Stadt & Szene

Prusten, Lachen, Gackern

Bild vergrößernChristian Freese

Lachen baut Stress im Beruf ab.

Bild vergrößernLachyoga1

In Berlin gibt's zahlreiche Lachgruppen.

Hier lacht die Hauptstadt:


Friedenau und Charlottenburg:
Josefine Grimmer, Tel. 8 21 31 60,
dienstags, 18.30–19.30 Uhr,
im Nachbarschaftsheim Schöneberg,
Holsteinische Straße 30

Lichtenberg/Hohenschönhausen:
Kerrin Köpnick, Tel. 80 57 50 30,
mittwochs, 18.30–19.30 Uhr,
Rhinstraße 9 (S-Bhf. Friedrichsfelde-Ost),
www.sonnenstrahl24.de

Weitere Lachtreffs in den einzelnen Bezirken


Mitte:
Angela Mecking, Tel. 44 31 27 87, donnerstags, 19.00–20.00 Uhr,
Kreativhaus, Fischerinsel 3,
www.lachen-verbindet.de

Reinickendorf (Hermsdorf):
1. Berliner Lachschule, Susanne Maier, Tel. 40 58 44 38, donnerstags, 18:00–19:00 Uhr (im Wechsel mit Ina Raschen, Tel. 8 03 25 10), im „Raum für Mehr“, Berliner Straße 51a, www.berliner-lachschule.de

Schöneberg:
Lachinstitut Berlin, Tom Draeger, Tel. 039956/29670, dienstags, 19.15–21.15 Uhr,
Pestalozzi-Fröbel-Haus, Kiezoase, Karl-Schrader-Straße 7–8, www.lachinstitut-berlin.de

Giorgio Rossi, Tel. 3 01 55 55,
montags, 17–18 Uhr,
Eisenacher Straße 115,
www.rossisgarden.de

Steglitz:
Uschi Stöhr, Tel. 7 96 40 78,
dienstags, 10.00–11.00 Uhr,
Albert-Schweitzer-Freizeitheim, Am Eichgarten 14,
donnerstags, 17.30–19.00 (Tiefenentspannung mit Lachyoga),
Deitmerstraße 3–4, Clubraum, 1. Etage

Treptow:
Brigitte Retterath, Tel. 96 51 13 57,
dienstags, 19.00–20.00 Uhr,
Villa Offensiv, Hasselwerderstraße 38–40

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Kinder lachen 400 Mal am Tag, Erwachsene nur 15 Mal.

Weitere Lachtreffs:


Sylvia Arndt,
Selbsthilfe-Kontaktstelle Lichtenberg, Ahrenshooper Str. 5, Tel. 9 62 10 33, Termine auf Anfrage

Ursula Larisch, Tel. 03 31/87 27 28, donnerstags, 19–20 Uhr, im SEKIZ, Hermann-Elflein-Straße 11, Potsdam

Fortsetzung, Lachen im Park, Lachpartys


Angelika Bertschi, Tel. 82 7091 27,
Termine auf Anfrage,
Nachbarschaftsheim Schöneberg, Jeverstraße 9

Marlis Greil, Lachgruppe Strausberg, Tel. 65 4875 51, Sport- und Erholungspark Strausberg, Landhausstraße 16–18, Haus 6, Termine unter www.alterstherapie.de

Lachwerkstatt Birgit Jubin, Tel. 0 33 38/7 53 03 06, mittwochs, 19.30 Uhr–20.30 Uhr,
Ladeburger Chaussee 71, 16321 Bernau
und im Gesindehaus Buch, jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat, 17.30 Uhr–20.30 Uhr,
13125 Berlin, Alt Buch 51, www.lachwerkstatt.net

Lachen im Park:
Jeden 2. Sonntag im Monat, 12–13 Uhr auf der Fischerinsel in Mitte, (Wiese beim Kreativhaus), Infos unter Tel. 8 03 25 10

Lach-Tanz-Party:
Jeden 3. Sonntag im Monat,
20–24 Uhr im Pinellodrom, Dominicusstraße 5–9, Schöneberg, www.lach-tanz-party.de

Weitere Termine und Lachtreffs in Berlin:
www.hauptstadt-lacht.de

Sie tun es im Park und auf Partys, in Workshops oder in einer eigens dafür gegründeten Schule – sie lachen. Sie kichern und gackern vor sich hin, prusten vor Lachen. Einfach so. Ohne Grund. Aber doch nicht grundlos: „Lachen ist Humor. Und Humor ist, wenn man trotzdem lacht – über sich selbst und über die Widrigkeiten des Alltags“, sagt Lachyoga-Therapeutin Susanne Maier, der die erste Berliner Lachschule gehört.

Acht Frauen sind an diesem Abend zur Lachyoga-Schnupperstunde in das schmucke Hermsdorfer Häuschen gekommen. Meistens sind es mehr Frauen als Männer. In dicken Socken laufen sie auf den blank geschliffenen Dielen im Kreis. „Ho-ho, ha-ha-ha“, rufen sie sich zu und klatschen dabei rhythmisch in die Hände. Wenn sie einander begegnen, schauen sie sich tief in die Augen.

Irritierte Blicke der Neuen

Während sich die alten Hasen schon „einlachen“, schauen sich die drei Neuen hilflos an. Susanne Maier fällt es nicht schwer, den irritierten Blick der Neuankömmlinge zu deuten. „Wer noch nie mit Lachyoga zu tun hatte, mag denken, die sind doch alle ein bisschen gaga“, sagt die 40-Jährige – mit einem offenen Lachen. „Stimmt aber nicht. Wie gut Lachen tut, wirst du auch schnell merken.“ Die Teilnehmer sind per Du in der Lachschule, die Trainerin stellt alle mit dem Vornamen vor.

Das Gehirn kennt kein vorgetäuschtes Lachen

Wichtig sei nur die Bereitschaft zu lachen. Der Rest komme ganz von selbst. Und wenn nicht, solle man einfach so tun als ob. „Das Gehirn kennt den Unterschied nicht und schüttet auch bei einem vorgetäuschten Lachen Glückshormone aus. Und wer glücklich ist, lacht schon bald ganz von selbst“, sagt Susanne Maier.

Die erste Übung heißt „Grimassen-Schneiden“ und dient eigentlich nur zur Lockerung der Muskeln. Aber die Gesichtsverrenkungen sehen so ulkig aus, dass die ersten Lacher bereits durch den Raum hallen. Bei der „Jammer-Jubel-Übung“ stehen sich zwei Gruppen gegenüber. Die einen jammern laut, die anderen reißen die Arme hoch zum Jubeln.

Erst tiefe Atemzüge, dann lautes Gackern

Es folgen „Pinguin-Lachen mit Watschelgang“ und „der lachende Daumen“. Zum Schluss ist „freies Lachen“ angesagt. Die Lachschülerinnen strecken sich auf Matten aus, die sternförmig im Raum ausgelegt sind. Zunächst sind nur die tiefen Atemzüge zu hören, dann beginnt Traute als erste zu kichern und lacht schließlich frei und laut heraus.

Nach und nach steckt sie alle an, bis ein wahres Lachkonzert erklingt – als hätte der beste Komiker der Welt gerade seinen allerbesten Gag gemacht. Das mag lächerlich wirken, ist es aber nicht: „Jede einzelne Übung regt verschiedenen Organe an“, erzählt Lachtrainerin Susanne. „Schließe ich zum Beispiel die Hand zur Faust wie beim lachenden Daumen, berühren die Fingernägel die Handreflexzonen für die Bronchien.“ Sie bezeichnet Lachen auch als eine „laute Sofortmeditation“, denn beim Lachen sei das Denken ausgeschaltet. Im Selbstversuch wird schnell deutlich: Gleichzeitig lachen und denken funktioniert tatsächlich nicht.

Gut fürs Immunsystem und den Stressabbau

„Lachyoga, das ist die Kombination von Atem- und Streckübungen aus dem Hatha-Yoga mit pantomimischen Lach- und Klatschübungen“, erklärt Susanne. Das Ergebnis: ein gut durchbluteter und mit viel Sauerstoff versorgter Organismus. „Lachen ist richtig gesund, stärkt das Immunsystem und hilft, Stress abzubauen“, sagt die Lachtrainerin.

Aber gerade durch berufsbedingten Stress ist so manchem Berliner das Lachen vergangen. 15 Mal lachen Männer und Frauen in Deutschland pro Tag – Kinder dagegen 300 bis 400 Mal. „Als Kind habe ich mich über alles Mögliche totlachen können, heute nicht mehr. Ich beneide meine Kinder darum, dass sie das noch können“, sagt eine junge Mutter, die zum „Lachen im Park“ auf die Fischerinsel in Mitte gekommen ist. Hier bietet Angela Mecking Lachen in offenen Gruppen unter freiem Himmel an.

Lachpartys einmal im Monat

Wer Lachen mit Tanzen kombinieren möchte, sollte sich auf den Weg ins Schöneberger „Pinellodrom“ zu einer Lachparty machen. Dort legen die DJs richtig gut tanzbare Hits aus den Achtzigern und Neunzigern auf. „Wenn die Tanzlust etwas nachlässt, streuen wir eine Lachsequenz ein – natürlich auch mit Musik“, sagt Angela Mecking, die die Lachpartys einmal pro Monat veranstaltet. Nach einem eigens dafür ausgesuchten Titel tanzen die Gäste dann mit kräftig-fröhlichem „ho-ho, ha-ha-ha“ aufeinander zu.

Doch die Lachtrainerin bringt auch Menschen zum Lachen, die von ihrem Chef zum Lachen in Workshops „verdonnert“ wurden. Das fördere die Kreativität und das positive Denken. „Gerade Führungskräfte sind dem Lachyoga gegenüber sehr aufgeschlossen. Meistens sind sie ganz froh, den Kopf mal ausschalten zu dürfen und aus dem Bauch heraus lachen zu können“, sagt Angela Mecking.

Deutsche lachen dreimal weniger als Südländer

Ihre Lachangebote kommen an. Vielleicht liegt es auch daran, dass den Deutschen das Lachen besonders gründlich vergangen zu sein scheint: Um die sechs Minuten lang lachen sie pro Tag, in Südeuropa sind es bis zu 18 Minuten. Dabei wusste schon Charlie Chaplin: „Ein Tag, an dem man nicht lacht, ist ein verlorener Tag.“

Kontakt zum Autor: Katrin Starke


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Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010