
Herr der Rohre im Berliner Wassernetz: Frank Bonin.

Auf einen Schluck: Arno Steguweit ist Deutschlands erster Wasser-Sommelier.
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Zu den Berliner Wasserbetrieben, zum Wasser-Sommelier, Wasser-Laden und zum Mineralwasser-Techniker bekommen Sie hier
weitere Informationen
• Berliner Wasserbetriebe, Berufsausbildung, 10864 Berlin, www.bwb.de, Tel. 86 44 34-40 oder -52
• Restaurant Fischers Fritz im The Regent Berlin, Charlottenstraße 49 (Mitte), www.fischersfritzberlin.com, Tel. 20 33 63 63
• H2O-Wasserladen, Uhlandstraße 152 (Charlottenburg), www.wasserladen.de, Tel. 31 50 68 90
• Vivaris Getränke GmbH, Standort Grüneberg, Nordbahnstraße 6, OT Grüneberg,
16775 Löwenberger Land (Brandenburg), www.vivaris.net, Tel. 03 30 94/8 07 01

Alles im Blick: Peter Wohlberg überwacht die Mineralwasser-Produktion in Grüneberg.
Ob Wassermeister, Wassersommelier, H2O-Ladenbesitzerin oder Mineralwasser-Techniker: Berufe rund ums Wasser bieten prickelnde Berufsperspektiven.
Wenn die Temperaturen steigen, ist erfrischendes Nass heiß begehrt. Doch Wasser löscht nicht nur Durst, sondern schafft auch vielfältige und exotische Berufsbilder.
Wassermeister: Frank Bonin
Frank Bonin (48) ist für die Sicherheit des Trinkwassers von 3,4 Millionen Berlinern zuständig. Rund um die Uhr muss der Stuhl des Wassermeisters in der Schaltwarte des Wasserwerks am Tegeler See besetzt sein. Beständig kontrolliert er die Wassergüte, kann im Alarmfall sofort per Mausklick Wasser aus dem Rohrnetz abpumpen.
120 Lehrlinge in 20 Ausbildungsberufen stellen die Berliner Wasserbetriebe (bwb) jedes Jahr ein. Zum Beispiel Fachkräfte für Wasser- und Abwassertechnik, Kanalarbeiter, Rohrnetzfacharbeiter. "Es sind auf jeden Fall Berufe mit Zukunft", sagt Sprecher Stephan Natz.
Die Kanalisation stehe in den nächsten Jahrzehnten vor immensen Sanierungen. Zudem kündigt sich bei dem halböffentlichen Unternehmen ein Generationswechsel an. "Wer bei uns eine Ausbildung macht, wird künftig sehr gute Chancen auf eine Festanstellung haben", so Stephan Natz.
Wassersommelier: Arno Steguweit
"Herr des Wassers" – so wird Arno Steguweit (30) gelegentlich genannt. Der Manager des Restaurants Fischers Fritz im Hotel The Regent ist nicht nur Weinsommelier, sondern verfügt über ein exzellentes Wasserwissen. Mehr als 25 Mineralwässer stehen auf der Karte. Aus der Schweiz, Spanien, Norwegen oder gar von den Fidschi-Inseln. Kosten: bis 20 Euro pro Flasche.
"Jedes Wasser hat einen eigenen Charakter", sagt der gebürtige Münchner. Sein Werdegang: Ausbildung zum Hotelfachmann in Tonbach, Besuch der Sommelierschule in Berlin, drei Jahre im Hotel Adlon. In dem Fünf-Sterne-Haus wollte sich das Management von anderen Hotels absetzen. Die Idee des Wassersommeliers entstand.
Steguweit nahm 2006 sein Wissen mit ins Regent, schrieb ein Buch und begleitet nun Feinschmecker beratend durchs gesamte Menü – vom Wasser über den Wein bis zur Zigarre. "Ich brauche den Kontakt mit den Gästen. Das Restaurant ist wie eine Bühne."
Wasserladeninhaberin: Andrea Brauner
Andrea Brauner (45) hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Seit 1996 betreibt sie mit ihrem Mann den H2O-Wasserladen. Reinigungsfilter, Flaschen, Kristallsalze, Tees und Bücher – dies alles findet sich auf 50 Quadratmetern. Während ein Brunnen im weiß eingerichteten Laden plätschert, berät Andrea Brauner mit viel Idealismus Berliner, die sich saubereres Trinkwasser gönnen möchten.
Zum Beispiel mittels einer eingebauten Filteranlage. Diese soll kleinste Spuren von Bakterien, Medikamentenresten oder Schwermetallen zurückhalten. In mehr als 20 Jahren erwarb die gelernte Speditionskauffrau in ihrer Freizeit ihr Wissen über Wasser. "Daraus entstand die Idee: Das muss ich viel mehr Leuten mitteilen."
Stießen die Brauners anfangs noch auf Skepsis, können sie sich heute über mangelnde Kundschaft nicht beklagen. "Die Menschen beschäftigen sich immer mehr mit ihrer Gesundheit."
Mineralwassertechniker: Peter Wohlberg
Vier Abfüllanlagen, 98 Mitarbeiter und 400.000 Liter Getränke am Tag bestimmen den Arbeitsalltag von Peter Wohlberg (47), technischer Leiter der Abfüllanlage Grüneberg für die Getränkefirma Vivaris. Damit das Mineralwasser Grüneberg Quelle oder die firmeneigenen Süßgetränke auch zu Hause perfekt sprudeln, behält der gelernte Fruchtsafttechniker Qualität, Mitarbeiter und Abfüllanlagen im Auge.
Wenn nur eine einzige Maschine kaputt geht, ist die gesamte Produktion blockiert. "In unserem Beruf ist eine sehr hohe Flexibilität und Bereitschaft zum Schicht- und Wochenenddienst erforderlich", sagt er. Vor allem im Sommer. "Dann wird Mineralwasser besonders konsumiert."
Vivaris bildet zur Fachkraft für Lebensmitteltechnik aus. Aber auch Schlosser, Elektriker und Mechatroniker werden für die Instandhaltung der Maschinen gebraucht.
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Autor:
Jörg Oberwittler
Zuletzt aktualisiert: 02.07.2009 · Fotos:
Barbara Dietl (4)