Job & Karriere

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IT-ler arbeiten auch in über den Globus verteilten Teams zusammen. Foto: SAP

Handys, MP3-Player, Navigationssysteme – ohne Informationstechnologie, kurz IT, kommt heute kaum noch ein Hersteller aus. Obwohl IT-ler heiß begehrt sind, suchen Personaler sie derzeit wie die Stecknadel im Heuhaufen – vor allem in Berlin. Doch warum machen so wenige den Computer zum Beruf?


Jedes Jahr schreiben sich rund 30.000 Schulabgänger für ein IT-Fach ein. Doch rund jeder dritte Student bricht nach kurzer Zeit wieder ab. Die Rektoren der Hoch- und Fachhochschulen vermuten, dass das Fach als zu schwierig empfunden wird. Die TU München führte deshalb einen Eignungstest für Abiturienten ein und konnte so die Zahl der Abbrecher halbieren.

Negatives Image schwirrt noch in vielen Köpfen

Doch das eigentliche Problem fängt bereits früher an: Ein Grund, warum viele gar nicht erst mit dem Studium anfingen, sei das negative Image des IT-lers, sagt Dirk Stocksmeier vom IT-Branchenverband SIBB. „Sie denken als erstes an den weltfremden Tüftler mit dicker Brille, der seine gesamte Arbeitszeit vor dem Computer verbringt.“

IT-Berufe in der Region


Allgemeine Infos zu IT-Berufen gibt es unter www.it-berufe.de.

Stellenbörsen & Ansprechpartner


• Wer einen Ausbildungsplatz sucht, sollte die Stellenangebote auf den Internetseiten der Unternehmen anschauen. Auf der Seite des Branchenverbandes SIBB gibt es eine Liste mit einer Vielzahl von IT-Unternehmen hier aus der Region.

IT-Branchenverband SIBB e.V.: www.sibb.de

• Regionale Stellenbörse der Initiative „Unternehmen für die Region“ von Amt24, SIBB und der Bertelsmann-Stiftung: www.fachkraefteberlin.de

• „Projekt Zukunft“ zur Förderung der IT-, Multimedia- und Contentwirtschaft: www.berlin.de/projektzukunft/


Dabei biete das Fach viel mehr als nur Programmieren. „Gefragt sind Vielseitigkeit, kreatives und logisches Denken sowie die Zusammenarbeit mit anderen Menschen“, sagt der stellvertretende SIBB-Vorstandsvorsitzende. Vor allem Berlin hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der stärksten IT-Standorte in Deutschland und damit zum „hot spot“ für IT-Studenten und Berufsanwärter entwickelt.

Mehr als 3.600 IT-Unternehmen in der Region

Die Infrastruktur könnte für Jobsucher nicht besser sein: Rund 3.600 IT-Unternehmen und etwa 27.000 Beschäftigte arbeiten in Berlin und Brandenburg. Zu den Arbeitgebern zählen bekannte Firmen wie Siemens, IBM, Deutsche Telekom, O2 Germany, Vodafone, Motorola, eBay, Microsoft, T-Systems, Oracle und SAP.

Mittlerweile sind fast alle wichtigen Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche in der Hauptstadt vertreten. Zwanzig der dreißig größten IT- und Telekommunikations-Firmen haben hier eine Niederlassung. Und die jährliche Internationale Funkausstellung IFA gilt als die weltweit größte Branchenmesse für Gebrauchselektronik. Auch die Universitäts- und Fachhochschullandschaft kann sich sehen lassen: Interessierte finden fünf Universitäten mit Informatik- und Medienlehrgängen und fünf weitere Fachhochschulen.

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Im Labyrinth der Ausbildung: In die IT-Branche führen viele Wege. Auch Quereinsteiger sind willkommen.

Bewerber sollten Vorerfahrung mitbringen

Trotz Finanzkrise bauen einige Firmen zudem ihre Jobangebote aus. Der Branchenriese SAP plant zum Beispiel für 2009, die Zahl seiner dualen Ausbildungs- und Studienplätze um ein Viertel zu erhöhen. Jörg Staff, Senior Vice President Human Resources, sucht vor allem Bewerber, die bereits Vorerfahrungen im IT-Bereich vorweisen können, beispielsweise bereits ein Praktikum gemacht oder in einem IT-Unternehmen gejobbt haben.

Im Vorteil ist, wer bereits theoretische oder sogar praktische Kenntnisse in einer gängigen Programmiersprache, wie zum Beispiel Java, hat oder ein gutes Verständnis für Datenbank-Technologien zeigt. „Der ideale Bewerber sollte in der Lage sein, ein gutes Zeitmanagement bezüglich seiner Aufgaben und Ziele zu betreiben“, sagt Staff.

Internationale Teams arbeiten virtuell zusammen

Ein Gespür für das Machbare, kreative Ideen und die Berücksichtung der Qualitätsansprüche – dies alles spiele eine große Rolle. Bei SAP arbeiten die Mitarbeiter zudem in sogenannten virtuellen und auf dem gesamten Globus verteilten Teams. „Bei der Auswahl der Kandidaten legen wir daher besonderen Wert auf ein kulturelles Verständnis und fließende Englischkenntnisse in Wort und Schrift.“

Auch Quereinsteiger haben gute Chancen

Wer aus einer anderen Branche komme, sollte wertvolles Produkt- oder Branchenwissen mitbringen, Erfahrungen im Projektmanagement oder andere Erfahrungen haben, auf die er aufbauen kann, sagt Staff. Quereinsteiger aus den Bereichen BWL und Ingenieurwissenschaften haben gute Karten.

Ob Allrounder oder Spezialist: Wer es in der IT-Branche leichter hat, hängt von den konkreten Jobanforderungen ab, sagt Christiane Schütz von IBM. „Im hochwertigen Segment, also bei hochqualifizierten Tätigkeiten, geht der Trend hin zur Spezialisierung. Expertenwissen und einschlägige Branchenexpertise sind gefragt.“

Hier bietet IBM in den unterschiedlichsten Bereichen Karriere-Möglichkeiten: „So sind wir zum Beispiel an Unternehmensberatern interessiert, die über eine tiefe Branchenexpertise, etwa im Bankenbereich wie Business Risk Management oder Capital Markets verfügen. Um zu verstehen, was der Kunde möchte, muss man die bestimmte Branche kennen“, sagt Schütz, die für die Firmenkommunikation zuständig ist.

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Trotz Finanzkrise bauen einige Firmen ihre Jobangebote aus.

Studenten sollten flexibel bleiben

Der Branchenverband SIBB sieht darüber hinaus einen großen Bedarf bei Software-Entwicklern und Systemadministratoren. Gefragt seien aber auch Mitarbeiter an der Schnittstelle zwischen Technik und Kunden, wie IT-Consultants oder Vertriebsmitarbeiter.

Dirk Stocksmeier rät Studienanfängern, während des Studiums möglichst flexibel zu bleiben und stets über den Tellerrand des eigenen Spezialgebietes hinauszuschauen: „Die Branche entwickelt sich rasant.“ Darüber hinaus suchten viele Unternehmen gerade nach Mitarbeitern, die zwischen Technik und Kunden vermitteln können.

Als Azubi in die IT-Branche

Doch neben dem Studium führt auch eine Ausbildung zum gut bezahlten Beruf in der IT-Branche. Wer nicht studieren möchte, kann zwischen vier Ausbildungsberufen wählen: Informatikkaufmann, IT-System-Kaufmann, IT-Systemelektroniker und Fachinformatiker.

Branchenexternen Bewerbern rät Stocksmeier vom SIBB, auch mal einfach zum Telefonhörer zu greifen: „Rufen sie das Unternehmen an, das die für sie interessante Stelle ausgeschrieben hat. Fragen sie, wie wichtig die geforderten Fachkenntnisse sind und ob man Chancen als Quereinsteiger hat.“

Manchmal sei Know-how aus anderen Fachbereichen genauso wichtig wie Kenntnisse von Programmiersprachen oder Anwendungen. „Erfahrene Projektleiter haben zum Beispiel gute Chancen auf einen Quereinstieg in der IT-Branche.“ Diese würden wissen, wie Projekte gemanagt werden, und könnten sich spezifische Themenkenntnisse meist umgehend aneignen.

Kontakt zum Autor: Katja Winckler