem über 60 Wurstarten her, darunter seine mehrfach prämierte Blutwurst. "Wir bereiten die Blutwurst nach einem Rezept meines Großvaters zu und verwenden nur frische Zutaten wie Speck, Zwiebeln, Blut und Majoran aus Thüringen", sagt der Metzgermeister. Kein Wunder, dass sich für diese Blutwürste selbst Spandauer auf den Weg nach Neukölln machen.
Ebenfalls nach streng gehüteten Familienrezepten arbeiten die Mitarbeiter von Aseli: In Kupferkesseln kochen sie eine Schaummasse, aus der wenig später weiße Mäuse oder Waldmeisterkrokodile werden. "Es braucht viel Gespür für die richtige Konsistenz der Masse und den richtigen Moment, in dem sie in die Formen gegossen werden kann", sagt Michael Seliger, der den Betrieb in dritter Generation führt. Zu Wochenmärkten fahren die "Aselis" mit ihrem alten blau-weißen VW-Bus. Viele Berliner freuen sich, dass sie die Schaummäuse aus ihrer Kindheit wieder auf zahlreichen Märkten und in Süßwarengeschäften kaufen können.
Für Liebhaber von Miniaturen: Das Zinnfiguren-Kabinett
Ganz andere Kindheitserinnerungen werden in der Charlottenburger Knesebeckstraße wach: Das Kabinett der Berliner Zinnfiguren ist ein Traum für Liebhaber von Miniaturen. "Alle Figuren stammen aus eigener Produktion. Jede einzelne wird per Handabguss in feinster Legierung hergestellt", sagt Hans-Günther Scholtz, der die Zinngießerei vor rund 35 Jahren von seinem Vater übernommen hat. Bei der Bemalung der Figuren sei die historische Genauigkeit sehr wichtig, jeder Knopf und jedes Abzeichen müssen stimmen. "Bei aller Tradition gehen wir doch mit der Zeit und vertreiben die Figuren auch über das Internet", sagt Hans-Günther Scholtz.
Wespentaille für 200 bis 500 Euro
Wer sich ein Korsett zulegen möchte, sollte mindestens einmal in dem kleinen Laden in der Torstraße in Mitte vorbeischauen, um Tonia Merz Maß nehmen zu lassen oder um eines der vorrätigen 150 Korsetts anzuprobieren. Die Mitarbeiterinnen von TO.mTO fertigen Korsetts aber auch nach individuellen Wünschen. "Manche meiner Kunden brauchen ein Korsett für ein rückenfreies Abendkleid, andere suchen ein modisches Accessoire oder ein Show-Outfit", erklärt die Modedesignerin. "Die meisten staunen über die Wespentaille, die ihnen das Korsett zaubert", sagt Tonia Merz. Das sei ihnen die 200 bis 500 Euro, die ein Korsett kostet, allemal wert.
Noch etwas mehr müssen die Liebhaber hochwertiger mechanischer Armbanduhren hinlegen, wenn sie eine ASKANIA-Uhr erwerben möchten. 2006 haben der Diplom-Ingenieur Marcus Maier und der Industriekaufmann Leonhard R. Müller die Berliner Traditionsmarke wieder aufleben lassen. Seitdem stellen Uhrmacher in einer kleinen Manufaktur in der Friedenauer Roennebergstraße die hochwertigen Uhren in Handarbeit her. Verkauft werden die Klassiker beispielsweise im ASKANIA-Shop in den Hackeschen Höfen.
Blick für edles Design
Am Rande der Stadt – in Schönerlinde – liegt die Werkstatt von Frank Ludwig, in der er Porzellangefäße fertigt. "Im Gegensatz zur industriellen Produktion, die sich nur bei großen Mengen lohnt, kann ich in hoher Qualität auch kleine Serien und Einzelstücke herstellen", so der Diplom-Keramikdesigner. Mit Blick für klares, edles Design und Funktionalität stellt er nach eigenen Entwürfen Tassen, Schalen, Kannen und Vasen her. Einer seiner Klassiker ist "Caffè Latte" – ein Kaffeebecher mit einem kreisrunden Henkel, ganz in Weiß oder mit einem minimalistischen Blumendekor.
Kontakt zum
Autor:
Anja Köhler
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Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010
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