Spezialisten für zwei Räder
Zweiradmechaniker werden in dreieinhalb Jahren für die Arbeit mit Drahteseln und Kunden fit gemacht. Foto: TÜV Akademie
Fahrradfahren ist längst mehr als eine Freizeitbeschäftigung. Für viele ist der Drahtesel in Zeiten prekärer Lebensweisen ein kostengünstiges, aber angesichts des Klimawandels auch ein ernst zu nehmendes Fortbewegungsmittel geworden. Mehr noch: Das Rad ist – je nach Modell – Ausdruck eines Lebensgefühls und verkörpert einen bestimmten Lifestyle. Und es sorgt für zusätzliche Jobs für Zweiradmechaniker.
Rund drei Millionen Fahrräder gurken laut Schätzungen des Fahrradclubs ADFC durch Deutschlands Hauptstadt. Klar, dass die auch mal kaputt gehen und ab und an professionelle Pflege brauchen.
Die Ausbildung dauert drei Jahre
Auftritt: der Zweiradmechaniker. Seine Bühne: die Fahrradläden dieser Stadt. In einer dreieinhalbjährigen Ausbildung, die beispielsweise das Handwerk sowie Industrie und Handel anbieten, lernen Zweiradmechaniker, wie man Mountainbikes, Renn-, Touren- oder Liegeräder instand hält. Außerdem auf dem Lehrplan: Räder umbauen oder einen flotten Drahtesel aus Bauteilen und Systemen kreieren und nach Kundenwunsch mit Zubehör und Zusatzkomponenten ausrüsten. Außerdem pflegen und warten Zweiradmechaniker sämtliche Bauteile und kontrollieren anschließend, ob auch alles wieder gemäß den Richtlinien funktioniert.
Selbstständigkeit nicht ausgeschlossen
Vor Reparaturen ist außerdem ihre Beratung gefragt, sie müssen ihre Dienstleistung präsentieren, ihre Produkte verkaufen können sowie wirtschaftlich, umweltbezogen und sicherheitsrelevant arbeiten. Will ein Kunde ein individuell zusammengestelltes Rad kaufen, sucht der Zweiradmechaniker die gewünschten Einzelteile aus vielen Bauteilen aus. Selbstredend, dass jeder Kunde bei Übergabe das Rad mit der richtigen Lenkereinstellung, Sattelhöhe und -position bekommt. Wer sich mit diesem Beruf selbstständig machen will, kann dies übrigens nach erfolgreich abgelegter Meisterprüfung oder sechsjähriger Gesellentätigkeit (davon vier Jahre in leitender Stellung).
Umschulung zum "Drahtesel"-Profi
Doch es gibt auch noch andere Wege, aus seiner Leidenschaft einen Beruf zu machen: Die TÜV Rheinland Akademie in Berlin-Johannisthal zum Beispiel bietet eine 16-monatige Vollzeit-Umschulung an, die sich an Leute richtet, die mindestens 25 Jahre alt sind, einen Berufsabschluss sowie mathematisches Können und Interesse an technischen Dingen im Fahrradbereich mitbringen. Der Kurs startet im März 2008. Außerdem gibt es eine zweijährige Erstausbildung, die im September 2008 startet. Sie richtet sich an alle Ausbildungsplatz suchenden Schulabgänger. Für Arbeitssuchende ist eine Förderung durch die Arbeitsagentur möglich. Die Ausbildung schließt mit einer Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer ab.
Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010