
Der zwölfjährige Jonas Hämmerle aus Berlin ist "Wickie".
Den Trailer zu Michael Bully Herbigs neuem Kinofilm "Wickie und die starken Männer" sehen Sie hier.

Kultige Truppe: die Wikinger aus dem Dorf Flake mit ihrem Chef Halvar und Wickie.
Der Film
Wickie lebt mit seinen Eltern Ylva und Halvar, dem Dorfhäuptling, in einem kleinen Wikingerdorf namens Flake. Mit Halvar und dessen Schiffsmannschaft sticht Wickie in See und erlebt in fernen Ländern große Abenteuer.
Helles Köpchen
Zwar ist der Junge mit den roten Haaren von Natur aus eher ängstlich und nicht besonders stark, doch sein helles Köpfchen rettet die Erwachsenen immer wieder aus scheinbar ausweglosen Situationen. Wenn er sich die Nase reibt, erst unter der Spitze, dann an der Seite, weiß man: Wickie hat wieder eine Idee.
Eines Tages wird Wickies Dorf Flake von einer skrupellosen Horde wilder Fremder mit Angst einflößenden Drachenmasken überfallen. Die allergrößten und liebsten Schätze der Dorfbewohner werden geraubt: ihre Kinder. Alle, bis auf Wickie, der sich – Glück im Unglück – beim Drachenfliegen in einem Baumwipfel verheddert hatte.
Wickies Vater Halvar und die anderen Wikinger aus Flake hissen deshalb die Segel, um die Kinder zu befreien, und geraten so in ein großes, spannendes Abenteuer auf hoher See.
Mehr zum Film unter www.wickie.film.de

Am Set: Regisseur Bully (rechts) gibt Jonas und Filmvater Waldemar Kobus Anweisungen.
Jonas Hämmerle aus Berlin ist der neue Star im Kino: In Michael Bully Herbigs neuem Film "Wickie und die starken Männer", der unter anderem auf dem Walchensee in Oberbayern und auf Malta gedreht wurde, spielt der zwölfjährige Berliner die Hauptrolle, den cleveren Wickie.
In einem deutschlandweiten Casting setzte sich Jonas im vergangenen Jahr gegen mehr als 600 andere Jungen durch und ließ Regisseur Bully schwärmen: "Jonas passt perfekt zur Rolle. Er ist ein schlaues Kerlchen mit großem Talent und einer ganz eigenen, charakteristischen Stimme."
An das erste Treffen mit Jonas erinnert sich der Regisseur noch genau: "Als er den Castingraum betrat, war ich gerade abgelenkt und sah ihn nur aus dem Augenwinkel. Dann sagte er etwas, und in dem Moment hat es mich echt gerissen. Ich dachte: Wenn er jetzt noch spielen kann, dann isser’s."
Die Hoffnung wurde nicht enttäuscht. Jonas sei ein echter Glücksfall, sagt Bully: "Das Witzige ist, dass ausgerechnet er in seiner Familie der Einzige ist, der nicht so ambitioniert die Schauspielerei verfolgt. Seine Geschwister sind viel engagierter. Er ist einfach mal so zum Casting mitgekommen." Vielleicht sei das auch der Grund, warum er mit einer gesunden Portion Lockerheit und Spielfreude an die Sache rangehe: "Er hat Spaß. Das ist ein schlaues Kerlchen. Und er hat Humor."
In seiner Freizeit ist Jonas, der mit seinen Eltern und seinen drei älteren Geschwistern in Berlin lebt und die 6. Klasse einer deutsch-amerikanischen Schule besucht, ein begeisterter Sportler. Er spielt Tennis und tanzt in einer Jazz-Dance-Gruppe und hat auch lange Geräteturnen und Tae Kwon Do trainiert. Eine weitere Leidenschaft ist die Musik: Im Schulorchester spielt Jonas Cello, in einer Band bläst er Trompete.
Zum Film kam der Elfjährige durch seine Schwester. Sie hatte die Idee, sich bei einer Kinder-Castingagentur zu bewerben. Schnell bekam Jonas die Möglichkeit, im Werbespot eines Autoherstellers mitzuspielen. Es folgte die erste Hauptrolle im Familiendrama "Vater aus Liebe", und im vergangenen Jahr gab Jonas an der Seite von Oliver Korittke sein Kinodebüt – in dem Fantasyfilm "Das Morphus-Geheimnis".
Im Interview erzählt Jonas über die Dreharbeiten, seinen Filmvater und warum er Mädchen Steine an den Kopf wirft:
Jonas, was denkst Du, warum wurdest ausgerechnet Du für die Rolle des Wickie ausgewählt?
Bully sagt, dass ihn meine Stimme und meine Art sehr an den Wickie aus der Zeichentrickserie erinnern. Das wird wohl der Grund gewesen sein.
Wie hast Du erfahren, dass Du Wickie spielen sollst?
Die Castingagentur rief meine Mutter an. Da habe ich mich riesig gefreut. Aber nur einen Tag später kam ein zweiter Anruf. Es gab Probleme mit der Arbeitsgenehmigung, weil ich zu Beginn des Jahres bereits für den Kinofilm "Das Morphus-Geheimnis" viele Drehtage hatte. Zum Glück hat die Schule die Dreharbeiten unterstützt und einer weiteren Freistellung zugestimmt. Die Lösung war, dass ich bis zum Sommer 2009 keinen einzigen Drehtag mehr haben durfte. Außer in den Ferien. Ich war sehr erleichtert, dass ich doch noch Wickie spielen durfte.
Wie hast Du Dich auf die Rolle vorbereitet?
Ich habe mir die Zeichentrickserie angeschaut und das Drehbuch gelesen. Aber Bully hat von vornherein gesagt, dass ich mich möglichst wenig verstellen soll.
Wie war das Verhältnis zu Deinem Film-Vater Waldemar Korbus, der den Halvar spielt?
Wir haben uns sehr gut verstanden und sind gute Freunde geworden. Waldemar ist richtig cool. Am lustigsten fand ich die verrückten Lieder, die er mir beigebracht hat.
Dreharbeiten sind wegen langer Pausen oft ziemlich langweilig. Wie hast Du die Wartezeit ausgefüllt?
Oft mit Schularbeiten. Ich habe übers Internet die Aufgaben bekommen, die meine Klassenkameraden gerade in Berlin lösen mussten. Zwei Stunden allein zu lernen, ist aber viel langweiliger als acht Stunden in einer Klasse. Andererseits: Ich lerne gern. Ich will ja nicht doof sein. Und manchmal konnte ich in den Pausen ja auch lesen oder mit den Wikingern Karten spielen.
Was war Dein tollstes Erlebnis bei den Dreharbeiten?
Mir haben die Stuntszenen am meisten Spaß gemacht. Wenn ich in Zeitlupe mit Pfeil und Bogen über die Rehling springe, sieht das richtig cool aus. Witzig fand ich auch, als ich Ylvi einen Stein an den Kopf werfe.
Dabei ist Ylvi doch so verliebt in Wickie. Hast Du Dich auch privat in Deine Schauspielkollegin verknallt?
Nö. Nur im Film.
Hast Du im echten Leben eine Freundin?
Ich bin mit vielen Mädchen befreundet, aber eine beste Freundin habe ich nicht. Die meisten habe ich über den Sport kennen gelernt.
Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010
·
Fotos:
Constantin Film (6)