Job & Karriere

Handwerk mit Aufstiegschanchen

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Dachdecker sind auf Nachwuchssuche.

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Weitere Infos beim Zentralverband des Deutschen Dachhandwerks, www.dachdecker.de, Tel. 0221 / 39 80 38-0 und

der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin, www.berliner-dachdecker.de, Tel. 030 / 771 00 70.

Eine Lehrstellen- und Jobbörse bietet die Dachdeckerschule Berlin unter www.dachdeckerschule-berlin.de.

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Die Fachkräfte auf dem Dach setzen auch Solarzellen ein.

Bei den Dachdeckern klettern die Ausbildungszahlen nach oben – und auch bei der Bezahlung liegen die Azubis an der Spitze. Trotzdem fürchtet die Branche einen Fachkräftemangel. Beste Chancen für Neueinsteiger.

Den Weg nach oben hat Marcel Kurzer schon geschafft. Mit 21 Jahren ist er bereits ein Filmstar. Zumindest in der Dachdeckerbranche. Als einer von drei Azubis wirbt der Reinickendorfer in einem Kurzfilm der Berliner Dachdeckerinnung für seinen Lehrberuf.

Infofilm gegen drohenden Fachkräftemangel

In sieben Minuten verlegt Marcel Ziegel, schneidet Bitumenbahnen, lötet Dachrinnen, freut sich über die bestandene Gesellenprüfung und schmunzelt am Ende in die Kamera. Ein Film, den die Innung auf ihrer Internetseite präsentiert und in Schulen vorführt, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Noch klettern die Ausbildungszahlen im Berliner Dachdeckerhandwerk deutlich nach oben. „Im vergangenen Jahr hatten wir 20 Prozent mehr Lehrlinge“, sagt Geschäftsführer Rüdiger Thaler von der Berliner Innung. Derzeit tummeln sich 210 Lehrlinge in allen drei Lehrjahren. Während es der Baubranche laut Fachgemeinschaft Bau Berlin und Brandenburg seit Jahresbeginn wieder etwas schlechter geht, profitieren die Dachdecker von der gestiegenen Altbausanierung in Berlin.

Von der Wärmedämmung bis zur Solaranlage

Die Zeiten des hammerschwingenden Handwerkers, der ausschließlich Holz und Dachplatten bearbeitet, sind längst vorbei. Die Fachkräfte auf dem Dach müssen heute mehr als nur schwindelfrei sein und Holz bearbeiten können: Sie kümmern sich um Wärmedämmung, bauen Metalldächer, verkleiden Außenwände, installieren Dachfenster, verlegen Bitumenbahnen und setzen Solarzellen ein.

„Wir bieten vom Dachstuhl bis zur Eindeckung alles aus einer Hand und sind damit zum Komplettanbieter geworden“, sagt Thaler. Die Entwicklung zu immer mehr Technik werde durch neue Klimaschutzgesetze der Bundesregierung in den nächsten Jahren noch weiter zunehmen. Seit 2003 verfügt das Schulungszentrum in Steglitz-Zehlendorf daher über eine vollbegehbare Dach-Photovoltaikanlage, auf der die Azubis den Einbau erlernen.

Kein Arbeitstag ist wie der andere

Auch neuartige Dämm- und Baustoffe machen die Ausbildung komplexer – ganz zur Freude der Azubis: „Der Beruf ist total vielfältig geworden. Ich mache jeden Tag was anderes“, sagt Marcel. Vor allem das Arbeiten an der Luft gefällt ihm. „Ich könnte niemals die ganze Zeit im Büro sitzen“, meint der Reinickendorfer. Da sein Vater Dachdecker ist, wusste er, was auf ihn zukommt. Ähnlich erging es auch Christopher Reißner. Über seinen Onkel fand der 20-Jährige Gefallen am Dachdecker-Handwerk. „Besonders gut finde ich, dass ich am Ende des Tages sehen kann, was ich geschafft habe.“

Marcel und Christopher streben nach der Gesellenprüfung auch in der Karriere den Weg nach oben an. So bietet der Dachdeckerberuf Aufstiegschancen nicht nur zum Meister, sondern auch zum Betriebswirt oder Ingenieur. Auch im Lohn sind die Dachdecker-Azubis spitze: Die Ausbildungsvergütung zählt mit zu den höchsten im Handwerk. Bis zu 875 Euro (drittes Lehrjahr) gibt’s.

Hohes Risiko bringt hohes Gehalt

Ausgelernte Dachdecker verdienen anfangs zwischen 2000 und 2500 Euro brutto. Eine Art Gefahrenzulage: Die Arbeit in luftiger Höhe ist auch mit einer hohen Unfallgefahr verbunden. Bei Versicherungen zählen Dachdecker zu den risikoreichsten Berufsgruppen.

Kontakt zum Autor: Jörg Oberwittler


Über Handwerker auf der Walz lesen Sie in unserem Beitrag "Gesellen auf Wanderschaft". Zahlreiche weitere Berufsportraits finden Sie hier.


Zuletzt aktualisiert: 04.08.2010