Stadt & Szene

Titel Winterstadt2 692

Winter im Video-Blog


Der Winter ist auch Hauptdarsteller im V-Blog mit Nora und Ingmar. Das Duo liefert sich ein spannendes Schlittenrennen auf dem Kreuzberg, und der "plüschige Ingmar" will seine Muskeln schonen. Hier geht's zum Video.

Bild vergrößernWinterstadt 5069

"Hooping" ist ein Tanz mit Hola-Hoop-Reifen, der auch im Winter hitziges Vergnügen bedeutet.

Rauf aufs Eis


Die besten Adressen für sportlichen

Winterspaß in Berlin


Erika-Heß-Eisstadion
Müllerstraße 185 (Wedding)
Tel.: 469 079 55
U-Bahn: U 6 Reinickendorfer Straße
Eintritt: 3,30 Euro für Erwachsene, 1,60 Euro für Kinder. Schlittschuhe ausleihen kostet 3–4 Euro pro Stunde. Eigene Kufen können vor Ort geschliffen werden (4–6 Euro).

Hula-Hoop Hoopla!Berlin
Rachel Catton und Balazs Ari
Tel.: 0174 – 477 83 79
Jeden Tag finden Kurse in Prenzlauer Berg und Mitte statt: www.hooplaberlin.com
Die Reifen werden bei den Trainern ausgeliehen oder verkauft.

Schlittenvermietung
fahrradstation GmbH
Leipziger Straße 56 (Mitte)
Tel. 93 95 64 90
info@fahrradstation.de
Schlitten fahren und Gutes tun: Von jedem vermieteten Schlitten werden pro Tag 2 Euro für ein Sprachprojekt für sozial benachteiligte Kinder gespendet.

Eisstockschießen
Möglich bei sechs verschiedenen Vereinen in Berlin, u.a. beim Berliner Eisstock-Club (Eisstadion Wedding, siehe oben) oder bei der
Eisbahn Lankwitz, Leonorenstraße 37
www.eisbahn-lankwitz.de
Tel. 77 32 89 05

Berliner Seehunde
Freibad am Orankesee in Alt-Hohenschönhausen
Anfahrt mit der BVG: Linie M 4, 27, ehemals 13. Haltestelle "Stadion Buschallee", von dort 5 Minuten zu Fuß: Augustastraße/Gertrudstraße)
www.berliner-seehunde.de

Indoor BeachCenter Berlin
Königshorster Straße 11–13 (Reinickendorf)
Tel. 41 40 88 88
info@beachberlin.de
Täglich geöffnet von 10 bis 24 Uhr. Eine Stunde auf einem Court kostet unter der Woche 12 Euro, am Wochenende 16 Euro. Mit der BVG: U 8 Endstation Wittenau.

Bild vergrößernWinterstadt 6745b

Mit dem Reifen oder Schlitten den Abhang runter sausen – immer noch das schönste sportliche Schneevergnügen.

Bild vergrößernWinterstadt 5568a

Schlitten gibt's in Berlin reichlich, auch zum Mieten.


Bild vergrößernWinterstadt 6098a

Hätten Sie's gedacht: Dieses Foto wurde mitten im Winter aufgenommen, und zwar im Indoor-BeachCenter in Reinickendorf.

Bild vergrößernWinterstadt 5759

Doch auch draußen macht Sport im Winter Spaß, zum Beispiel auf der Eisbahn.

Lesen Sie auch weitere Artikel

über Winterspaß und Sport:

Im Winter verschwindet die Stadt unter einer grauen Kälteglocke. Kein Grund zu maulen und ein halbes Jahr in depressive Winterstarre zu verfallen. Ob Hula-Hoop, Eisstockschießen oder Winterbaden: BerlinerAkzente verrät die besten Sportarten im Winter – für Winterfans und Kältemuffel.

HULA-HOOP: Kunstvoll 800 Kalorien verbrennen

Zwei Diskokugeln hängen an der Decke des steinernen Kellergewölbes in Prenzlauer Berg. Der Boden ist aus grauem Beton, an den Wänden hängen rote Stoffbahnen. Sieben Hüften kreisen zu elektronischer Musik. Mal wandern die Reifen den Körper hoch bis zum Hals, schwingen über die Schulter und landen auf dem rechten Fuß.

Dieses Hula-Hoop ist kunstvoller als das, was wir als Kinder in der Garage geübt haben. Und die Reifen sind etwas dicker. "Lift your legs" (Hebt eure Beine), ruft Kursleiter Balazs Ari den Teilnehmerinnen zu. Zusammen mit der Britin Rachel Catton gibt der Kanadier seit drei Jahren Hula-Hoop-Kurse in Prenzlauer Berg und Mitte.

Der sportliche Tanz bereitet enorm viel Spaß

Dass die Kurse auf Englisch gehalten werden, macht den Teilnehmerinnen nichts aus. Die "Hooping-Bewegung" kommt schließlich aus Amerika. Seit Anfang der neunziger Jahre lassen Erwachsene in Kalifornien wieder den Reifen kreisen. "Hooping ist jetzt auch in Berlin Trendsportart, eine Art sportlicher Tanz, der Spaß macht", erklären Balazs und Rachel.

Dass die Kursteilnehmer 800 Kalorien in einer Stunde verbrennen – deutlich mehr als bei einer Stunde Joggen – ist ein netter Nebeneffekt. "Ich habe als Kind schon gern Hula-Hoop gemacht", sagt die 27-jährige Katrin aus Weißensee. "Du setzt dabei unheimlich viele Glückshormone frei, weil du eine gute Körperkontrolle bekommst und eigentlich mit dem Reifen tanzt."

SCHLITTENFAHREN: Teufelsberg und Knochenbahn

Egal, wen wir in Berlin gefragt haben, jeder konnte eine Hand voll Rodelstrecken aufzählen. Berlin wird im Winter zur Pistenhauptstadt. Wo ein Berg ist, findet sich immer ein Weg hinunter, zum Beispiel vom Teufelsberg im Grunewald (knapp 115 Meter), vom Kreuzberg im Viktoriapark, vom Kleinen und Großen Bunkerberg (48 bzw. 78 Meter) oder von der berüchtigten "Knochenbahn" im Volkspark Friedrichshain. Die heißt so, weil sie besonders steil hinabgeht.

"Die Sprünge in der Bahn sind am beliebtesten", sagt Gunnar aus Prenzlauer Berg. Der 37-Jährige ist schon mal Weihnachten nachts um drei Uhr mit Freunden auf Schlitten die "Knochenbahn" hinunter gerast. Die Schlitten wurden danach nur noch als Brennholz benutzt.

Schicke rote Schlitten oder doch der Skibob?

Die Schnelligkeit hängt immer vom Schlitten ab. Die Berliner Fahrradstation vermietet inzwischen 50 verschiedene Modelle: Für Familienausflüge eignet sich am besten der klassische Kufenschlitten.

Für kleine Rennen zum Beispiel auf dem Kreuzberg nimmt man lieber einen roten Schweizer Schlitten aus dem Hause EKO® SWISS MADE, ein windschnittiges Gefährt aus Plastik, oder gleich den Skibob mit Sitzbank und Lenkrad – für Kenner angeblich die Harley unter den Schlitten.

EISSTOCKSCHIESSEN: Kraft gepaart mit Geschicklichkeit

Schon mal Curling im Fernsehen gesehen? Das ist der Sport, bei dem ein Team auf dem Eis steht und seinem Curlingstein den Weg nach vorne glattschrubbt. Eisstockschießen ist so ähnlich – eine alte Traditionssportart aus Skandinavien, Holland und dem Alpenraum, wo im Winter Seen und Flüsse zufrieren.

Der Eisstock wurde früher aus Holz geschnitzt, heute jedoch sieht er aus wie eine flache Halbkugel mit Griff. Den rund fünf Kilo schweren Eisstock werfen die Wintersportler über die Eisbahn in Richtung eines beweglichen kreisrunden Hartgummi-Pucks, Daube genannt. "Dazu gehört ein bisschen Kraft und Geschicklichkeit", sagt Günter Marschall (81) vom Berliner Eisstock-Club, einem von sechs Vereinen in Berlin.

Spezialschuhe verhindern kalte Füße

Seit 40 Jahren steht Günter Marschall auf dem Eis. Das Team oder die Person, deren Eisstock der Daube am nächsten kommt, bekommt die meisten Punkte. Ein Spiel dauert 30 Minuten, Turniere bis zu sechs Stunden.

Gespielt wird ganzjährig im Eisstadion in Wedding. "Man sollte sich vernünftig anziehen und bereit sein, auch mal zu frieren", sagt Marschall. Spezialschuhe verhindern kalte Füße. Im "harten" Winter unternimmt die Gruppe Ausflüge aufs echte Eis.

WINTERBADEN: Nix für Warmduscher

Ja, im Winter können Unerschrockene und Abgehärtete auch draußen schwimmen gehen – beim Winterbaden, Eisbaden oder Winterschwimmen. Zum Beispiel sonntags um 10 Uhr im Freibad Orankesee. Dort treffen sich zwischen September und April die Berliner Seehunde, ein Sportverein mit mehr als 60 Mitgliedern. Das älteste ist 79 Jahre, das jüngste zehn Jahre alt.

Warum tut man sich diesen Temperaturschock an? Woche für Woche sinken die Wassertemperaturen im Winter von 17 Grad auf ein halbes Grad und steigen dann wieder. Ganz einfach: "Es stärkt das Immunsystem und härtet ab", sagt Christel Barth, langjährige "Eisbaderin". Am zweiten Wochenende im Januar steigt die Gruppe mit Kostümen ins Wasser. Der Coolness-Faktor ist kaum zu überbieten: Wer sich als "Eisbader" outet, lässt andere vor Respekt kalt erschaudern.

INDOOR-BEACHVOLLEYBALL: Südseefeeling bei Minusgraden

Wer die Tür zur Halle öffnet, sieht Sand, Wellen und Palmen vor sich. Der feine, weiße Sand ist real. Die Temperatur auch. Nur Palmen und Südsee-Feeling sind auf die Hallenwände gemalt. Auf fünf Feldern stehen Volleyballnetze, auf dem sechsten kann Fußball mit Mini-Toren gespielt werden.

Ein- bis zweimal in der Woche kommt Mina (21) mit ihren Freunden Ansgar, Janko, Niko und Enrique hierher. Kurze Hose, knappes Oberteil, nackter Oberkörper. "Wenn draußen Schnee liegt, spielen wir hier halbnackt im Sand", sagt der 35-jährige Ansgar. "Ein perfekter Ausgleich zum Büro", findet Janko (28). Wem nach zwei Stunden noch nicht warm ist, der kann in die halleneigene Sauna gehen. Wärmer geht’s selbst im kältesten Winter nicht.

EISLAUFEN: Kaltes Kitzeln auf der Haut

Manche haben noch ein altes Paar im Keller stehen – wer keine Schlittschuhe besitzt, leiht sich einfach welche. Dicke Socken, Handschuhe und Knieschoner (für Ängstliche oder Schnellfahrer) sind Pflicht. Dann raus aufs Eis! Am besten auf einen See – oder wenn die Gewässer einfach nicht frieren wollen – zum Erika-Heß-Eisstadion in Wedding.

Dort gibt es eine Außenbahn, auf der kälteresistente Läufer herrlich ihre Runden ziehen können. Ungeübte Fahrer werden einfach in die Mitte genommen, wie die achtjährige Ceren, untergehakt von ihrer Mutter Fatma (39) und ihrer Schwester Dilan (13). Was die drei besonders mögen: die frische Luft.

Nach einer Runde pulsiert das Gesicht, die Luft kitzelt erfrischend auf der Haut. "Irgendwann schweben wir übers Eis. Es ist ein freies Gefühl, als ob ich tanzen würde", sagt Diana Colditz, die regelmäßig aus Reinickendorf mit ihrem Mann Manfred und Tochter Cheyenne zur Eisbahn kommt. "Das ist der perfekte Ausgleich. Im Sommer sind wir im Garten, im Winter auf dem Eis." Alle drei sind sich einig: Schlittschuh laufen macht sorgenfrei.

Kontakt zum Autor: Wiebke Nieland


Zuletzt aktualisiert: 15.02.2010 · Fotos: Sarah Eick (6)