Mutprobe: Im Waldhochseilgarten Jungfernheide überwindet Nora ihre Höhenangst – im neuen V-Blog.

Verschnaufspause auf kleinen Plattformen in neun Meter Höhe.
Ganz neue Aussichten
Klettergärten in Berlin und im Umland:
Waldhochseilgarten Jungfernheide, Heckerdamm 260, 13627 Berlin,
www.waldhochseilgarten-jungfernheide.de,
Tel: 030 / 34 09 48 18, Öffnungszeiten: täglich ab 09:00 Uhr geöffnet (bis 1 Stunde vor Sonnenuntergang)
Abenteuerpark Potsdam, Albert-Einstein-Straße 49, 14473 Potsdam, www.abenteuerpark.de, Tel.: 0331/6264783, Öffnungszeiten: bis Ende Oktober 2010 täglich geöffnet, in den Wintermonaten auf Anfrage.
Weitere Klettergärten
Kletterwald "Climb up"
Landhausstraße 16-18
15344 Strausberg
Tel.: 0177/73 75 255
und
Ruppiner Chaussee 99
16761 Hennigsdorf
Tel.: 0177/73 75 277
www.climbup.de
(8 Parcours, 80 Elemente). Öffnungszeiten: bis August werktags von 10 bis 19 Uhr, am Wochenende von 9 bis 20 Uhr, im September werktags von 10 bis 19 Uhr, am Wochenende ab 9 Uhr, im Oktober werktags von 10 bis 18 Uhr, am Wochenende ab 9 Uhr, im November müssen Termine vereinbart werden, am Wochenende ist jedoch von 11 bis 16 Uhr geöffnet.
Eintritt für zweieinhalb Stunden: werktags Erwachsene 14 Euro, Schüler 11 Euro und Kinder (7-14 Jahre) 9 Euro, am Wochenende je 2 Euro mehr.
Flaeming-Hochseilgarten
Teichwiesenweg
14943 Luckenwalde
www.flaeming-hochseilgarten.de
Tel.: 03371/40 10 80 und 0177/41 81 484
(über 20 Stationen, 8 bis 12 Meter Höhe)
Öffnungszeiten: nach Voranmeldung
Eintritt für einen halben Tag 48 Euro, für den ganzen Tag 83 Euro.
Hochseilgarten TeamVenture SportsPark
Hauptstraße 2
10317 Berlin
www.teamventure.de
Tel.: 030/55 15 13 59
(rund 8 Meter Höhe)
Öffnungszeiten: nach Voranmeldung
Eintritt: Erwachsene zahlen für 2 Stunden 25 Euro, Kinder (bis 16 Jahre) 15 Euro.
Kletterwald Wuhlheide. An der Wuhlheide 199, 12459 Berlin, www.kletterwald-wuhlheide.de, Tel.: 030/30 13 52 67, Öffnungszeiten: bis 3. Juni 2010 täglich von 10 bis 19 Uhr außer montags, mittwochs und donnerstags, ebenso vom 23. August bis 30. September. Im Juni ist täglich von 9.30 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet und im Oktober von 10 Uhr bis zum Sonnenuntergang, immer dienstags, freitags, samstags und sonntags. Eintritt: Erwachsene zahlen für 2 Stunden 15 Euro, Schüler 12 Euro und Kinder (7-12 Jahre) 9 Euro.

Immer schön festhalten, sonst geht's abwärts.

Kinder üben sich an niedrigen Höhen.
Wie Indiana Jones über wacklige Seilbrücken klettern, in tiefe Abgründe schauen und die Verfolger im Nacken spüren: Kletterwälder bieten dazu Gelegenheit. Unsere Autorin hat zwei von ihnen erklettert.
Ein todesmutiger erster Schritt. Auf geht’s über den Abgrund hinweg. Richtig schwindelfrei bin ich nicht. Doch die vielen Menschen, die im Potsdamer „Abenteuerpark“ in Höhe der Baumwipfel an Drahtseilen über Balken und schwankende Holzbohlen von einer Plattform zur nächsten balancieren oder mit der 200 Meter langen Seilrutsche in die Tiefe sausen, machen mir Mut.
An Drahtseilen über Balken und Bohlen
Einige Minuten vorher: Unter fachkundiger Anleitung steige ich ins Gurtzeug, das Hüfte, Oberschenkel und Schultern umschließt, setze den Helm auf. „Wenn ihr euch einmal mit der Kralle ins Sicherungsseil eingehängt habt, könnt ihr den Parcours in einem Zug durchklettern“, erläutert die junge Mitarbeiterin das Sicherungssystem. Eine Besonderheit, wie Mauro Buttler, Geschäftsführer des Abenteuerparks, berichtet. Nach seinen Angaben ist die Potsdamer Anlage der weltweit größte Kletterpark mit diesem System.
Gurtzeug festzurren und ab in die Tiefe
Ein kritischer Blick der Mitarbeiterin auf mein Gurtzeug, hier und da wird noch mal gerüttelt, alles sitzt fest. „Nehmen Sie den Ohrring lieber raus“, rät sie mir. Was jetzt wohl passiert, frage ich mich. „Auf Balken und Seilbrücken können sie sich entspannt an die Höhe gewöhnen“, stand eigentlich auf der Internetseite über die verschiedenen Schwierigkeitsgrade. „Na ja, so groß ist der Unterschied zwischen den Parcours gar nicht“, gibt sie zu bedenken. „Sie werden’s ja sehen.“ Was soll das heißen?
Ich hake mich ein. Die letzte Chance zum Umkehren habe ich verpasst. Los geht’s, über ein Seilnetz zur ersten Plattform, von dort über eine auf beiden Seiten mit Netzen bespannte Brücke. Die nächste Baumstation liegt einen Meter von meiner Plattform entfernt, dazwischen ist – nichts. Nur Abgrund. Der ist zwar nur ein paar Meter tief. Dennoch: Ich atme dreimal tief durch, höre mein Herz schlagen. Springe.
Keine Blöße vor den Teenies
Schnell merke ich, worauf es ankommt – sich zu überwinden. Denn ich hänge sicher im Seil, muss nur darauf achten, dass die „Laufkatze“ über meinem Kopf immer freien Lauf hat. Vorbei geht’s nun an Box-Säcken, die mir auf schmaler Brücke entgegenbaumeln, über diverse Stege, ein weiteres Netz, bis ich nach rund einer Stunde mit der Seilrutsche wieder zu Boden sause. Das hat ja hervorragend geklappt – vor den beiden Teenagern vor mir hätte ich mir auch keine Blöße geben wollen. Die Höhenangst wich schon nach kurzer Zeit einem gewissen Glücksgefühl.
Durchs Spinnennetz, über den „Schwebebalken“, plötzlich geht es nicht weiter. Auf der nächsten Plattform stehen schon drei Frauen, also heißt es warten – auf einem halben Quadratmeter Raum in neun Metern Höhe. Eine der drei traut sich nicht weiter, hat sich offenbar überschätzt. Minutenlang starrt sie in die Tiefe, streckt einen Fuß vor, zieht ihn wieder zurück – und entscheidet schließlich, sich abseilen zu lassen. Das kommt vor, ist aber kein Problem, Mitarbeiter des Kletterparks sind stets in der Nähe. Und wenn sie merken, dass gutes Zureden nicht mehr hilft, „bergen“ sie die Kletterer sicher aus luftiger Höhe.
Vom Risiko-Parcours bis zur Fitness-Strecke
Sieben Parcours in bis zu 14 Metern Höhe mit einer Gesamtlänge von 1,2 Kilometern und 115 verschiedenen Elementen – der Potsdamer „Abenteuerpark“ ist nur schwer zu toppen. Er gilt bundesweit als einer der größten.
Ungefähr 60 Klettergärten gibt es hierzulande. Der erste Kletterwald in Berlin liegt in der Wuhlheide. Er versprüht seinen ganz eigenen Reiz: Auf dem etwa einen Hektar großen Waldareal sind 75 Kletterelemente in vier Parcours in den Baumbestand integriert.
Adrenalin-Ausschüttung in zehn Metern Höhe
Auf dem „Risiko“-Parcours kommen mutige Kletterer in zehn Metern Höhe ebenso auf ihre Kosten wie in Potsdam, und beim „Fitness“-Parcours erfordert die Kletterei durch den Netzschlauch schon einige Kraft, ebenso wie das Skateboard auf dem Seil auch nur mit einer großen Portion Geschicklichkeit zu bewegen ist. Und wer sich in Potsdam noch wie Jane fühlte, kann nun den Tarzan geben: Der „Tarzansprung“ ins Netz gehört zu den Attraktionen in der Wuhlheide.
Da wird natürlich noch mal jede Menge zusätzliches Adrenalin ausgeschüttet – aber Höhenangst ist beim „Risiko“-Parcours in der Wuhlheide ein absolutes K.o.-Kriterium. Was aber nicht heißt, dass die Angsthasen-Fraktion gar nicht klettern kann. Im Gegenteil: Der „Spaß-Parcours“ stellt auch schon einige Ansprüche, was Geschicklichkeit und Ausdauer anbelangt. Doch die Höhe von gerade mal zwei Metern ist noch gut zu verkraften. Zudem macht die unmittelbare Nähe zum Jugend- und Familienzentrum FEZ den Berliner Kletterwald gerade für einen Tagesausflug mit dem Nachwuchs attraktiv, der sich auf dem Kinderparcours vergnügen kann.
Ganz neue Aussichten genießen
Auf die Frage, was den Reiz von Kletterwäldern ausmacht, antwortet Gartenbauwissenschaftlerin Henrike Janczik: „Man kann Naturverbundenheit mit sportlicher Aktivität verbinden und den Wald auf völlig neue Art erleben.“ Gemeinsam mit ihrem Mann betreibt sie den Kletterwald in der Wuhlheide. Die Motorik werde gefördert. Und das Selbstbewusstsein. „Kinder, aber auch Erwachsene lernen, sich selbst einzuschätzen und mitunter an ihre Grenzen zu gehen“, sagt Janczik. Na dann: Auf zum Abenteuer!
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Autor:
Katrin Starke
Zuletzt aktualisiert: 01.09.2010