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Schwere Zeiten für Schummler

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Vorsicht: "Copy & Paste-Plagiate" können leicht erkannt werden.

Quellen korrekt nutzen


„Fremde Federn Finden“: Debora Weber-Wulffs Selbstlernkurs rund ums Plagiat

„Die Hausarbeit“ – eine Anleitung zum korrekten wissenschaftlichen Schreiben: www.hausarbeiten.de

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Zitieren ja, Kopieren nein: Jede Quelle muss im Text gekennzeichnet werden.

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Mit dem "Plagiarius" macht die Wirtschaft auf illegale Nachahmungen aufmerksam.

„Schummeln“ klingt harmlos und nach Kavaliersdelikt. Doch wer im Studium mogelt oder aus dem Internet abschreibt und damit ein Plagiat anfertigt, riskiert das Ende seiner Hochschulzeit. Ohne Abschluss.

Ein schwarzer Gartenzwerg mit goldener Nase. Das ist „Plagiarius“, der Negativpreis, mit dem die Wirtschaft auf illegale Nachahmungen aufmerksam macht. Der Wissenschaft fehlt ein vergleichbarer Preis – an Plagiatoren hingegen fehlt es ihr nicht.

Schon ein einziger Satz kann zum Plagiat führen

Denn zwischen erstem Schultag und Diplom- oder Doktortitel hat fast jeder schon mal abgeschrieben. Mehr gehört gar nicht dazu, um zum Plagiator zu werden. „Schon ein einziger übernommener Satz, der nicht als Zitat gekennzeichnet ist, ist ein Plagiat“, erklärt Debora Weber-Wulff, die oft als „Deutschlands Plagiatjägerin Nummer Eins“ bezeichnet wird.

Kampf gegen Abschreiber aufgenommen

Die Professorin der Berliner Fachhochschule für Technik und Wirtschaft (FHTW) hat sich den Kampf gegen Abschreiber auf die Fahnen geschrieben. So leicht wie in der freien Wirtschaft ist das allerdings nicht. Denn während die Justiz bei nachgemachten Salzstreuern aus Fernost den beklauten Unternehmen zur Seite steht, fehlt solch eine Unterstützung an den Hochschulen. Mehr noch: „Es fehlt das Bewusstsein, dass Plagiate ein Problem sind“, sagt Weber-Wulff.

Spicken übers Internet fängt in der Schule an

Schon in der Schule fängt es häufig mit dem Abschreiben an. Dabei ist beim Spicken längst nicht mehr der Tischnachbar das Ziel, sondern das Internet. Anbieter wie „Hausarbeiten.de“ liefern Referate zu üblichen Themen in Schule und Studium scheinbar frei Haus. Daraus lässt sich leicht ein sogenanntes „Copy & Paste“-Plagiat erstellen.

Stilwechsel und selten Wörter entlarven Schummler

Alles was nützlich ist – bis hin zur kompletten Arbeit – wird markiert, kopiert und ins eigene Referat eingefügt. Das geht so lange gut bis ein Betreuer etwas genauer hinsieht. Denn mit einem geübten Auge können Plagiatoren schnell entlarvt werden. „Meist sind es Stilwechsel, merkwürdige Formatierungen oder seltene Wörter, die stutzig machen“, sagt Weber-Wulff.

Oft fördert dann schon die Internet-Suche nach ein paar Schlagwörtern aus der verdächtigen Arbeit das Original zu Tage. Wenn sie ein Plagiat entdeckt, vergibt Weber-Wulff mindestens die Note 5 und konfrontiert den Abschreiber mit seinem Fehlverhalten. „Wieso, das ist doch aus dem Internet, man darf ja alles im Internet frei verwenden!“, hört sie dann gelegentlich als Rechtfertigung.

Bei vielen Erwischten fehlt das Unrechtsbewusstsein

Dass sie mit ihren Plagiaten Urheberrechte verletzen, ist vielen Erwischten gar nicht bewusst. Schon im Schulunterricht fehle eine Anleitung zum sauberen Arbeiten, meint Weber-Wulff. Viele Lehrer kämen zudem mit Internet-Quellen selbst kaum zurecht. Um das zu ändern, bietet die FHTW-Professorin einen Onlinekurs an.

Darin lernen die Nutzer nicht nur, wie sie mit ein paar Tricks Plagiatoren entlarven, sondern auch, warum ein Plagiat so problematisch ist. Denn wer abschreibt, ergaunert sich seinen akademischen Grad und damit Vorteile im Berufsleben.

Einfach eine Quelle ein bisschen neu anordnen

Dabei ist es in wissenschaftlichen Arbeiten gar nicht verboten, fremde Formulierungen zu benutzen – wenn sie als Zitate gekennzeichnet sind. Bloße Übersetzungen, die Übernahme von fremden Gliederungen oder Strukturen und das Umstellen einer Quelle allein sind hingegen verboten. Wer einfach nur alles ein bisschen neu anordnet, hat ein „Shake & Paste“-Plagiat erstellt.

Hin und wieder kommt es vor, dass auch Lehrende als Plagiatoren überführt werden. Diese schlechten Vorbilder kommen meist weitaus glimpflicher davon als einfache Studierende. So erhielt zum Beispiel ein Professor der Berliner Humboldt-Universität für ein Plagiat lediglich eine Rüge.

In Großbritannien und den USA gibt's hohe Strafen

Im angelsächsischen Raum hingegen kommen weder Lehrkräfte noch Studenten ohne Strafe davon, wenn sie abschreiben. An vielen amerikanischen Unis gibt es „Honor Boards“, studentische Ehrengerichte, die Plagiatoren sogar rausschmeißen können.

In Deutschland hat die Berliner FHTW mittlerweile eine der härtesten Regelungen im Fall von Plagiaten. Hier droht schummelfreudigen Studenten als Höchststrafe der Ausschluss von sämtlichen Prüfungen – und damit faktisch das Ende des Studiums an dieser Hochschule.

Kontakt zum Autor: Markus Münch