Job & Karriere

Spielend zum Job

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Zeichnungen liefern die Vorgabe für die aufwändigen Computer-Figuren.

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2008 setzte die Branche mit Computer- und Videospielen rund 1,5 Milliarden Euro um.

Das Hobby zum Beruf machen


Weitere Infos zum Einstieg in die Computerspiel-Branche, Ausbildungsadressen und Anlaufstellen finden Sie hier in unserer

Übersicht


Allgemeine Infos: Berliner Landesinitiative „Projekt Zukunft

Netzwerke und Verbände:
Bundesverband interaktiver Unterhaltungssoftware (B.I.U.): www.biu-online.de
Bundesverband der Entwickler von Computerspielen e.V. (G.a.m.e.): www.game-bundesverband.de

Weitere Anlaufstellen:
Berlin 2.0 (Halbjährliche Netzwerktreffen der Berliner Netzszene), www.berlinzweinull.de
Interactive City Berlin (Community für die Web 2.0 und Gamesbranche, Veranstaltungen, Netzwerktreffen, www.interactive-city-berlin.de
Digital Games Research (Zentrum für Computerspielforschung an der Universität Potsdam - DIGAREC), www.digarec.org
Deutsche Austauschplattform zu allen Aspekten der Spieleentwicklung mit einer Jobbörse: www.usf3.de

Bild vergrößernJunge Gameboy

Mit dem Gameboy fing es bei vielen an...

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... jetzt lassen sich sogar eigene Bewegungen ins Spiel einbauen.

Studium und Schulen


Hier eine Auswahl an

Schulen sowie Aus- und Weiterbildungsstätten


Games Academy, www.games-academy.de (mit Überblick über die unterschiedlichen Berufsbilder)
Media Design - Hochschule für Design und Informatik, www.mediadesign.de
Games and Interactive Media an der HTW Berlin, www.htw-berlin.de
L4, private Berufsfachschule, www.l-4.de
Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf, www.hff-potsdam.de
Babelsberger Film School, www.babelsbergfilmschool.de


Bild vergrößernGame Controller

Fachkräfte sind jetzt am Drücker. Die Branche sucht händeringend neue Leute.

Berlin ist einer der wichtigsten Standorte für die Games-Branche. Hier sitzen nicht nur Entwickler, Verlage und Vermarkter – hier finden Kreative auch vielfältige Wege in den Job. Denn die Branche boomt. Mittlerweile geben die Deutschen mehr Geld für Computer- und Videospiele aus als für Musik.

Schon als Kind träumte Gina Reinhardt von einem Job in der Spiele-Branche. Bereits mit 13 Jahren zockte sie ihr erstes Rollenspiel auf der Playstation, und es fesselt sie noch heute. Aber auch Klassiker wie "Super Mario" oder "Tetris" hatten es ihr schon früh angetan.

Beste Bedingungen für den Traumjob als Zeichnerin

So sehr, dass es die 22-Jährige aus Köln nach Berlin zog, um hier den Ausbildungsgang "Game Art & Animation" zu beginnen. Ihr Berufsziel: Konzeptzeichnerin. Als solche entwickelt sie später Figuren und sogenannte "Characters". Dass sie ihren Traumjob in Berlin finden wird, ist nach der derzeitigen Entwicklung sehr gut möglich.

Denn die Bedingungen könnten nicht besser sein: Rund fünfzig Unternehmen sitzen in der Hauptstadt, die mit allein fünfhundert Mitarbeitern rund dreißig Millionen Euro pro Jahr umsetzen, darunter bekannte Firmen wie Cornelsen oder Jamba.

Deutscher Markt europaweit der größte

Deutschland entwickelt sich laut Bundesverband der Interaktiven Unterhaltungssoftware (BIU) europaweit zum größten Markt für Unterhaltungssoftware. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 1,57 Milliarden Euro umgesetzt. Damit gaben die Deutschen zum ersten Mal mehr Geld für Computer- und Videospiele aus als für Musik.

Statt Modedesign kreiert sie Modelle am Computer

Gina Reinhardt hatte den Tipp von einem ehemaligen Kunstlehrer erhalten, dass sie in der Games-Branche grafisch-künstlerisch arbeiten könne. Ihre Ausbildung zur "bekleidungstechnischen Assistentin" mit dem Ziel, Modedesign zu studieren, brach sie ab.

Statt Modedesign modelliert sie jetzt Computerspiel-Charaktere, formt Figuren mit Modelliermasse, beschäftigt sich mit Anatomie und Kunstgeschichte, fertigt Konzeptzeichnungen und erstellt dreidimensionale Objekte am PC. Mit Hilfe von Farbe, Licht, Schatten, Höhen und Tiefen erwachen die realen Modelle dann auf dem Bildschirm zum Leben.

Die erste europäische Spezialschule sitzt in Berlin

Schauplatz hierfür ist die Games Academy (GA) nahe der Jannowitzbrücke. Seit 2001 ist sie die erste europäische Spezialschule für Computer- und Videospielproduktionen. Doch Schulabgänger haben in Berlin reichlich Auswahl: Seit einiger Zeit bietet auch die Mediadesign-Hochschule für Design und Informatik in Berlin einen sechssemestrigen Studiengang "Gamedesign" an, und die private Einrichtung L4 bildet innerhalb von zwei Jahren 3-D-Designer fort. Die Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) bietet den siebensemestrigen Bachelorstudiengang "Interaction Design/Game Design" an. Die Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf und die Babelsberger Film School indes unterrichten computergenerierte 3D-Animation.

Gina Reinhardt schätzt an der Games Academy vor allem, dass Fachleute direkt aus der Branche kommen. "So können sie ihre Praxiserfahrungen direkt uns weitergeben." Ihr macht es viel Spaß, als leidenschaftliche Spielerin Ideen für Gleichgesinnte zu entwickeln. "Besonders gefällt es mir, während der Arbeit sofort ein visuelles Feedback zu bekommen."

Ohne Mathe und Programmierkenntnisse geht nichts

Wie Gina Reinhardt ist Alfred Bigler (23) von der Schweiz extra nach Berlin umgezogen. Er lässt sich an der Games Academy zum 3-D-Programmierer ausbilden. Jahrelang arbeitete der Informatiker als klassischer "Applikationsentwickler" – jetzt möchte er seinen Beruf mit der Leidenschaft fürs "Zocken" verbinden.

"Als Game-Programmierer beschäftigt man sich mit dem Zusammenfügen der einzelnen Komponenten wie Grafiken und Animationen sowie der Spiele-Mechanik. Man agiert eigentlich immer am offenen Herzen. Alle Fäden der verschiedenen Gewerke laufen beim Programmierer zusammen." Mit Mathematik sollte ein Game-Programmierer allerdings nicht auf Kriegsfuß stehen, sagt er. Wer die Zahlen und das Programmieren gut beherrscht, bekomme äußerst viel zurück, sagt Bigler. Er schätzt die enge Zusammenarbeit mit den anderen Beteiligten – den "Game Artists" und den "Game Producern".

Auch kaufmännisches Fingerspitzengefühl gefragt

Game Producer bilden die Schnittstelle zwischen Spiele-Entwicklern, Designern, Programmierern und Verlagen. Sie motivieren die Kreativen und Programmierer, sorgen für den reibungslosen Ablauf, halten die Kosten im Rahmen und kommunizieren mit ihrem Kunden, dem Verlag.

Das erfordert Fingerspitzengefühl im persönlichen, kaufmännischen und strategischen Bereich. In der Games Academy beispielsweise stehen dafür unter anderem "Classical Game Theory", Grundlagen zur Programmierung, aber auch Business-Kommunikation, Recht und Projektplanung auf dem Stundenplan. Desweiteren wird "Interactive Storytelling", Konfliktmanagement, Personalführung, Projektfinanzierung und Controlling unterrichtet.

Game-Designer händeringend gesucht

Wer diese Ausbildung absolviert, habe gute Chancen auf eine Übernahme bei einem der zahlreichen Developer, meint Olaf Wolters, Geschäftsführer vom Bundesverband der Interaktiven Unterhaltungssoftware. Aber auch 3-D-Programmierer würden sehr leicht direkt nach der Ausbildung eine Anstellung finden.

Dies bestätigt ebenfalls Felix Wittkopf, bei der Games Academy zuständig für die Ausbildungsberatung und das Marketing: "Aktuell - und dies gilt sicher auch für die Zukunft - haben Games-Programmierer die besten Berufsaussichten, denn diese werden national und international händeringend gesucht. Unsere Vermittlungsquote liegt bei dieser Ausbildung fast bei hundert Prozent."

Nachwuchs hat beste Übernahme-Chancen

Aber auch insgesamt seien die Jobchancen von Absolventen der Games Academy sehr gut. Weit über 150 Ehemalige haben laut Wittkopf bislang den Einstieg in ihren Traumjob geschafft und würden sogar teilweise bereits an der Games Academy den Nachwuchs unterrichten.

Gina Reinhardt sammelt bereits während ihrer Ausbildung an der GA erste Berufserfahrung, "da wir neben der Ausbildung im Rahmen von Projekten in Teams eigene Spielideen enwickeln". Grund genug also für sie, gelassen in die Zukunft zu blicken.

Kontakt zum Autor: Katja Winckler ()


Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010 · Fotos: flickr - vancouverfilmschool (2), flickr - BlaM4c