Viele junge Leute wollen nach Schule oder Lehre erst mal ein paar Monate lang die Welt erkunden.
Ob man eine Agentur beauftragt oder seinen Auslands-Aufenthalt selbst plant, hängt vom persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab.
Ab ins Ausland
Eine Übersicht über Agenturen für "Work&Travel" im Ausland findet sich unter www.karriere-im-ausland.de.
Weitere nützliche Adressen:
Stepin GmbH
Beethovenallee 21
53173 Bonn
www.stepin.de
Tel.: 0228/95695-0
Stepin gehört seit Jahren zu den führenden Anbietern von Kulturaustauschprogrammen und organisiert neben Work&Travel-Programmen beispielsweise auch Au-Pair- oder Sprachkursaufenthalte in Australien, Neuseeland, Nord- und Lateinamerika, Afrika, Indien, China sowie Europa.
AYUSA International
Giesebrechtstraße 10 (Charlottenburg)
www.ayusa.de
Tel.: 030/84 39 39-0
AYUSA ist eine Organisation zur Förderung des internationalen Kultur- und Bildungsaustausches. Die angebotenen Programme reichen vom Schüleraustausch über Sprachkurse bis hin zum Work&Travel-Programm für die USA.
Zur Jobsuche bieten sich internationale Stellenbörsen an, eine Sammlung findet sich unter:
www.stellenboersen.de
Botschaften
Australische Botschaft
Wallstraße 76-79 (Mitte)
www.australien-australien.de
Tel.: 030/88 00 88 0
Telefonischer Visainformationsdienst unter Tel.: 700 129 129:
Mo-Do 13-17 Uhr, Fr 13-16 Uhr
Sprechzeiten Visaschalter Mo, Mi und Fr 9-11 Uhr
Neuseeländische Botschaft
Friedrichstraße 60 (Mitte)
www.neuseeland-neuseeland.com
Tel.: 20621-0
Visa-Abteilung: Tel.: 20 653 900 (werktags nur von 9-12 Uhr für die Öffentlichkeit geöffnet)
Bürostunden: Mo-Fr 9-13 Uhr und 14-17.30 Uhr (Fr bis 16.30 Uhr)
Kanadische Botschaft
Leipziger Platz 17 (Mitte)
www.kanada.de
Tel.: 030/20312-0
Die Antragsunterlagen für das Programm "Working Holiday" können komplett aus dem Internet heruntergeladen werden – jeweils ab November.
Auf einer Farm in Australien Schafe scheren. Oder im kanadischen Vancouver Teller waschen, um das Geld für das Busticket nach Detroit zu verdienen – wo der Job an der Hotel-Rezeption deutlich attraktiver ausfällt. Oder sich das Reisegeld für die nächste Station der Neuseeland-Tour hinterm Tresen einer Bar verdienen. Nur drei Beispiele, wie ein Work&Travel-Aufenthalt im Ausland aussehen kann. Nach Schule oder Lehre erst mal ein paar Monate lang die Welt kennenlernen – das reizt immer mehr junge Leute. Spezielle Visa zum "Arbeiten&Reisen" bieten ihnen die Möglichkeit dazu.
"Ich komm’ dich besuchen", hatte Nele Kaiser gesagt, als sie sich am Flughafen Tegel von ihrer Zwillingsschwester verabschiedete. Die Gartenbau-Studentin Synke hatte sich entschlossen, für ein Jahr nach Australien zu gehen, um Erfahrungen für ihren späteren Beruf zu sammeln.
Von Australien sofort begeistert
Monate später saß Nele ebenfalls im Flieger nach Down Under. Von Australien war sie sofort begeistert, vom Licht, den intensiven Farben. Schnell stand für sie fest: "Work&Travel, das mache ich auch."
Sie kündigte ihre Wohnung und den Job als Arzthelferin, besorgte sich ein Work&Travel-Visum, buchte einen Flug. Erstes Ziel: Sydney. Ihr Englisch sei miserabel gewesen. "Aber für ein 'Hello, I’m from Germany' hat’s gereicht", erzählt sie lachend. Angst hatte sie trotzdem nicht. Eine Unterkunft im Hostel war schnell gefunden, der erste Job ebenfalls – als Putzfrau.
Beim Jobben das Land erkunden
Hostels seien gute Jobbörsen, meint die 23-Jährige. Dort habe sie auch von dem Messe-Job erfahren, mit dem sie sich eine Zeit über Wasser hielt. "In einer Kneipe habe ich Einheimische kennengelernt, die ihre Wohnung renovieren wollten. Da habe ich geholfen." Im Gegenzug unternahmen ihre Arbeitgeber Ausflüge mit ihr, luden sie sogar über Weihnachten ein. In Brisbane hat Nele ihre Sprachkenntnisse aufgebessert, in Melbourne, Adelaide und Perth gejobbt und bei einer Camping-Tour auf Fraser Island "eine Wahnsinns-Stille" erlebt.
Sie habe sich selber noch mal anders kennengelernt. "Trotz der Jobs hatte ich genug Zeit zum Träumen – und mir Klarheit über meine weiteren Ziele zu verschaffen." Der bürokratische Aufwand habe sich in Grenzen gehalten. "Um ein Working Holiday Visum für Australien zu beantragen, musst du nur über 18 und unter 30 sein und rund dreitausend Euro Kapital nachweisen – damit du dich notfalls ohne Job durchschlagen und ein Rückflugticket bezahlen kannst."
Vier Monate in die USA
In den USA werden Work&Travel-Aufenthalte nur für maximal vier Monate gestattet. Visumsunterlagen kann man sich nicht selbst bei der Botschaft besorgen, sie werden ausschließlich an autorisierte Agenturen wie die Berliner Kulturaustausch-Organisation AYUSA International vergeben. "Das Programm richtet sich außerdem nur an Studenten, die mindestens ein Semester eingeschrieben sein müssen", sagt AYUSA-Mitarbeiterin Daniela Pöder.
Umhertingeln ist ebenfalls nicht möglich, die Studenten müssen einen festen "Sommerjob" an einem Ort für die gesamte Programm-Laufzeit nachweisen. Dennoch seien USA-Aufenthalte beliebt. "Da kann man sich schnell vom Zimmermädchen bis an die Rezeption eines Hotels hocharbeiten", so Daniela Pöder.
Kanada besonders begehrt
Viele Jobs in Hotel und Gastronomie biete auch Kanada, weiß Thilo Lenz, Referent für Öffentlichkeitsarbeit in der kanadischen Botschaft in Berlin: "Allerdings ist die offene Arbeitsgenehmigung für ein Jahr ein attraktives Angebot – und daher kontingentiert." Ab November eines jeden Jahres können sich Interessenten im Internet bewerben. Im März sei das Kontingent meist erschöpft. Und das, obwohl die Anzahl der Genehmigungen kontinuierlich erhöht wurde, nachdem Kanada und Deutschland 2006 ein Abkommen zur Vereinfachung der Arbeitsbestimmungen unterzeichnet hatten. "Für 2010 liegt die Zahl bei 3.500 Work&Travel-Plätzen", so Lenz.
Seit jeher gelte Kanada als Traumziel für Naturfreunde und Abenteurer, berichtet Verena Hanneken von der Stepin GmbH. Die Bonner Austauschagentur organisiert seit vielen Jahren Work&Travel-Aufenthalte – von Neuseeland bis Irland. Stepin bietet Serviceleistungen wie Vorbereitungsworkshop in Deutschland, Einführungsseminare vor Ort sowie Job- und Unterkunftsservice.
Ob man eine Agentur beauftragt oder seinen Auslands-Aufenthalt selbst plant, hängt vom persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab. "Wir raten da weder zu noch ab", sagt Thilo Lenz. Jeder müsse selbst einschätzen, wie gut sein Organisationstalent sei.
Das könnte Sie auch interessieren:
• "Als Azubi ins Ausland" – über die Möglichkeit, einige Monate der Ausbildung in anderen Ländern zu verbringen
• "Hinaus in die weite Welt" – über die Vorteile eines Schuljahrs im Ausland
Fotos:
Barbara Dietl (3)