Job mit Kultcharakter: Bademeister
Job-Infos:
Bundesverband Deutscher Schwimmmeister e.V., Breslauer Str. 13, 574 62 Olpe, Tel.: 02761/655 12, www.bds-ev.de
Ihr Arbeitsplatz ist warm, in der Regel tragen sie Plastiklatschen und manchmal sogar nur ein kleines Stückchen Nylon. Für uns Kinder waren sie eine Autorität. Unerlaubterweise vom Beckenrand zu springen, galt als so ziemlich das schlimmste Vergehen und konnte mit einem Ausschluss aus dem Kleinstadtschwimmbad geahndet werden. Ganz "Mutige" machten sich einen Sport daraus, die Herren in Weiß in ihrem Überwachungshäuschen in unbeobachteten Momenten zu überlisten. Wir Mädchen hingegen schwärmten für die gut gebauten Männer, besonders für die saisonal angestellten Sportstudenten im Freibad.
Heute hat der Job Bademeister Kultcharakter. Das Schweizer Literaturportal www.bademeister.ch hat sich den Berufsnamen gesichert, um darunter „depressive Lyrik“ zu veröffentlichen. Und der Roman "Der Bademeister" von Katharina Hacker über einen DDR-Bademeister aus Prenzlauer Berg bekam vor wenigen Jahren in den Feuilletons wohlwollende Kritiken.
Fachangestellte für Bäderbetriebe, wie es offiziell heißt, arbeiten in Frei-, Hallen-, See- und Strandbädern, in Kurbädern, Krankenhäusern und Rehabilitationsstätten. Sie sorgen für die Sicherheit der Badegäste und dass ihnen keine vorwitzigen Jugendlichen auf den Kopf springen. Außerdem geben sie Kindern und Erwachsenen Schwimmunterricht. Sie überwachen den technischen Betrieb. Und wenn mal die Wasserqualität nicht stimmt, reinigen und desinfizieren sie bis alles wieder in Ordnung ist. Darüber hinaus pflegen und warten sie die Einrichtungen und Gebäude der jeweiligen Badeanlage sowie deren Freiflächen und Grünanlagen. Sie erledigen Verwaltungsaufgaben und wirken an der Öffentlichkeitsarbeit mit.
Drei Jahre dauert die Ausbildung. Für die Ausbildung zum medizinischen Bademeister und Masseur hingegen müssen nur zweieinhalb Jahre eingeplant werden. Bademeister dieser Kategorie arbeiten hauptsächlich in der Bewegungs-, Elektro- und Hydrotherapie von kranken, behinderten oder erholungsbedürftigen Patienten. Vom Beckenrand wird da in der Regel nicht gesprungen...
Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010