Job & Karriere

Figuren, die einen immer begleiten

Bild vergrößernRodica Döhnert

Rodica Döhnert

Mehr Infos:


Website von Rodica Döhnert:
www.rodicadoehnert.de

Master School Drehbuch, August-Bebel-Str. 26-53, 14482 Potsdam-Babelsberg, Tel.: 0331/743 87-0, www.medienboard.de

Master School Drehbuch, Linienstr. 155, 10115 Berlin, Tel.: 30 87 93 15, www.masterschool.de

Verband Deutscher Drehbuchautoren e.V. (VDD), Albrechtstr. 19, 10117 Berlin, Tel.: 25 76 29 71, www.drehbuchautoren.de

Freier Deutscher Autorenverband Schutzverband deutscher Autoren e.V. (FDA), Coppistr. 49, 04157 Leipzig, Tel.: 0341/69 94 696, www.fda.de

Bild vergrößernSchreiben Am Computer

Wer Drehbücher schreibt, braucht nicht nur eine blühende Fantasie, sondern vor allem Geduld. Filmfiguren müssen im Kopf des Drehbuchautors erst mal entstehen, bevor man sie und ihre Geschichten zu Papier bringt.

Bei Rodica Döhnert kann das eine Weile dauern, bis ihre Figuren eine Biografie, einen Charakter, Fehler, Ansichten und Gewohnheiten haben. Aber dann sind sie sehr präsent: „Die lungern auf meinem Sofa rum, essen meinen Kühlschrank leer.“

Zu DDR-Zeiten volontierte Döhnert beim Deutschen Fernsehfunk und studierte später Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg. Als junge Regisseurin arbeitete sie nicht nur als Filmemacherin, sondern auch im Bereich Industrie- und Imagefilm. Das Drehbuchschreiben lernte sie als Storylinerin für eine Soap.

Groß im Geschäft

Heute schreibt sie Drehbücher für alle großen TV-Sender. Fast 30 Bücher sind es inzwischen. Zu den neuesten Produktionen gehört für die ARD „Liebe ist das beste Rezept“, eine Komödie mit Uwe Ochsenknecht und Kai Wiesinger, in der ein Liebeskraut à la Shakespeares „Sommernachtstraum“ zwei Ehen vollkommen durcheinander bringt. Demnächst ist aber auch auf RTL „Prager Botschaft“ zu sehen, ein Drama über die deutsch-deutsche Revolution 1989. In Hollywood indes wurde 2002 „Meine Tochter ist keine Mörderin“ gedreht, eine Geschichte übers vorurteilbehaftete, amerikanische Justizwesen.

Die besten Geschichten: das pralle Leben

Die Ideen entstehen nicht nur am Laptop, sondern auch draußen im vollen Leben – in Gesprächen mit den Menschen, die die wahren Protagonisten ihrer Geschichten sind, oder auf Sportplätzen, in Krankenhäusern und in Selbsthilfegruppen. Die Recherche nimmt oft mehr Zeit in Anspruch als das Schreiben selbst. Dazu sitzt Döhnert in Bibliotheken, trifft Forscher und besucht Uni-Vorlesungen.

Der lange Weg zum Zuschauer

Döhnert muss ihre Drehbücher kaum noch anbieten. Meistens wird sie von Sendern beauftragt, einen Film zu schreiben. Wenn sie eine ausgereifte Idee hat, setzt sie sich hin und verfasst das Treatment, später die lange Fassung mit den Dialogen und genauen Handlungsanweisungen. Wenn ein Regisseur versucht, beim Dreh Döhnerts Figuren umzumodeln, ist das für die Drehbuchautorin nicht immer leicht: „Schließlich sind die Figuren in meinem Kopf drin und leben mit mir. Sie einfach zu verändern, ist ein schwieriger Prozess.“

Kontakt zum Autor: Katja Winckler


Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010