Job & Karriere

Ich will zum Fernsehen

Viele Wege führen zum Job beim Fernsehen. BerlinerAkzente hat die wichtigsten zusammengefasst.

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Als Azubi selbst einmal hinter der Kamera stehen.

Studieren geht über Probieren: Akademien

Florian Henkel von Donnersmarck hat es geschafft. Er studierte an der Hochschule für Film und Fernsehen in München, drehte dort als Abschlussarbeit einen Film über die Stasi-Machenschaften in der DDR und erhielt 2007 den Oscar für „Das Leben der anderen“. Nach wie vor gelten Filmschulen und Fernsehakademien als Talentschmieden für Regisseure, Drehbuchautoren, Kamera- und Produktionsleute. An der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam sind vor allem die Studiengänge Regie, Schauspiel und Animation äußerst beliebt.

Einschreiben kann man sich jedoch nicht so einfach. Von rund 1000 Bewerbern schaffen es nur 90 bis 100 durch das harte, künstlerische Auswahlverfahren. Immer wichtiger sind dabei Berufsfelder, die sich mit der zunehmenden Digitalisierung beschäftigen.

Nützliche Links


• Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam
www.hff-potsdam.de

• Komparsen-Agentur Wanted agentur-wanted.de

Weitere Adressen


Öffentlich-rechtlicher Rundfunk
• ARD-Verbund www.ard.de
• rbb www.rbb-online.de

Privat-Fernsehen
• ProSiebenSat.1 Media AG www.prosiebensat1.com
• RTL www.mediengruppe-rtl.de

• Produktionsfirma
• TeleFactory www.telefactory.com

Journalisten-Schulen
• Berliner Journalisten-Schule www.berliner-journalisten-schule.de
• Journalistenschule Axel Springer www.axel-springer-akademie.de
• Electronic Media School www.ems-babelsberg.de
• Evangelische Medienakademie www.evangelische-medienakademie.de
• Klara - Schule für Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit www.klara-berlin.de

Kleine Rollen, große Einblicke: Komparsen-Agenturen

Ob Serie, Fernsehfilm oder großes Kino: Jeder Film braucht eine Menge Leute, die wie zufällig durchs Bild laufen und eine Szene lebendiger machen. Agenturen vermitteln zwischen Komparsen und Filmverantwortlichen. In der Berliner Agentur "Wanted" sind mehr als 40.000 aktive Komparsen und Darsteller registriert, die unter anderem schon fürs Fernsehen vermittelt wurden.

Immer wieder werden besonders internationale Gesichter gesucht, darunter speziell Japaner, Südamerikaner, Afrikaner, Inder und Chinesen. Wer in die Kartei einer Agentur aufgenommen werden möchte, braucht ein Foto oder eine Setcard. Aber Achtung: Gute Agenturen erkennt man unter anderem daran, dass sie kein Geld für die Fotos nehmen.

Arbeiten fürs Erste: öffentlich-rechtliches Fernsehen

Die ARD ist Arbeitgeber für Tausende von Menschen und bildet selbst aus in ihren neun Landesrundfunkanstalten. Da kommen schon eine Menge Ausbildungsplätze zusammen: vom Aufnahmeleiter über Bühnenmaler, Bürokaufmann, Fotolaborant und Maskenbildner bis zum Redakteur. Hunderte Ausbildungsplätze gibt es für Programm-Volontäre und für Auszubildende in den Bereichen Produktion und Technik – Tausende Stellen stehen Praktikanten in unterschiedlichen Abteilungen aller Landesrundfunkanstalten zur Verfügung.

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Alles auf einen Blick: die Senderegie.

Mit Multimedia-Know-how im Vorteil: Privatfernsehen

Auch beim Privatfernsehen gibt es viele Jobs und Ausbildungsmöglichkeiten. Die ProSiebenSat.1 Media AG sucht fast jedes Jahr angehende Mediengestalter Bild und Ton, Fachinformatiker, Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste oder Veranstaltungskaufleute. RTL bildet zusätzlich Bürokaufleute und Kaufleute für AV-Medien aus. Qualifizierte Mitarbeiter im IT-Bereich werden auch in den nächsten Jahren verstärkt gebraucht, denn die Zukunft gehört Pay-TV, Games, Mobile-TV und natürlich dem Online-Bereich.

Aber ebenfalls im klassischen redaktionellen Umfeld wird zukünftig weiterhin Bedarf sein. ProSiebenSat1 bildet Volontäre aus und stellt Mitarbeiter für diverse kaufmännische Funktionen ein. Und auch die technischen Anforderungen steigen. Darum benötigen Redaktionen immer öfter Mitarbeiter mit einer journalistischen Ausbildung in Verbindung mit profundem Multimedia-Know-How.

Flexibel und kreativ: Produktionsfirmen

Kinofilme, Magazinsendungen, Musikvideos oder TV-Movies auf Bestellung? Das gibt’s. Freie Produktionsfirmen realisieren das, was ihre Kunden in Auftrag geben. Zum Beispiel die TeleFactory im fx.Center Babelsberg. Seit 1993 bietet sie Film- und TV-Produktionen an und beschäftigt deshalb viele Mitarbeiter im Bereich Kamera, Ton, Licht und Schnitt. Ein eigener Kopf ist dabei besonders erwünscht: Wer kreativ und flexibel ist, der ist bei der TeleFactory Babelsberg gern gesehen.

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Sportreporter: Vollste Konzentration und breites Wissen sind hier gefragt.

Teamarbeit ist ein wichtiges Stichwort, denn bei einem Dreh müssen sich alle Beteiligten aufeinander verlassen können. Oft muss auch am Wochenende oder abends länger im Studio gearbeitet werden. Dazu bedarf es hoch-motivierter Persönlichkeiten. Wer das ist, der hat bei einer Produktionsfirma immer eine Chance – und definitiv keinen langweiligen Job. Genauso wichtig ist es schließlich, immer offen und bereit für neue technische Entwicklungen zu sein.

Heiß begehrte Plätze: Journalistenschulen

Jedes Jahr bangen tausende Bewerber darum, ob sie genug Allgemeinbildung für den Wissenstest haben, Reportagen schreiben können und die Fragen von gestandenen Journalisten in der mündlichen Auswahlrunde überstehen. Nur eine kleine Auswahl schafft es, auf die begehrten Plätze der Journalistenschulen zu kommen. Die ausgewählten Volontäre werden meist in allen Bereichen des Journalismus ausgebildet: in Print, Online und Radio und Fernsehen.

„Learning by doing“ heißt es auch in der Fernsehausbildung. Die Jungjournalisten drehen, schneiden und vertonen ihre ersten Filme. Während ihrer Praktika erhalten sie Einblicke in unterschiedliche Redaktionen und arbeiten auch hier von der ersten Minute mit. In Berlin gibt es die Berliner Journalisten-Schule, die Axel-Springer-Journalistenschule, die Electronic Media School des rbb und die Evangelische Journalistenschule.

Kontakt zum Autor: Wiebke Nieland


Zuletzt aktualisiert: 27.06.2013 · Fotos: shutterstock (4)

 

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