Stadt & Szene

Das Disco-Dinner-Duo

Bild vergrößernFelix Party

Spätestens um 23 Uhr wandelt sich das "Felix" zur Disco.

Bild vergrößernFelix Lounge

Bei einem Cocktail in der Lounge sackt das Menü.

Gemischtes Doppel


Die angesagtesten Clubrestaurants der Stadt im

Überblick


Felix
Behrenstraße 72 (Mitte)
www.felix-clubrestaurant.de
Öffnungszeiten: Restaurant Mo 19-22.30 Uhr, Do-Sa 19-22.30 Uhr; Club Mo ab 22 Uhr, Do ab 21 Uhr, Fr und Sa ab 23 Uhr

Spindler & Klatt
Köpenicker Straße 16 (Kreuzberg)
www.spindlerklatt.com
(Winter-)Öffnungszeiten: Do-Sa Dinner ab 20 Uhr; Fr, Sa Clubbing ab 23 Uhr

Cookies
Friedrichstraße / Ecke Unter den Linden (Mitte)
www.cookies.ch
Öffnungszeiten: Di und Do 23-6 Uhr sowie Special Events

Cookies Cream
Behrenstraße (zwischen Westin Grand Hotel und Komischer Oper)
www.cookiescream.com
Öffnungszeiten: Di bis Sa 19 Uhr bis open end

The Home
Kurfürstendamm 64/65 (Wilmersdorf)
www.the-home-berlin.de

Bild vergrößernCookies Leute

Das "Cookies" verbirgt sich im Hinterhof des Westin Grand Hotels.

Bild vergrößernSpindler 1

Auch bei Promis beliebt: das "Spindler & Klatt" am Spreeufer.

Bild vergrößernSpindler 5

Speisen und feiern in alter Industriearchitektur.

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Und wenn es auf der Tanzfläche zu voll wird, lockt die Terrasse.

Clubrestaurants bieten zwei in einem: Erst tafeln, dann tanzen. Wo vorhin noch Tische standen, dreht sich plötzlich die Discokugel. So entfällt der lästige Location-Wechsel. Szenegänger haben die Auswahl zwischen noblem Ambiente im Adlon-Gebäude oder Undergroundflair in alten Lagerhallen.

Wo eben noch festlich gedeckte Tische standen, tauchen Lichtsäulen den Dancefloor in tiefes Blau oder dunkles Rot. Das "Felix" ist wohl Berlins nobelstes Clubrestaurant. Seit fünf Jahren zieht das Restaurant auf der Rückseite des Adlon-Hotels Feinschmecker an, die die internationale Küche schätzen: T-Bone-Steak mit roten Zwiebeln, Jakobsmuscheln mit Zuckerschoten, Saibling mit Estragonöl oder gebackene Trüffel-Kartoffeln.

"Metropolitan Food" nennt Tim Raue, Sternekoch und kulinarischer Direktor der Adlon Holding, seine Kreationen. Bis spätestens 23 Uhr sollten die Gäste ihre Himbeeren in Champagner-Gelee allerdings verputzt haben.

Elektro-Grooves leiten den zweiten Teil des Abends ein

Denn dann wandelt sich das Restaurant zur Disco. Während die Besucher an der Bar eine Treppe höher das Menü bei einem Cocktail sacken lassen können, signalisieren erste Elektro-Grooves, dass nun der zweite Teil der Nacht beginnt. Sorge, dass der edle Zwirn fürs schicke Dinner nun nicht mehr die richtige Optik ist, muss kein Gast haben. Der Dresscode von "smart-casual" bis "stylish-elegant" gilt auch für den Club. Das wissen die meisten, die zum Tanzen ins Felix kommen. Und wenn mal ein Künstler mit exaltiertem Geschmack an die Tür klopft, wird bei der Einlasskontrolle ein Auge zugedrückt.

In einer alten Lagerhalle am Spreeufer präsentiert sich hingegen das "Spindler & Klatt". Moritz Bleibtreu schaut regelmäßig vorbei, Tom Cruise feierte dort den Abschluss seiner Dreharbeiten zu "Valkyrie". Dabei wird der Unkundige kaum vermuten, dass sich hinter den Türen der alten Halle eine angesagte Adresse verbirgt.

Auf Lounge-Betten liegend dinieren

Der Club von Frankie Spindler und Jesko Klatt hat sich in einem ehemaligen Kornspeicher angesiedelt, auf dem Gelände der einstigen Heeresbäckerei. Das Restaurant – 400 Quadratmeter groß, die Decken zehn Meter hoch – ist "bigsize", vermittelt aber trotz kalten Stahls warmes Ambiente.

Das liegt nicht nur an den hellen Stoffbahnen, die von den Wänden hängen. Sondern vornehmlich daran, dass das gebackene Tempura-Sashimi vom Thunfisch oder die geschmorte Lammhüfte mit Koriander-Gnocchi je nach Laune sitzend oder liegend genossen werden können. Auf Lounge-Betten – ein wahrhaft mondänes Dinner-Erlebnis.

Bunte Mischung aus Studenten, Professoren und Angestellten

Doch ein allzu langes Herumfläzen auf den Kissen nach den pan-asiatischen kulinarischen Genüssen könnte schläfrig machen, denn schon bald folgt das Clubbing. Die Glühbirnen-Wände hinterm DJ-Pult erinnern an alte Disco-Zeiten. Elektro und House bilden den Kontrast zu dem mit mannshohen goldenen Buddhas und chinesischen Elementen gestylten Clubraum. Der Dresscode ist entspannt, die Klientel eine bunte Mischung aus Studenten und Professoren, Angestellten und ausgeflippten Künstlern.

Wird’s auf der Tanzfläche zu voll, bietet sich als Zufluchtsort die Terrasse mit herrlichem Blick über die Spree. Genau der richtige Ort zum Chillen. Im Winter muss nicht gefroren werden. Mit Plastikscheiben und durchsichtigen Planetentrichtern haben die Macher des Clubs – im Wissen um die exklusive Wasserlage der Location – die Terrasse in einen beheizbaren Wintergarten verwandelt.

Vorbei an Mülltonnen und durch Hinterhöfe

Ebenso wie "Spindler & Klatt" spielt auch das "Cookies Cream" – das Restaurant zum Szeneclub "Cookies" – mit dem Charme alter Industrie-Architektur. Der Fußboden aus kaltem Beton, die Wände teils aus rohem Backstein sind ein heftiger Gegensatz zu den roten Polstersofas, den festlich gedeckten Tischen und den üppigen Blumen-Arrangements. Im Hintergrund befindet sich die offene Showküche, in der der ambitionierte junge Küchenchef Stephan Hentschel den Kochlöffel schwingt. Er will beweisen, dass vegetarische Küche mehr zu bieten hat als die ewig gleich schmeckenden Tofugerichte.

Wer im "Cookies Cream" Platz nimmt, hat sich das Menü unter Umständen schon sauer verdient – indem er suchend auf der Friedrichstraße hin und her geirrt ist. Denn eine Weg weisende Leuchtreklame oder auch nur ein kleines Hinweisschild sucht man vergebens. Gäste müssen ihr Ziel genau kennen, das sich hinter einer unscheinbaren Tür im grauen Hinterhof des "Westin Grand Hotels" vorbei an Mülltonnen und geparkten Autos befindet.

Spiel mit dem Geheimnisvollen

Doch dieses Spiel mit dem Geheimnisvollen kultiviert Partymacher und Chef Heinz Gindullis, besser bekannt als "Cookie", ganz bewusst. Der Club "Cookies", direkt unter dem Clubrestaurant "Cookies Cream" ansässig, ist seit 1994 fester Bestandteil im Berliner Partykalender.

Angefangen hat die Geschichte mit der "Dienstagbar". In einem leer stehenden Keller seines damaligen Wohnhauses in Mitte servierte Cookie Drinks für Freunde und Familie. Aus den kleinen Keller-Partys entwickelte sich ein international bekannter Treffpunkt. Auf zwei Dancefloors – über Korridore miteinander verbunden – werden elektronischer Sound wie Minimal oder House sowie verschiedene experimentelle Musikstile gespielt. Genau der Sound, den die Berliner Partycrowd zu schätzen weiß.

Seit einigen Wochen ist die Berliner Clubrestaurant-Szene um eine weitere Adresse reicher. In Reminiszenz an alte West-Berliner Tage hat das "The Home" am Ku'damm seine Türen geöffnet. Wo einst das Kino "Hollywood" zu Filmgenüssen einlud, lässt sich jetzt ein pfeffriges Steak oder eine Kürbissuppe mit Blick auf die Geschäftsmeile genießen. Auch hier gilt: Erst tafeln, dann tanzen. Ab 23 Uhr schwingen Discokugel und Leiber im Rhythmus der Nacht.

Kontakt zum Autor: Katrin Starke


Zahlreiche weitere Club-Tipps finden Sie auch in unserem ClubGuide – geordnet nach Bezirken.


Zuletzt aktualisiert: 01.02.2010 · Fotos: Felix (3), Cookies, Spindler (3)