Im Himmel wie am Boden

Plätze frei: Fast alle Airlines suchen zurzeit wieder fliegendes Personal.
Die Fluggesellschaften Air Berlin und Condor Berlin wollen gleich mehrere hundert Flugbegleiter einstellen. Auch sonst sind die Flughäfen echte Jobgaranten: An den Berliner Airports entstehen pro Tag zwei neue Jobs. Auch andere Airlines wie die Lufthansa und Easy Jet suchen Piloten und Flugbegleiter.
"Flughäfen sind echte Jobmaschinen", sagt Manfred Bobke von Camen, Geschäftsführer Personal der Berliner Flughäfen. Rund 14.500 Menschen arbeiten mittlerweile an den Berliner Flughäfen. Die Flughafengesellschaft selbst hat in den vergangenen Jahren eine große Stellenkampagne durchgeführt und Experten für Informationstechnik, Marketing und Technisches Facility Management sowie Feuerwehrleute eingestellt.
"Wir sind mit fast 1600 Mitarbeitern so gut aufgestellt, dass wir in nächster Zukunft nur noch bedingt einstellen", sagt Flughafensprecher Ralf Kunkel. Er erwartet aber bei vielen auf den Airports angesiedelten Firmen Personalbedarf - in allen Branchen. Zurzeit etwa werden Kellner für ein Restaurant, Fluggastkontrolleure, Techniker und Fluggerätemechaniker gesucht.

Ob Piloten oder Flugbegleiter: In beiden Jobs gibt es gute Aufstiegschancen und Verdienstmöglichkeiten.
Auf die Vermittlung von Personal für Luftverkehrsunternehmen sowie Dienstleistungs- und Handelsbetriebe auf den Berliner Flughäfen hat sich das Jobcenter der Agentur für Arbeit am Flughafen Schönefeld spezialisiert (Tel.: 609 122-84, -86). Im vergangenen Jahr haben die drei Arbeitsvermittler dort hauptsächlich Flugbegleiter, Mitarbeiter für den Check-In sowie Servicekräfte im Hotel- und Gaststättengewerbe gesucht.
Piloten (Co-Piloten und Kapitäne) sowie Flugbegleiter brauchen derzeit fast alle Airlines. Germania, Tuifly und Germanwings nehmen beispielsweise Bewerbungen entgegen. Die britische Easyjet sucht für ihre Basis in Schönefeld fast ständig Flugbegleiter, die sehr gut Englisch sprechen müssen und mit einem Jahresgehalt von umgerechnet 26 000 Euro starten.
Größter Arbeitgeber der Luftverkehrsbranche in Berlin und Brandenburg ist mit fast 5000 Beschäftigten der Lufthansa-Konzern. Deutschlandweit hat die Airline zuletzt 1000 neue Mitarbeiter eingestellt. "Wir rekrutieren vor allem Flugbegleiter für Frankfurt und München", erklärt Lufthansa-Sprecher Michael Göntgens. Aber auch für die kleineren Lufthansa-Standorte wie Berlin nimmt der Konzern Bewerbungen entgegen. Lufthansa bietet einen Online-Eignungstest an. Im ersten Berufsjahr verdienen die Flugbegleiter netto monatlich rund 1350 Euro plus Zulagen. Die künftigen Flugbegleiter müssen bei der Einstellung mindestens 18 Jahre alt sein, gut Englisch sprechen und serviceorientiert sein.

Nicht nur am Himmel, auch am Boden gibt es viele Jobangebote an den Berliner Flughäfen.
Auch "am Boden" viel zu tun
Berliner können sich übrigens für eine Stelle als Flugbegleiter in Bayern oder Hessen bewerben - ohne umziehen zu müssen. Sie können nach Frankfurt oder München pendeln, die Lufthanseaten nennen dies "Shutteln".
Wer lieber "am Boden" bleiben will, kann sich für einen Job im Schönefelder Lufthansa-Call-Center bewerben. Dort werden Mitarbeiter gesucht, die im Schichtdienst Buchungen vornehmen oder Auskünfte zu Ticketpreisen geben.
Mobilität ist Pflicht
Sowohl Flugbegleiter als auch Sales-Agents für ihr Berliner Call-Center sucht auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, Air Berlin. Für den Kabinenbereich sind deutschlandweit Stellen für Bewerber zwischen 20 und 30 Jahren ausgeschrieben. Eine Ausbildung in Tourismus oder Gastronomie erhöht die Chancen. Für Infos hat Air Berlin unter der Telefonnummer 030-343 450 05 eine Flugbegleiter-Hotline eingerichtet. Die Sales-Agents im Call-Center müssen zum 24-Stunden-Schichtdienst bereit sein und sollen ebenfalls eine möglichst touristische Vorbildung und gute Fremdsprachenkenntnisse haben.
Wer mit einer Direktbewerbung bei den Airlines oder an den Flughäfen keinen Erfolg hat, kann sich über eine Ausbildung beziehungswweise Umschulung für Luftverkehrsberufe qualifizieren. So bildet beispielsweise "Trainico" jedes Jahr mehrere hundert Fluggerätmechaniker, Elektroniker, Luftverkehrs- und Servicekaufleute und Flugbegleiter aus - unter anderem für die von Schönefeld aus startende Condor. Das Berliner Ausbildungs-Unternehmen, an dem die Lufthansa beteiligt ist, informiert Bewerber alle zwei Wochen über seine Angebote. "Alle Interessenten machen vor Ausbildungsbeginn einen Test, damit wir ihre Eignung feststellen", betont Peter Leister von Trainico. Wer arbeitslos ist und den Test besteht, kann dann bei der Arbeitsagentur einen Bildungsgutschein beantragen. Wie bei allen Luftverkehrsberufen müssen Bewerber auch mobil sein. "Stellen werden nach der Ausbildung überall in Deutschland angeboten", erklärt Vertriebsleiter Bernd Stark: "Die Vermittlungsquote liegt bei über 90 Prozent".
Fotos: Condor (2), Air Berlin