Karriere aus dem Comic:
Manga-Frau Diana weiß Rat

Damit sich die Krise im Job nicht abzeichnet: der erste Karriere-Manga.
Tipps in Bildern
Daniel H. Pink/Rob Ten Pas: "Die Abenteuer von Johnny Bunko. Der einzige Karriere-Guide, den Du wirklich brauchst", Eichborn-Verlag, Frankfurt am Main 2009, 9,95 Euro. ISBN: 978-3-8218-5984-2
Karriere-Ratgeber füllen ganze Regalreihen, echte Überraschungen bieten die wenigsten. Jetzt kommt der erste Ratgeber in Manga-Form daher – mit Tipps gegen die Angst und Fantasielosigkeit im Berufsalltag. Wir wollten vom Autor wissen, warum gerade der japanische Comic das richtige Medium für Jobtipps sein soll.
„Die Abenteuer von Johnny Bunko“ ist der erste Karriere-Ratgeber als Manga. Geschrieben hat ihn der amerikanische Bestsellerautor Daniel H. Pink, der sich in Themengebieten wie „Ökonomischer Wandel“ und „Die sich verändernde Arbeitswelt“ bestens auskennt und dazu Seminare sowie Vorträge an Universitäten, in Unternehmen und in Institutionen hält. Gezeichnet hat ihn der preisgekrönte amerikanische Mangazeichner Rob Ten Pas.
Die Handlung ist so skurril wie die Idee, einen Ratgeber im Comic-Stil zu entwerfen: Johnny Bunko ist Mitte Zwanzig und hat die gut gemeinten Ratschläge seiner Eltern und Lehrer immer schön brav befolgt. Er hat BWL statt Kunstgeschichte studiert. Jetzt steckt er fest in einem Langweiler-Job mit einem unangenehmen Chef, einem nicht zu bewältigenden Arbeitspensum mit Zahlenkolonnen, die er prüfen muss. Und permanenten Nachtschichten.
Karrierestrategien im Sushi-Imbiss
Entsprechend groß ist der Frust. Als Bunko mal wieder nachts zum Sushi-Imbiss geht, um sich aufzupäppeln, geschieht etwas Bizarres: Er bricht die Essstäbchen auseinander, und prompt erscheint ihm Diana, eine Mangafrau mit erstaunlichen Karrierestrategien. Diana gibt ihm peu à peu sechs Lektionen auf den Weg, wie er im Beruf glücklicher werden könnte. Etwa „Es gibt keinen Plan“, „Mache exzellente Fehler“ oder „Konzentriere Dich nicht auf Deine Schwächen, sondern Deine Stärken“.
In den USA sind „Die Abenteuer von Johnny Bunko. Der einzige Karriere-Guide, den Du wirklich brauchst“ schon vor einem Jahr erschienen. Mittlerweile wurde das Buch weltweit in 14 Sprachen übersetzt und hat in den USA in weiterführenden Schulen und an Arbeitsstellen Einzug gehalten sowie auf die Bestsellerliste der amerikanischen „Business Week“ geschafft. BerlinerAkzente hat den Autor gesprochen:
Buchautor Daniel H. Pink, gezeichnet von Rob Ten Pas.
Copyright: Rob Ten Pas
Herr Pink, wie kamen Sie darauf, das Genre Manga für einen Karriere-Ratgeber zu wählen - und nicht den üblichen Weg des Sachbuchs?
Mehrere Faktoren haben eine Rolle dabei gespielt, dass ich mich entschied, „Die Abenteuer von Johnny Bunko“ zu schreiben. Als ich mich 2007 zwei Monate in Japan aufhielt, um mich mit der Manga-Industrie vertraut zu machen, lernte ich, dass in Japan – anders als in den USA oder Westeuropa – Mangas und Comics allgegenwärtig sind. Sei es im Bereich Zeitmanagement, Politik, Zeitgeschichte oder Finanzen. Zwar bekommt bei uns der Manga bereits einen immer höheren Stellenwert, doch denken die meisten immer noch, dass dies ein Genre ausschließlich für Kinder ist. Niemals würde jemand einen Manga für Leute, die älter als 17 Jahre sind, machen. Deshalb dachte ich, „Warum nicht mal diese unglaubliche starke Ausdrucksform in einen Business-Ratgeber einbringen?“ Außerdem dachte ich über die Rolle des Buches oder anderer Medien nach: Für allgemeine Karriereinformationen nutzen viele Leute das kostenlose Internet. Ich wollte aber ein Buch machen, das strategisch arbeitet, weitgreifende Erkenntnisse bietet und im wahrsten Sinne des Wortes mit großen Bildern arbeitet – in diesem Falle mit den sechs Lektionen des Buches. Dafür ist der Manga das perfekte Medium.
Können Sie sich erklären, warum so viele Leute in Jobs arbeiten, die sie eigentlich gar nicht mögen?
Es gibt vermutlich mehrere Gründe. Ich glaube, viele Leute gehen einfach mal davon aus, dass Arbeit öde und langweilig und entfremdend wirkt. Darüber hinaus empfinden viele einen Wechsel als beängstigend. Obwohl sie verabscheuen, was sie täglich machen, verharren sie in ihrer gegenwärtigen Situation. Doch was viel gravierender ist: Hinter dieser Haltung verbirgt sich der Verlust des Gefühls für das, was sie wirklich toll finden und was sie lieber tun würden.
Wie war das bei Ihnen? Waren Sie mal in einer ähnlichen Situation wie Johnny Bunko?
Auch ich hatte Jobs, die ich nicht mochte. Ich habe diese etliche Male gewechselt, aber so etwas kostet Kraft, macht keinen Spaß, und rückblickend ist es kein schönes Gefühl gewesen, wieder in einem Job anzufangen, der einem egal ist und wo ich schon gleich wusste, dass ich wieder gehen würde.
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Autor:
Katja Winckler
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Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010