
Keine Angst vor 17.000 Kilometern Strecke und afrikanischer Wildnis: John Lovejoy (2. von links) und seine Truppe vor dem Trek-Start am Berliner citystay Hostel.
WM-Spezial
Viel mehr Infos und Wissenswertes zur Fußball-WM finden Sie in unserem Spezial: "Das Runde muss ins Eckige" – von Public Viewing in Berlin über afrikanische Restaurants bis hin zum Fußball-ABC .

Für die Aktion wurden drei Gebrauchtwagen "aufbereitet".

Auf dem Weg nach Kapstadt müssen die Abenteurer 16 Länder durchqueren.
Gerade noch Berlin, spätestens am 7. Juli schon Südafrika: Sechs junge Abenteurer sind von der Spree aus in drei wenig vertrauenserweckenden Gebrauchtwagen zum "World Cup Trek" aufgebrochen. Ihr Ziel: das WM-Halbfinale in Kapstadt. Doch dazwischen liegen insgesamt 16 Länder und 17.000 Kilometer, und angesichts dieser Bedingungen bleibt den Teilnehmern wenig Zeit. Ganz nebenbei wollen sie das wahre Gesicht Afrikas ins Blickfeld rücken und Spenden für Kinderhilfsorganisationen sammeln.
John Lovejoy hasst Alltagsroutine und Bürojobs von nine to five. Der TV-Produzent pendelt ständig zwischen Washington, Las Vegas und Kambodscha und liebt das Abenteuer. Mit einem Trabbi ist der 30-jährige Amerikaner bereits um die halbe Welt gefahren, und bis heute hält er damit den Weltrekord für die längste Fahrt in einem Zweitakt-Fahrzeug.
Kampf gegen Zeit und Wildnis
Jetzt setzt der sympathische Dreitagebartträger eine neue irrwitzige Idee in die Tat um: Mit seinem Bruder Sam, seinem alten Schulfreund Tony und drei anderen Freunden ist er aufgebrochen, um den waghalsigen World Cup Trek zu bestreiten - und dabei auch noch Gutes zu tun: In nur sieben Wochen wollen die sechs Rallyefahrer – darunter zwei Frauen - in drei Autos 17.000 Kilometer durch 16 Länder bis nach Südafrika zurücklegen, um rechtzeitig am 7. Juli das Weltmeisterschafts-Halbfinale in Kapstadt zu erreichen.
Ihren ultimativen Kampf gegen die Zeit, die afrikanische Wildnis und andere unvorhersehbare Elemente starteten John Lovejoy und seine Mitstreiter im Mai in Berlin-Mitte. Aus eigener Tasche kauften sie drei Gebrauchtwagen für je rund 500 Euro und verwandelten das Berliner citystay Hostel von Frank Hinrichs kurzum in eine Autowerkstatt. Denn der Hostel-Inhaber war von der Idee so begeistert, dass er den World Cup Trek-Fahrern großzügig Haus und Hof zur Verfügung stellte.
Kamerateam hält alles fest
Für den Härtetest der mutigen Abenteurer mussten unter anderem die Bodenplatten der Fahrzeuge verstärkt und Spezialkonstruktionen für Reserveräder auf den Dächern befestigt werden. Zudem gaben Graffitisprayer den Karossen das passende Erscheinungsbild für den Safari-Trip über die Kontinente. Ein Begleitfahrzeug mit Kameraausrüstung wird während der gesamten Tour dabei sein und die Fahrt professionell filmen. Ähnlich wie bei bekannten Reality-Formaten wie "Big Brother" im Fernsehen werden dabei die Kameradschaft der Teammitglieder untereinander, die Fahraction und vor allem die großartige Natur festgehalten.
"Wir sind gut vorbereitet", erklärte Initiator John Lovejoy vor der Abreise: "Wir haben genug Benzin, unsere Kreditkarten und ausreichend Ehrgeiz." Vor hohen Temperaturen, wilden Tieren oder gar Rebellen hat er keine Angst: "Das größte Problem ist der Zustand der Straßen. Eine weitere Herausforderung auf der Strecke ist, das Visum für Angola zu bekommen. Dabei könnten wir viel Zeit verlieren."
Auf dem Laufenden im Trek-Blog
Wird die Truppe es trotzdem schaffen? Durch ihren Blog unter www.worldcuptrek.com kann jeder die Route der sechs Abenteurer verfolgen - und obendrein die gute Sache dahinter unterstützen: Lovejoy und seine Freunde sammeln Spenden für verschiedene Kinderhilfsorganisationen in Südafrika.
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Autor:
Julia Leiditz
Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010
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Fotos:
colourbox.com