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Teenager ohne Geldsorgen: Max Kepler-Rozycki wechselt für 850.000 Dollar zu den Minnesota Twins in die USA.

Max im V-Blog


Was macht ein 16-Jähriger mit 850.000 Dollar? Moderatorin Nora hat es herausgefunden: Ein neuer V-Blog über große Jungs, ein Leben für den Baseball und die Angst vor Amerika.

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Amerika im Blick und den Baseball im Griff: Max träumt von einer Karriere in der MLB.

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Baseball in Berlin


Informationen über Baseball in Berlin gibt’s unter anderem hier:

• Baseball- und Softballverband Berlin/Brandenburg: www.bsvbb.de
• Baseball-Verein TuSLi Wizards: www.berlin-wizards.de
• SCC Berlin Challengers: www.berlin-challengers.de
• Baseballverein Berlin Sluggers: www.berlinsluggers.de
• TiB Rangers Berlin: www.tib-rangers.de

In Amerika der Volkssport Nummer eins, fristete Baseball in Deutschland eher das Schicksal einer Randsportart – bis Max Kepler-Rozycki seine Unterschrift unter ein Stück Papier setzte. Seit der 16-jährige Teenager aus Charlottenburg Anfang Juli einen Vertrag mit den Minnesota Twins geschlossen hat, ist der Rummel um den Nachwuchsspieler groß. 850.000 Dollar zahlen die Twins für Max – und machen den Schüler damit zum bisher teuersten Positionsspieler Europas.

"Mit so viel Geld habe ich nicht gerechnet. Aber darüber mache ich mir keine Gedanken", sagt Max. Muss er auch nicht. Diesen Job übernehmen seine Eltern und sein neuer Agent, Max soll sich ganz allein um den sportlichen Durchbruch kümmern. Und der wird schwer genug. Denn Max, bislang in Diensten der "Regensburg Legionäre", ist nicht nur des Alters wegen ein Grünschnabel: Bislang hat er noch nicht einmal zwei Spielzeiten in der Ersten Bundesliga absolviert.

Anfang Juli wurde der Vertrag bei den Minnesota Twins aus der Major League Baseball (MLB) unterschrieben, schon Mitte August ist Max in die USA gestartet. Zwar wird er dort ein perfektes sportliches Umfeld vorfinden, privat allerdings ist er auf sich alleine gestellt. Freunde und Familie sind jetzt mehrere tausend Kilometer entfernt. Daher begleitet ihn seine Mutter in den ersten Wochen, um ihn beim Einleben zu unterstützen. Immerhin, Englisch spricht Max fließend. "Er wird das packen, da bin ich ganz sicher", sagt Kathy Kepler: "Den Wechsel ins Internat nach Regensburg hat er auch gemeistert. Er muss sich eben eingewöhnen, neue Freunde und seinen Rhythmus finden."

"Wo andere schwitzen, da gleitet er"

"Dieser Wechsel ist ein Traum, ich habe hart dafür trainiert", sagt Max. Das hat er tatsächlich. In der Regel beginnen Jugendliche hierzulande im Alter von zwölf Jahren mit dem Baseballspiel. Max war sechs Jahre alt, als er auf der John-F.-Kennedy-Schule in Zehlendorf begann, wo Baseball zum Stundenplan gehört. Vier Jahre später wechselte er zu den Berlin Challengers, dann zu den Berlin Sluggers und 2008 ins Regensburger-Jugendinternat. Schwächen? Fehlanzeige. "Max ist ein Allrounder, er ist schnell und wirft sehr hart und präzise", sagt Trainer und Internatsleiter Martin Brunner. Seinen Altersgenossen sei er weit voraus: "Er ist zu gut für das, was wir hier machen. Wo andere schwitzen, da gleitet er", lobt der 34-jährige Trainer.

Startphase in Florida

Nun gleitet Max also in die MLB, die weltweit wichtigste Baseball-Liga. Aber warum bloß in das wenig schillernde Minnesota? Max hatte Angebote aus New York, Boston und Chicago, Zahlreiche Mannschaften hatten Interesse, sagt Mutter Kepler. "Aber die Twins haben am meisten geboten", sagt ihr Sohn, der sich zunächst in den Minor Leagues beweisen muss – in den Niederungen des amerikanischen Baseball, die in drei Klassen unterteilt sind. Max beginnt in der untersten, bei einem Nachwuchsteam der Twins. Der Vorteil: Statt Minnesota erlebt er dabei zunächst erst einmal Florida. Und es kann drei bis sechs Jahre dauern, ehe er bei den Großen in der MLB mitspielen darf. Wenn überhaupt, denn vor ihm hat das noch kein Deutscher geschafft. "Wenn es länger dauert, arbeite ich noch härter", gibt er sich kämpferisch: "Und wenn ich es nicht schaffe, gehe ich halt zurück nach Regensburg."

Hype wie bei Dirk Nowitzki

An ein Scheitern glaubt Michel Gomez-Krämer indes nicht. "Max kann es packen", sagt der Sportdirektor des Deutschen Baseball- und Softball-Verbands: "Es täte uns gut, wenn um ihn derselbe Hype wie damals um Dirk Nowitzki gemacht wird." Der Jungspund soll das "German Wunderkind" des Baseballs werden, das Zugpferd einer Randsportart, die von amerikanischen Soldaten in der Nachkriegszeit eingeführt wurde. Erst seit den 80er Jahren gibt es einen Liga-Betrieb, und im Vergleich zu den USA ist Deutschland mit seinen gerade einmal 26.000 Vereinsspielern ein Entwicklungsland.

"Max ist ein Perfektionist"

Das verheißungsvollste Talent ist Max, der zuletzt sogar unbeeindruckt von einem Bänderriss trainierte. "Um mich durchzusetzen, muss ich hart arbeiten, auch mit Gipsbein", betont er. Denn trotz seiner beachtlichen Statur von 1,95 Meter hat Max Nachholbedarf: In Regensburg wird Krafttraining nur im Winter verordnet, in den Staaten dagegen das ganze Jahr über. "In den USA bedeutet Baseball harte Arbeit, in Deutschland wird aus Leidenschaft gespielt", sagt Brunner. Max bringt beides mit – die Leidenschaft und die Bereitschaft, hart an sich zu arbeiten: "Er ist ein Perfektionist und hat sehr hohe Ansprüche an sich selbst", sagt seine Mutter, die wie ihr Mann Marek Rozycki professionell Ballett getanzt hat. Spätestens zu Weihnachten soll die gesamte Familie, zu der auch noch Max' Schwester gehört, mal wieder komplett beisammen sein: "Das ist schon fest geplant."

Kontakt zum Autor: André Tucic ()


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Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010 · Fotos: Gregor Eisenhuth