Was ist ein Podcast?
Der Begriff setzt sich aus dem Namen des MP3-Players "iPod" von Apple und dem englischen Wort "Broadcast" (Sendung) zusammen und bezeichnet folgende
Anwendungsgebiete
Das Wort wird für sehr unterschiedlich genutzte Arten von downloadbaren Audio- oder Videodateien im Internet verwendet. Das Spektrum reicht von einer einfachen selbst gemachten Audio-Aufnahme bis zur kompletten kommerziellen Fernsehserie, meint aber immer eine Mediendatei, die jederzeit direkt von der Internetseite heruntergeladen werden kann.
Manchmal erhält sogar eine regelmäßige Veröffentlichung von Informationen im PDF-Format die Bezeichnung. Genauso kann damit eine Audio- oder Videoaufnahme als Erweiterung eines Blogs, einer sonst geschriebenen regelmäßigen Veröffentlichung im Internet, gemeint sein.
www.was-ist-ein-podcast.de

Podcast aufs Ohr: Die entsprechenden Mediendateien werden direkt von einer Internetseite heruntergeladen.
Privatunternehmen, Unis und die Bundeskanzlerin nutzen sie: Podcasts und Twitter sind beliebte Internetdienste, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Doch lässt sich mit ihnen auch Geld verdienen? Ja, denn Profis sind noch rar – ein lukrativer Markt für findige Kreative. Ihnen winken satte Gewinne.
Ob Konzerne wie BMW, IBM, Bayer und Siemens oder Zeitungen, Fernsehsender und Hochschulen: Bundesweit stellen derzeit mehrere hundert Firmen Podcasts ins Netz (siehe gelber Kasten "Was ist ein Podcast?").
Einsatzorte könnten nicht unterschiedlicher sein
"Podcasts können an sehr vielen Orten gewinnbringend eingesetzt werden“, sagt der Podcast-Experte Manuel Liebeskind (44). An der Freien Universität Berlin bringt er Interessierten bei, wie sie die kurzen Internetsendungen erstellen und produzieren können. Ob für Fernseh- und Radiosender als Zweitverwertung, für Firmen zu Repräsentationszwecken, zur Imagepflege, Produktpräsentation, zur Vorbereitung fürs Bewerbungsgespräch oder als Ergänzung zu technischen Handbüchern: Die Einsatzorte für Podcasts können unterschiedlicher kaum sein.
Auch in der Politik helfen die Sendungen, Sachverhalte einfach zu erklären. An Universitäten und Schulen können Studenten dank ihnen Lerninhalte vorbereiten, Vorlesungen nacharbeiten oder verpasste Gastvorträge im Internet nachträglich anhören. Auch zum Fremdsprachen-Lernen eignen sich Podcasts.
"Podcasts sind im Kommen"
Führungsakademien und Seminaranbieter nutzen dieses Mittel, um gestresste Manager und solche, die es werden wollen, von zeitraubender Lektüre zu entlasten und den Lernstoff in akustischer Form anzubieten.
Podcast-Seminare
Allgemeine Infos: www.podcast.de und
Angebote in Berlin
• Für Studierende, Fachbereichsleiter etc.: "Podcasts an der Uni", Seminar von Manuel Liebeskind an der FU Berlin:
• Für Einsteiger: Workshop bei der VHS in Friedrichshain-Kreuzberg, 9.11. – 18.11.09, Montag und Mittwoch, 18 – 21.15 Uhr, Kosten: 51 Euro, ermäßigt 31 Euro, Frankfurter Allee 37 (Friedrichshain)
• Für kleine Unternehmen und Freiberufler Online-Workshop vom 20.10. – 16.11.09 bei akademie.de. Kosten: 325 Euro inkl. 19% MwSt., für akademie.de-Mitglieder: 275 Euro inkl. 19% MwSt.
• Individuelle Workshops oder Inhouse-Schulungen für Vereine, Kleinunternehmer und Freiberufler von Brigitte Hagedorn nach Absprache.
• Für Führungskräfte aus den Bereichen Marketing, Management, Webentwicklung, Vertrieb und PR: Eintägiges Seminar, 31.8.09, cimdata Medienakademie Berlin, Ort: Windscheidstraße 18, 10627 Berlin, Kosten: 400 Euro zzgl. MwSt.
• Für Unternehmen, Verbände und andere Organisationen, die die Möglichkeiten digitaler Kommunikation und Information verstärkt nutzen wollen: Seminar "Audio und Video Podcast", Deutsche Presseakademie, 10. – 11.12.09, Ort: Maritim Hotel Berlin, Kosten: 890 Euro zzgl. 19% MwSt.,
• Für PR-Leute sowie Kommunikations- und Marketing-Mitarbeiter: Seminare von Fabio Bacigalupo u.a.
• Jobportal für Einzelkämpfer-Podcaster: www.bloggerjobs.de
"Podcasts auf Websites für Firmen sind im Kommen – auch für die interne Kommunikation", ist sich Jens Jacobsen (37) sicher. Er arbeitet in seiner Firma Content Crew als Konzepter und Berater für interaktive Anwendungen mit Schwerpunkt Podcasting und Audio/Video fürs Web. "Durch die immer bequemere Technik, die Nutzerwünsche berücksichtigt – wie etwa das Internetradio last.fm für Musik – kann der Nutzer entscheiden, was er wann hören will. Ähnlich geht das auch mit Podcasts." Dies sei eine Chance für Nischen-Angebote und vor allem für die Kundenbindung.
Firmen wollen mit ihren Zielgruppen direkt sprechen
Wachstum bescheinigt auch Fabio Bacigalupo (33) dem Podcasting – und das obwohl der eigentliche Hype um die Online-Formate bereits vor drei Jahren wieder abflaute. "Eine rasante Entwicklung ist im Moment nicht absehbar. Aber da das Ende klassischer Massenmedien nahe ist, werden Unternehmen das Internet nutzen müssen, um ihre Zielgruppen zu erreichen."
Vor fünf Jahren baute Bacigalupo sein Informationsportal www.podcast.de auf, er hält deutschlandweit Vorträge zu diesem Thema und nimmt an Podiumsdiskussionen teil. Anfang 2007 hat er das erste "Podcamp" außerhalb der USA veranstaltet. Zudem organisiert er den Berliner Podcast-Stammtisch und lädt regelmäßig zu Podcast-Seminaren ein.
Spezialagenturen
Spezialisierte Agenturen:
• www.podcastagentur.de
• www.podcast.de/dienstleister
Literatur:
• Dennis Krugmann, Darius P. Pallus: Podcasting – Marketing für die Ohren: Mit Podcasts innovativ werben, die Marke stärken und Kunden rund um die Uhr erreichen, Gabler-Verlag, Wiesbaden 2008, 36,90 Euro, ISBN: 978-3834910806.
• Annik Rubens: Podcasting – das Buch zum Audiobloggen, O'Reilly-Verlag 2006, 14,90 Euro, ISBN: 978-3-89721-459-0.
Professionelle Produzenten dringend gesucht
Vor allem spezialisierte Agenturen teilen sich derzeit den Markt, wie etwa die Content Crew, A+ B Face2net, best4communication und Blue Sky media. Außerdem produzieren Einzelkämpfer wie Brigitte Hagedorn von „audio:beiträge“, kleinere Teams wie Jens Wenzels „audiowiese“ oder der Münchner Marketingberater Alex Wunschel von „markendreiklang“ Podcasts. Leider gebe es viele Anbieter, die Podcasts nur nebenbei machen und das Medium nicht verstanden hätten, sagt Jens Jacobsen.
Deren Podcasts ließen hinsichtlich der Qualität zu wünschen übrig. Häufig fehle es am Know-how, an der Konzeption, dem Einfühlungsvermögen in die Zielgruppe, dem Marketingwissen im Web 2.0 sowie einer guten Schreibe, kritisiert Jacobsen. "Außerdem sehe ich noch immer technische Fehler. Potenzielle Nutzer können nicht auf das Angebot zugreifen und sind verärgert."
Auch an Unis sind die Sendungen begehrt
Gut Ausgebildete haben daher beste Chancen, den Trend als Geschäftsmodell zu nutzen. Denn die Nachfrage ist groß – die professionell arbeitende Konkurrenz hingegen noch überschaubar: "Nicht nur im Bereich von Firmen, sondern auch von Universitäten ist das Potenzial von Podcasts noch wenig ausgeschöpft", sagt der FU-Experte Manuel Liebeskind.
In seine Seminare kommen sowohl Fachbereichsmitarbeiter, die Vorlesungen oder Vorträge aufzeichnen wollen, als auch Lehrende, die Podcasts als Medium in der Lehre einsetzen möchten. Und nicht zu vergessen: Studierende, die kurz vor dem Studienabschluss stehen und überlegen, als Journalisten zu arbeiten.
Volle Podcasting-Seminare an der FU Berlin
Sie sehen Podcasting als Einstieg in eine Rundfunkkarriere oder als Möglichkeit, recherchierten Content über verschiedene Medien zu verbreiten. Ähnliches interessiert auch gestandene Radiojournalisten, die ihre Beiträge selber vertonen und editieren wollen.

Fröhliches "Zwitschern": Auch der Internetdienst Twitter bietet neue Job-Möglichkeiten.
Twitter
Weitere Infos auf: www.twitter.com Auch in Berlin gibt es zu Twitter zahlreiche
Seminare
• Für PR-Leute sowie Kommunikations- und Marketing-Mitarbeiter, die sich für Twitter interessieren, bietet Fabio Bacigalupo Seminare an.
• Auch die UMC Potsdam hat im Berliner Campus, Tietzhöfe, Klosterstr. 64 (Mitte), zwei Seminare im Angebot, die sich unter anderem mit dem Thema beschäftigen:
1. Seminar "Online Relations" am 9. Oktober 2009, 10 bis 18 Uhr, Kosten: 390 Euro
2. Training "Das (neue) Internet und Public Relations" vom 11. bis 12. Dezember 2009, jeweils 9 bis 18 Uhr, Kosten: 490 Euro
Zu Experte Fabio Bacigalupo, der ebenfalls Podcast-Seminare anbietet, kommen indes vor allem PR-Leute sowie Kommunikations- und Marketing-Mitarbeiter. Aber da sich das Tätigkeitsfeld in den kommenden Jahren erweitern wird, so Bacigalupo, unterrichtet er in Zukunft auch Personen aus der Film-, Tourismus- und Medienbranche sowie Journalisten und PR-Fachleute.
Auch Twitter bietet diverse Möglichkeiten
Dass Kleinunternehmer mit der Podcasting-Produktion gutes Geld verdienen – da ist er sich absolut sicher: "Wer ernsthaft Akquise macht, sein Handwerk versteht und den Kunden die Vorteile des Podcasting nahe bringt, verdient durch die regelmäßig produzierten Inhalte gutes Geld."
Ein weiterer Trend mit diversen Möglichkeiten ist "Twitter". Der Begriff kommt aus dem Englischen "to tweet" und bedeutet "Zwitschern". Dieser Kurznachrichtendienst sorgt seit Monaten für Furore: In kürzester Zeit etablierte sich Twitter als soziales Netzwerk und schlägt bei der Suche nach aktuellen Nachrichten alle anderen Medien an Schnelligkeit.
Öffentlich einsehbares Tagebuch
Getwittert wird entweder auf einer Webseite oder mobil mit Hilfe eines Mobiltelefons. In der Regel ist es ein öffentlich einsehbares Tagebuch im Internet, also eine Art Mikro-Blog. Angemeldete Benutzer können ihre Textnachrichten mit maximal 140 Kurzzeichen eingeben und anderen Benutzern senden. Was viele anfangs als Medium für Computer-Nerds ansahen, nimmt mittlerweile immer professionellere Formen an: So nutzen viele deutsche Politiker Twitter nach dem Vorbild der Wahlkampf-Teams von US-Präsident Barack Obama, um ihre Wähler kurzfristig, direkt und schnell zu erreichen.
Zeitungen wie Springers „Welt kompakt“ sind beim Twittern eingestiegen, aber auch Fernsehsender wie Pro Sieben, N24 und das ZDF, um ihre Leser oder Zuschauer noch schneller und aktueller mit aktuellen Informationen zu erreichen. Auch BerlinerAkzente und die Berliner Sparkasse sind bei Twitter vertreten. Ebenso schätzen Unternehmen das schnelle Transportmittel von Botschaften als Marketinginstrument zur Verkaufsförderung. Etwas mehr als fünf Prozent aller deutschen Internetnutzer twittern mindestens einmal im Monat, und es werden immer mehr. Doch wer mit diesem Mittel Kunden erfolgreich und professionell ansprechen möchte, sollte sich dabei unter die Arme greifen lassen. Die Zahl der Seminaranbieter ist noch übersichtlich. Aber das könnte sich bald ändern.
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Autor:
Katja Winckler
Zuletzt aktualisiert: 11.08.2009