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Kick the Trick

Bilder zum Staunen


Neugierig, wie Tricking aussieht? In unserem V-Blog zeigen "Twisted Gravity" ihre besten Moves. Sehen Sie, wie die Jungs und Mädels der Schwerkraft trotzen.

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Training vor dem Dom: die Mitglieder von "Twisted Gravity". Mehr über Tricking erfahren Interessierte unter www.twistedgravity.de.

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Etwas Kampfsport, etwas Capoeira, etwas Turnen und Breakdance - das ist die "Tricking"-Mischung.

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Da kommen nicht nur Touristen ins Staunen.

Sie wirbeln durch die Lüfte, vollführen coole Moves und landen weich im Rasen: Was Touristen am Lustgarten in Mitte die Kinnlade runterklappen lässt und Erinnerungen an "Karate Kid"-Filme weckt, ist die neueste Sportart des Sommers: Tricking. Doch es geht um mehr als nur um die spektakuläre Bewegung. Es geht auch um das Gruppengefühl. Denn Tricking ist so neu, dass es nur einen Trainer gibt – die Gruppe.

Kampftrainer Mister Miyagi aus den "Karate-Kid-Filmen" wäre stolz. Denn die "Moves", die die Jungs vom Berliner Tricking-Team "Twisted Gravity" nachmittags im Lustgarten in Mitte vorführen, verschlagen Zuschauern die Sprache. Wer sie beobachtet, taucht ein in die spannende Welt der "Backflips", "Double legs" und "Butterfly Twists". Der brandneue Sport vereint die Kampfsportarten Kung Fu und Karate mit dem brasilianischen Kampftanz Capoeira, mit Turnen und Breakdance.

Coole Moves aus dem Internet

Die Mitglieder von "Twisted Gravity" kommen denn auch aus ganz unterschiedlichen Sportbereichen: Turnen, Karate, Kung Fu, Gymnastik. Doch so verschieden die sportlichen Hintergründe und Charaktere der Tricker auch sein mögen; fast alle verbindet das Medium, das sie zur neuen Funsportart geführt hat: das Internet. Es hat Tricking explosionsartig verbreitet. "Man sieht einen coolen Move im Internet und sagt ‚Hey’, das will ich auch’", sagt Kai, ein ehemaliger Kung-Fu-Schüler. Von da an sei es nur ein kurzer Weg, über verschiedene Tricking-Foren Gleichgesinnte zu treffen.

Ursprünge im Kampfsport

Ungefähr seit einem Jahr sind die Berliner dabei. Die Ursprünge des Trickings reichen in die Neunzigerjahre zurück. In Amerika bildeten sich zu der Zeit erste Freestyle- und Musikformen von "Martial Arts" (Kampfsport). Es entstand das "Martial Arts Tricking", besser gesagt "Extreme Martial Arts".

Als Basis diente den Sportlern damals immer ein Kampfsport. Heute können ambitionierte Freizeitsportler Tricking aber auch ohne Karate- oder Kung-Fu-Vorkenntnisse erlernen. "An Tricking gefällt mir, dass man es eben nicht im Kampf anwenden kann. Es dient nicht zur Selbstverteidigung. Der Spaß ist das Ziel", meint Erik, 19 Jahre alt.

Eine grüne Wiese, gute Freunde – und los geht's

"Zudem mag ich die Bescheidenheit der Sportart", sagt Erik weiter: "Wir brauchen kein Equipment, kaum Platz, und wir sind somit sehr flexibel. Alles, was ich benötige, ist eine schöne Wiese, und schon kann ich loslegen. Und Freunde, die mitmachen, sonst macht das Ganze natürlich nur halb so viel Spaß."

Und tatsächlich: Im Lustgarten glänzen die Sportler nicht nur mit spektakulären Bewegungen, sondern auch mit einer großen Kollegialität. "Wir inspirieren uns gegenseitig und messen uns aneinander. Das ist wichtig für die Motivation!", erklärt Fabian.

Für Tricking gibt's noch keine Kurse

"Wenn einer mal Schwierigkeiten mit einem Trick hat, geben wir gerne Tipps und helfen." Das ist umso wichtiger, weil sich für Tricking noch keine Kurse oder Trainer finden lassen. "Die Gruppe ist dein Trainer", sagt Fabian.

Diese fehlende Tradition wirkt sich positiv auf die Sportler aus. "Es vermittelt mir das Gefühl von Freiheit, da es ja keine festen Regeln gibt, die ich zum Beispiel bei anderen Sportarten befolgen muss", sagt Matthias. So kann jeder Tricker sein Training individuell aufbauen und nach seinen speziellen Vorlieben zusammenstellen.

Wochenlanges Training für einen Trick

"Beim Tricking wird kein äußerer Druck aufgebaut, der Druck kommt von innen", sagt Matthias. Was ihn motiviert? "Der eigene Anspruch." "Und der Moment, in dem dir ein Trick gelingt, für den du wochenlang trainiert hast", ergänzt Erik und strahlt. Das sei dann das Größte.

"Grundsätzlich kann jeder mitmachen, der Lust drauf hat", bestätigen alle. Und das Vorurteil, dass Kampfsport nichts für Frauen sei, entkräftet Marie, mit 16 Jahren das jüngste Mitglied von "Twisted Gravity", mit einem Lächeln: "Ich fühle mich hier pudelwohl, die Jungs sind klasse!" Doch gegen ein paar mehr Mädels, schiebt sie verschmitzt nach, hätte sie natürlich auch nichts einzuwenden.

Kontakt zum Autor: Daniela Gäbel


Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010 · Fotos: Minatha Condé (5)