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Sprechtraining gehört zur Ausbildung in der "Starter"-Schauspielschule dazu.
Berufswunsch Schauspieler
Nützliche Adressen
• Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler BFFS e. V., Charlottenstraße 80, 10117 Berlin, www.bffs.de, Tel. 2 25 02 79 30
• Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA), Feldbrunnenstraße 74, 20148 Hamburg, buehnengenossenschaft.de, Tel. 040/44 38 70 und 44 51 85
• Starter – Berliner Schauspielschule für Film und Fernsehen, Oderberger Straße 22, Prenzlauer Berg, www.starter-schauspielschule.de, Tel. 44 04 32 84
• Filmschauspielschule Berlin, Helmholtzstraße 2-9 (Aufgang D), Charlottenburg, www.filmschauspielschule.de, Tel. 31 01 65 71
Die Schüler bewerben sich nach dem Besuch der "Schule für Film und Fernsehen" mit Demo-Tapes bei Castingagenturen.
Doch nicht jeder Schauspieler findet ein Engagement. Zweit- und Drittjobs sind keine Seltenheit.
Für viele ist es der Traumberuf: Schauspieler. Aber wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag eines Film- und Bühnenstars aus?
„Und Cut!“, ruft der Regisseur. Die Falten auf seiner Stirn verheißen nichts Gutes. „Da warst du sehr verborgen, Jens“, sagt er zum Schauspielschüler, der einen Angestellten in der Arbeitsagentur mimt. Also noch mal von vorne. Und noch mal. Und noch mal.
Jungen Talenten droht Arbeitslosigkeit
Viermal wird die Szene wiederholt, bis die Probe für das Demo-Band sitzt. Mit diesem werden sich die Schüler der Schauspielschule Starter in Prenzlauer Berg nach ihrer zweijährigen Ausbildung bei Casting-Agenturen bewerben.
Dass ausgerechnet eine Szene im Jobcenter aufs Band kommt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Schauspieler sind überdurchschnittlich stark von Arbeitslosigkeit betroffen. Da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, sagt die Statistik wenig aus. Doch bei den Künstlerberufen bilden sie inzwischen die größte Gruppe, die zur Sicherung ihrer Existenz mindestens noch eines Zweit- oder Drittjobs bedarf.
Bezahlung nur noch pro Aufführung
Vor allem im Alter werden Angebote angesichts des Jugendwahns rar. Für Frauen gibt es insgesamt weniger Rollen als für Männer. Auch der Verdienst fällt bisweilen mager aus. Laut der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) werden viele Theaterschauspieler nicht mehr für Proben, sondern nur noch für Aufführungen bezahlt – und erhalten so manchmal nur 80 Euro an einem Abend. Andererseits gibt es Künstler mit großem Namen, die pro Auftritt 500 Euro und mehr bekommen.
Von solch trüben Aussichten will sich Jens Reuter nicht desillusionieren lassen. Für ihn gebe es noch genug junge Rollen, meint der 30-Jährige, der locker für 25 durchgehen könnte. Seine Lehrerin sagt: „Vom seriösen Bankangestellten bis zum herrschsüchtigen Naziführer könnte ich mir bei ihm alles vorstellen.“ Ein Kompliment, das wohl nur Schauspieler als solches auffassen.
Sich total in der Rolle austoben
„Ich bin gut erzogen und eher ein ruhiger Typ, aber als Schauspieler kann ich was total anderes spielen“, erklärt Reuter seine Begeisterung für den Beruf. Bei seiner Ausbildung hat er sich bewusst für Berlin entschieden – neben Hamburg, München und Köln der wichtigste Standort für die Film- und TV-Branche. In den vergangenen Jahren hat die Hauptstadt kräftig aufgeholt. Günstige Produktionsbedingungen und kooperative Ämter bei Drehgenehmigungen locken internationale Großproduktionen und Casting-Agenturen an die Spree.
Mit seinen mehr als 50 Bühnen ist Berlin auch für Theaterschauspieler attraktiv. Eine von ihnen ist Judica Albrecht. Bei der Frage, ob sie sich noch mal für die Schauspielerei entscheiden würde, muss die 36-Jährige kurz überlegen. Doch dann sagt sie mit voller Stimme: „Ja, ich glaube ja.“ Es sei ein wunderschönes Gefühl, zusammen mit einem Ensemble ein Stück zu erfassen.
Mit Kopf und Körper gleich stark dabei
In keinem anderen Beruf sei sie so mit Kopf und Körper gleichzeitig dabei. Bundesweit hat Albrecht an Theaterhäusern in klassischen Stücken wie „Die Jungfrau von Orleans“ und „Anna Karenina“ gespielt. Als Schauspieler müsse sie vor allem flexibel sein. Sprechrollen in Hörspielen, ein Werbespot, diverse Filmrollen – dies alles findet sich neben den Theaterrollen in ihrer Vita. Mittlerweile entwickelt sie moderne Theaterprojekte und arbeitet als Trainerin für Schüler- und Jugendtheatergruppen.
Jugendlichen mit Berufsziel Schauspielerei rät sie, sich möglichst viel auszuprobieren. Auch der regelmäßige Theater- und Kinobesuch sei wichtig, um die eigenen Interessen und Ziele herauszufinden. Dazu kommen Gesangsunterricht und Stimmausbildung.
Trotzdem bleibt es ein Traumberuf
Und dann die Bewerbung an einer Schauspielschule? Nicht unbedingt, entgegnet Albrecht, die selbst nie eine Schauspielschule besucht hat. „Für mich war das richtig so.“ Vor dem Älterwerden hat die 36-Jährige keine Angst. „Witzigerweise war ich kürzlich zweimal zu jung für eine Rolle.“ Ihr Traum sei es gewesen, mit spannenden Menschen arbeiten zu dürfen. „Und dieser Traum“, sagt sie mit einem breiten Lächeln, „hat sich auf jeden Fall erfüllt“.
Kontakt zum
Autor:
Jörg Oberwittler
(Website)
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Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010