Noras Dating-Drama
Sehen Sie auch unseren neuen V-Blog über ein total verkorkstes Candle-Light-Dinner mit den Kommentaren des Berliner Stiltrainers Jan Schaumann. Hier geht's zum Film.

Gutes Benehmen ist nicht nur beim ersten Date oberstes Gebot.
Mit Knigge zum Erfolg:
Der Stiltrainer
Jan Schaumann
Schloßstraße 50
12165 Berlin
www.stiltrainer.de
Tel. 88 66 38 66
Jacqueline Schröder
Ginsterheide 7c
14532 Kleinmachnow
www.sawya.com
Tel. 033203 / 86917
Testen Sie Ihr Benehmen
Regelmäßig bietet Jacqueline Schröder ihre Knigge-Seminare im Schloss Diedersdorf an – und weil das Schloss als Hochzeitslocation hoch im Kurs steht, gibt es hier auch den Hochzeitsknigge-Kurs „Vom Bräutigam zum Hochzeitsschwarm“.
Institut für Stil und Etikette
Uwe Fenner
Bertinistraße 15
14496 Potsdam
www.fenner.de
Tel. 0331 / 243 95 32
Von Uwe Fenner ist auch das Buch „Spaß am Stil“ sowie das gleichnamige Hörbuch im Handel erhältlich.
ImageKreation
Regina Trutnau-Günther
Eiderstedter Weg 1A
14129 Berlin
Tel. 801 33 40
Hier geht's zum Knigge-Online-Test: www.imagekreation.de
Auch in den Berliner Volkshochschulen ist Knigge ein Thema:
Die VHS-Reinickendorf bietet die Kurse „Gute Umgangsformen – Knigge aktuell“ sowie „Spaß an guten Manieren – beruflich und privat“ an.
In der VHS-Steglitz-Zehlendorf stehen „Erfolgsfaktor Umgangsformen“ und „Smalltalk – beim ersten Eindruck punkten“ auf dem Programm.
Zum Geschäftsessen in Turnschuhen? Da darf man sich nicht wundern, wenn’s mit dem Vertragsabschluss nicht klappt. Doch die wahren Fettnäpfchen sind viel gemeiner. Wer die Regeln korrekter Umgangsformen nicht kennt, kann jederzeit hineintappen. Aber nicht verzweifeln: Stil und Etikette sind erlernbar.
Studenten ebenso wie Führungskräfte lassen sich bei Stiltrainer Jan Schaumann den richtigen Schliff verpassen. Warum sie professionelle Hilfe brauchen? Weil klassische Werte wie Benehmen bei den 68ern ein bisschen tief in die Mottenkiste gepackt worden seien, sagt Schaumann.
Benehmen wird vor allem im Job wieder wichtiger
„Da wurden Prioritäten anders gesetzt, stand der Kampf um Emanzipation an erster Stelle – der war ja auch wichtig.“ Jetzt werde die Benimm-Kiste langsam wieder geöffnet. Und da ist manchmal Nachhilfe vonnöten.
Beispielsweise bei der Frage des Vorstellens: Vorbei ist die Zeit, da das Motto "Ladies first!" galt. "Beim Geschäftskontakt zählt grundsätzlich die 'Nahrungskette'", erklärt Jan Schaumann. "Wenn ich mit einer Kollegin zu einem Kunden gehe, ist der Kunde automatisch der Ranghöchste, und der erfährt den Namen zuerst." Viele Frauen, die in höhere Positionen aufsteigen, seien deshalb verwundert und fühlten sich plötzlich nicht mehr als Frau behandelt, sagt Jacqueline Schröder, Trainerin für moderne Umgangsformen.
Auch für Kinder gibt's Benimm-Kurse
Unerfreuliche Benimm-Erfahrungen machen oft schon Kinder und Jugendliche. „Meist wissen sie nicht einmal warum“, berichtet Jacqueline Schröder. Viele Eltern seien beruflich so eingespannt, dass versäumt werde, den Kindern Benimm beizubringen. In ihren Kursen „Minis machen’s richtig“ und „Knigge for Teens“ will Trainerin Schröder nicht nur Wissen, sondern Spaß am guten Benehmen vermitteln.
Das hilft nicht nur beim Geburtstag von Onkel Karl, sondern später auch beim ersten Date. Dann weiß der junge Herr, dass er seine Angebetete zuerst ins Restaurant eintreten lässt, dann aber die Führung an den Platz übernimmt. Oder dass er besser keine Blumen mit in die Gaststätte bringt, weil das die Dame verlegen macht.
Gutes Benehmen kann mangelhaftes Zeugnis ausgleichen
„Anders ist es, wenn er das Mädel zu Hause abholt, dann kann sie den Strauß gleich in die Vase stellen“, sagt Schröder. Ihr Tipp: Bei der Einladung zum Essen unbedingt einen Tisch bestellen. „Damit kann der junge Herr bei der Dame gleich punkten.“ Ebenfalls wichtig: Wer einlädt, zahlt. Zumindest beim ersten Rendezvous. „Beim zweiten Treffen ist es völlig okay, wenn jeder seins zahlt.“
Unter dem Motto „Startbahn“ begleitet Schröder junge Leute auch ins Berufsleben. „Souveränes Auftreten im Bewerbungsgespräch kann eine Fünf im Zeugnis wettmachen“, ist ein Ergebnis ihrer Befragung von Arbeitgebern in Berlin und Brandenburg.
Gutschein zum Geburtstag als Wink mit dem Zaunpfahl
Eine ihrer Kursteilnehmerinnen erzählt freimütig, dass sie zuerst ganz schön sauer gewesen sei, als ihre Mutter ihr den Knigge-Band mit dem Gutschein zum Benimm-Kurs geschenkt habe. Immerhin sei sie mit Mitte 20 kein Kind mehr. „Aber dann habe ich verstanden, dass es meinen Eltern darauf ankommt, dass ich im Vorstellungsgespräch souverän auftrete“, ist die Doktorandin inzwischen froh, auf dem glatten gesellschaftlichen Parkett Halt gefunden zu haben.

Beim Händeschütteln fängt's an: Untergebene warten ab, ob der Vorgesetzte den Körperkontakt will.
Andere Länder, andere Sitten
Lesen Sie auch unsere kleine Serie "Business-Knigge" – zum Beispiel "Unpünktlich sein und Schuhe aus!" über geschäftliche Stil-Regeln in Indien. Außerdem erfahren Sie mehr über Besonderheiten in Russland, Asien, den USA und im Orient.
Auch die Teilnehmer bei Schaumanns offenen Seminaren haben oft einen Wink mit dem Zaunpfahl bekommen, zum Beispiel von der Ehefrau oder dem Freund. „Ein Gutschein ist nicht so krass wie die Aufforderung: Geh da mal hin, du hast’s nötig“, sagt Schaumann.
Wie isst man Spaghetti, ohne die Krawatte zu bekleckern?
Gerade bei Tisch lassen viele Zeitgenossen Manieren vermissen. So wird in Schaumanns Kursen gemeinsam ein Salat mit Garnelen gegessen, ein kompletter Fisch serviert – oder auch ein Nudelgericht. Spaghetti mit Tomatensauce zu essen, ohne sich die Krawatte zu bekleckern, sei nämlich viel schwieriger, als einen Hummer mit Anstand zu vertilgen.
Und: „Wo Hummer serviert wird, wird er auch filetiert.“ Die Angst, mit der Zange nicht umgehen zu können und den Tisch in ein Schlachtfeld zu verwandeln, sei also völlig irrelevant.
Wohin mit Serviette und Messer
Wichtiger sei da schon, dass die benutzte Serviette links neben dem Teller abgelegt wird, wenn man zwischen zwei Gängen aufstehen muss. Und dass ein benutztes Messer grundsätzlich nicht mehr auf dem Tisch abgelegt wird. Oder dass das zum Essen gereichte Brötchen weder zerschnitten noch komplett mit Butter beschmiert wird.
Und was ziehe ich zum Beispiel zum Geschäftsessen an? „Neben der Konvention komme es auch auf den eigenen Geschmack an, sagt Schaumann. „Wenn ich der Typ bin, der zu einer schreiend orangefarbenen Krawatte steht, dann kann das auch passend sein.“ Auch wenn man dann mit einer gesellschaftlichen Regel breche.
Manchmal einfach nur dem Bauchgefühl folgen
„Nur wer die Regeln kennt, kann sie auch bewusst brechen.“ Genau so sei auch Knigge zu verstehen. „Der war alles andere als ein Benimm-Papst, sondern ein großer Verfechter der Aufklärung.“
Gerade im menschlichen Miteinander müsse man manchmal einfach seinem Bauchgefühl trauen. Und wenn das einem sage, der Dame in den Mantel zu helfen, dann sei das okay. Wobei Schaumann empfiehlt, das nur auf Nachfrage zu tun. Und dann kommt es darauf an, die Frage richtig zu formulieren.

Der Handkuss ist bei beruflichen Anlässen meistens übertrieben.
Kommt an: "Darf ich Ihnen den Mantel reichen?"
Sein Tipp: Darf ich Ihnen den Mantel reichen. „Dann sehe ich an der Körperhaltung der Frau, ob sie ihn nur gereicht haben möchte oder ob ich ihr hineinhelfen darf.“
Nach einem Besuch bei Jan Schaumann wissen die Kursteilnehmer, dass sie nach wie vor „Gesundheit“ wünschen dürfen, wenn jemand niest. Und dass das Handy rechtzeitig auf „lautlos“ zu stellen ist. Auch das Piepen im Meeting, das den Erhalt einer SMS signalisiere, sei respektlos gegenüber dem Referenten, zeigt Schaumann der dauerhaften Erreichbarkeit ganz klar die rote Karte.
Knigge-Test im Internet
Einen ersten Eindruck, wie’s um die eigene Etikette bestellt ist, vermittelt ein Knigge-Test, den Gabriela Brodersen-Knoll und Regina Trutnau-Günther online gestellt haben (siehe gelber Kasten). Wer von den 20 Fragen nur die Hälfte richtig beantwortet, bekommt die Ansage: Basics allein genügen nicht, und den Tipp, einen Kurs bei ImageKreation zu besuchen – dem Unternehmen, in dem die beiden Trainerinnen in Berlin und Frankfurt/Main moderne Umgangsformen vermitteln.
Ebenfalls online: der große Benimm-Test fürs Bett einer großen deutschen Tageszeitung mit den besonderen „Verkehrsregeln“ – und dem Hinweis, beim ersten Date besser keinen „Sex on the beach“ zu bestellen. Die Einladung zum Cocktail könnte falsch verstanden werden.
Kontakt zum
Autor:
Katrin Starke
Lesen Sie auch unsere kleine Serie "Business-Knigge" – zum Beispiel "Unpünktlich sein und Schuhe aus!" über geschäftliche Stil-Regeln in Indien. Außerdem erfahren Sie mehr über Besonderheiten in Russland, Asien, den USA und im Orient.
Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010