Stadt & Szene

Sand Titel 692

Strandtest im V-Blog


Der Berliner Sand ist auch der Hauptdarsteller im V-Blog der BerlinerAkzente. Das Video sehen Sie hier.

Bild vergrößernBeach 61

Beachpark 61 in Kreuzberg: Die Großen spielen Beachvolleyball, die Kleinen buddeln im Sand.

Bild vergrößernBeach Mitte

Zahlreiche Beachvolleyball-Plätze sorgen in Berlin für Urlaubsfeeling.

Bild vergrößernOrankesee

Im Strandbad Orankesee in die kalten Fluten rutschen.

Sandkasten-Spiele:


BeachMitte
Caroline-Michaelis-Straße 8, Mitte, Tel. 0177/2 80 68 61, www.beachmitte.de, 12–16 Euro pro Stunde und Feld

Beachpark 61
Bülowstr. 68, Kreuzberg, 0177/2 32 24 61, www.beach61.de, 8–12 Euro pro Stunde und Feld

Weitere "Sandkästen"


Yaam
Stralauer Platz 35
Friedrichshain
www.Yaam.de

Strandgut
Mühlenstraße 61–63
Friedrichshain
www.strandgut-berlin.com

Flussbad Gartenstraße
Gartenstraße 46–48
Köpenick
Tel. 65 88 00 94
www.der-coepenicker.de

Strandbad Orankesee
Gertrudstraße 7
Lichtenberg
Tel. 9 86 40 32
www.strandbad-orankesee.de

Kiesgrube im Grunewald
Von der Teufelsseechaussee
Im Jagen 86
Charlottenburg


Bild vergrößernBeach 61

Eis, Sand, Sonne – was will das Kinderherz mehr?

Bild vergrößernWannsee

Dem Alltagsstress entfliehen, zum Beispiel am Wannsee.

Urlaub machen vor der Haustür: Im Strandkorb auf die Spree blicken, den Ball auf dem Beachvolleyball-Platz pritschen oder in den diversen Strandbars Cocktails schlürfen – im Berliner Sommer kommt an vielen Orten das Gefühl von Meeresnähe auf.

Carmen räkelt sich auf einem blauen Liegestuhl und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. Am Horizont sinkt die Sonne in die Silhouette Berlins. Ein leichter Geruch von gegrillten Bratwürsten und Burgern steigt in ihre Nase.

Doch davon lässt sie sich nicht ablenken. Sie beobachtet ganz genau das Spiel ihrer zukünftigen Gegner, die barfuß und leicht bekleidet den Beachvolleyball gekonnt über das Netz pritschen, baggern und schlagen. Vor vier Jahren hat die Kreuzbergerin diesen Sport als Ausgleich zu ihrem anstrengenden Job in einer Werbeagentur entdeckt.

"Wie Urlaub mitten in der Stadt"

Fast jeden Samstagvormittag kommt sie mit ihrem Spielpartner Simon zu den offenen Fun-Turnieren im Beach 61 und bleibt, bis die Fackeln entzündet werden und das Lagerfeuer in den Feuerschalen knistert. „Das ist wie Urlaub mitten in der Stadt“, sagt Carmen.

Mit mehreren hundert Lkw-Ladungen brandenburgischem Sand haben die Betreiber auf dem Niemandsland neben dem Gleisdreieck eine Oase mit 25 Beachvolleyball-Feldern entstehen lassen. „Die richtige Beschaffenheit des Sandes ist eine kleine Wissenschaft“, sagt Geschäftsführer Jens Milte.

Eigens gesiebter Sand aus Brandenburg

„Er muss speziell gesiebt werden und aus runden Körnern bestehen, so dass er nicht klebt. Sandburgen lassen sich damit nicht bauen.“ Nicht alle kommen wegen des Sandes, manche wollen einfach nur ihr Feierabendbier in den selbstgebauten, aber gemütlichen Bierkastensesseln bei chilliger Musik genießen.

Auch die ca. 10.000 Tonnen Sand, auf dem die 60 Felder von BeachMitte entlang der ehemaligen Mauer hinter dem Nordbahnhof angelegt sind, stammen aus der Mark Brandenburg. Was 1997 mit Sand aus Schubkarren auf einer freien Fläche und Getränken aus Einkaufswagen begann, hat sich zu einer 20.000 Quadratmeter großen Anlage mit gefliesten Duschen, Sonnendeck und Bistro gemausert.

Akademiker trifft Teenie beim Beachvolleyball

Trotzdem sind die Preise mit 12 bis 16 Euro pro Stunde und Feld einigermaßen moderat geblieben. „In unseren Kursen treffen Teenies auf 60-Jährige, Verkäufer auf Akademikerinnen und Regierungsbeamte auf Selbstständige. Beim Beachvolleyball spielen Alter oder Position keine Rolle, stattdessen Ballgefühl und Teamgeist“, erzählt Peer-Ole Mielenz. Er trainiert seit 2001 Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Bei den regelmäßig stattfindenden Turnieren können die Besten Punkte für die deutsche Rangliste erspielen und Preisgelder gewinnen.

Auch im Yaam finden Turniere im Sand statt, hier geht es allerdings meist nur um den Spaß an der Sache, zum Beispiel beim Beachsoccer. Zu den im Internet angekündigten Terminen kann sich jeder anmelden. Die Mannschaften werden dann vor Beginn zusammengestellt. Wer gerade nicht spielt, kann sich karibische, kreolische oder afrikanische Salate und Suppen oder Gegrilltes schmecken lassen, an der Escobar an einem leckeren Fruchtsaft nippen und im Takt der Reggae-Vibes mitwippen oder von einem Strandkorb aus den Schiffen auf der Spree hinterher winken.

Multikulturelle Oase für Kinder

Im Yaam treffen sich sonntags bis zu 1.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Hautfarben, denn dann ist großer Markt angesagt. In der "Kidzcorner" können die Kleinsten sich schminken (lassen), plantschen, trommeln oder mit den Betreuern im Sand tollen. Wer kann, der sollte sich diese Saison unbedingt noch einmal in diese multikulturelle Oase verirren. Noch ist nämlich unklar, wie lange sie hier erhalten bleiben wird, denn auf dem Gelände soll gebaut werden. Alle Bemühungen, dieses zu verhindern, sind bisher im Sande verlaufen.

Dieses Schicksal teilt das Yaam mit den anderen Strandbars, die sich entlang der Spree bis fast zur Warschauer Brücke aneinanderreihen, wie zum Beispiel das Strandgut, das seine Tore täglich um 12 Uhr öffnet und erst wieder schließt, wenn die Sterne schon lange am Nachthimmel funkeln. Die weißen loungigen Clubsofas, die gemütlichen Liegeflächen mit Kissen und die Liegestühle ziehen abends die Partygänger und tagsüber die Müßiggänger sowie Familien an.

Strandbäder, die noch Geheimtipps sind

Natürlich hat Berlin auch echte Strände zu bieten, also solche, an denen man baden kann. Neben den großen Strandbädern am Wannsee, am Müggelsee und am Tegeler See gibt es auch kleine, weniger bekannte Sand-Perlen. Dazu zählt das Flussbad Gartenstraße an der Dahme. Eine Gruppe junger Leute aus Köpenick konnte das älteste noch existierende Flussbad Berlins aus dem Jahre 1897 vor dem Abriss retten, so dass hier nun wieder geschwommen und im feinen Sand gebuddelt werden kann. Auf der runden Holzterrasse des dazugehörigen Restaurants Krokodil lässt der fantastische Ausblick von fernen Ufern und frischen Wassermelodien träumen.

Auch das Strandbad Orankesee in Alt-Hohenschönhausen hat eine wechselvolle Geschichte. Zur Eröffnung 1929 wurde der Sand für den 300 Meter langen Strand vom Ostseebad Ahlbeck herangefahren. Noch heute lässt sich der Pächter Bernd Barnewski den Sand von der Ostsee liefern. Und wären da nicht die Bäume und Gräser der Parklandschaft am Ober- und Orankesee dicht am Ufer, könnte es auch Ostseewasser sein, das die Kinder in die Sandburggräben laufen lassen. Ihre Eltern malen vom Strandkorb aus mit den Zehen Spuren in den Sand, die schon mit der nächsten Bewegung verwischt sind.

Wer es bei den Zehen nicht belassen und todesmutig selbst einen Sandhang herunterpurzeln möchte, der mache sich auf den Weg in den Grunewald zur Kiesgrube. Diese 18 Hektar große und 25 Meter tiefe Grube ist durch die Gewinnung von Bausand entstanden. Das Grundwasser hat einen kleinen See mit angrenzendem Sumpfgebiet entstehen lassen. Ungefähr 16 Brutvogelarten, Erdkröten, Moorfrösche, sowie ca. 188 Schmetterlingsarten haben sich dort angesiedelt und das Riesenloch in ein kleines Paradies verwandelt – nicht nur für Sandhangpurzler.

Der Berliner Sand ist auch der Hauptdarsteller im V-Blog der BerlinerAkzente. Das Video sehen Sie hier.

Kontakt zum Autor: Anja Köhler


Lesen Sie auch unsere Artikel Sandige Chil-out-Inseln über die besten Strandbars in Berlin und Sportliche Extratouren. Ob Hüpfstelzen, Jugger, Kubb, Slacklining oder Parkour: Wir verraten, warum Berlin ein Paradies für außergewöhnliche Sportarten ist.



Zuletzt aktualisiert: 13.07.2011