Berufsbilder
BANG-Macherin Große TöneDer Schrei eines außerirdischen Tieres für ein futuristisches Computerspiel. Oder das Quietschen eines Rennwagens für einen digitalen Formel-Eins-Wettkampf. Die Computerspielgeräusche, die Mona Mur – so der Künstlername der 48-Jährigen – produziert, haben viele Facetten.
Tatortreiniger Starke NervenDas wichtigste an Christian Heistermanns Ausrüstung ist die Atemmaske. "Wenn ich Wohnungen betrete, in denen über Wochen eine Leiche lag, riecht es verdammt ekelhaft", sagt der 39-Jährige. Gut, dass der Gebäudereinigermeister nicht zart besaitet ist.
Tiersterbebegleiterin Mit GefühlSie ist da, wenn es ernst wird für Hund und Herrchen. Gabriele Zuske, Tierpsychologin und -homöopathin bietet "Tiersterbebegleitung" an. "Ich versuche, mit homöopathischen Mitteln die Schmerzen der Tiere zu lindern oder sie beim Lösen von dieser Welt zu unterstützen", sagt die 48-Jährige.
Klamottenpimperin Sehr kleidsamSie rettet die Lieblingsjeans, die irgendwann einfach durchgescheuert ist. Oder die Bluse, die zwar total cool sitzt, aber ein blödes Herzchen an der Schulter hat. Klara Linthe pimpt Klamotten. Das heißt, sie hübscht die Kleider auf, die entweder schon angeschlagen sind oder an denen irgendein Detail nervt.
Die Luftverkäuferin Sauerstoff ohne EndeChristine Anderson gehört der erste Sauerstoffladen in Berlin. Wer ihren "Floatstore" besucht, kann zwanzig Minuten lang ab zwölf Euro Sauerstoff ohne Ende bekommen: auf einer Liege oder in einem der Float-Tanks, die mit Solewasser gefüllt sind.
Die Ankleiderin Anziehend"Kann man eine enge Korsage oder ein Rokoko-Kleid allein anziehen?", fragt Maike Wiehle diejenigen, die sie verblüfft anschauen, wenn sie ihren Beruf nennt: Ankleiderin. Seit fast zwanzig Jahren kümmert sie sich im Deutschen Theater darum, dass die Schauspielerinnen richtig und vor allem pünktlich angezogen sind.
Braunmacherin Bräune auf KnopfdruckSie ist sehr hübsch, sehr schlank – und sehr braun. Perfekt für ihren Job, denn Sarah Müller macht Menschen braun. Fünf Spray-Kabinen versprechen dunkle Haut aus dem Automaten. Ganz einfach ist die Prozedur, "Tannen" genannt, allerdings nicht:
Kulturbegleiterin Auf KulturMit ihren Kunden geht Bri Meyer-Campsen ins Theater, Konzert oder Kino. Oder die 55-Jährige leistet ihren vornehmlich älteren und demenzkranken Klienten beim Friseur-Besuch oder bei einer Tasse Kaffee im KaDeWe Gesellschaft.
Pflanzendoktor Händchen fürs GrüneEr sieht aus wie ein richtiger Arzt. In weißer, wetterfester Arbeitskleidung kommt Jenne Packwitz, sobald es Probleme in den Gärten seiner Kunden gibt. Ausgerüstet mit Spezialwerkzeug, wie etwa einem „Photometer“ zur Nährstoffermittlung und einer nahezu kompletten Pflanzenapotheke, begibt sich Deutschlands erster mobiler Pflanzendoktor auf Ursachenforschung.
Dachdecker Handwerk mit AufstiegschancenBei den Dachdeckern klettern nicht nur die Ausbildungszahlen nach oben. Auch in der Bezahlung sind die Azubis spitze. Vor allem der wachsende Bedarf an Altbausanierungen in Berlin spielt den Dachdeckern zu und sorgt für gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt. Trotzdem beklagt die Branche einen Fachkräftemangel. Deshalb wirbt die Berliner Dachdeckerinnung jetzt mit einem Infofilm an Schulen um Nachwuchs. Einer der Hauptdarsteller: Marcel Kurzer, den wir bei seiner Arbeit begleitet haben.
Werbetexter Wortakrobat und VerkaufstalentSchampus trinken und nebenbei mal eine flotte Zeile aus dem Ärmel schütteln – dieses Klischee vom Werbetexter ist weit verbreitet. Doch in der Realität präsentiert sich der Beruf oft weniger glamourös. Die „Kreativen auf Abruf“ schreiben Texte für Prospekte, Plakate, Radio- und Fernseh-Spots oder für Internetauftritte. Dabei müssen sie die Information über ein Produkt unterhaltsam und verständlich auf den Punkt bringen und die Zielgruppe ohne Umschweife erreichen.
Tätowierer Bilder, die unter die Haut gehenWidmungen, Liebesschwüre oder Wunschbilder: Ein Tätowierer verändert das Aussehen der Haut für immer. Dafür muss er sehr sensibel mit Menschen umgehen können. Ob er Künstler oder Handwerker ist, bleibt umstritten. Er sollte beides miteinander vereinen können – denn ohne künstlerisches Talent und handwerkliches Können geht nichts in diesem Beruf.
Goldschmied Handwerker mit Gefühl für MenschenSägen, feilen, löten, schmieden – Goldschmiede müssen nicht nur beste Fingerfertigkeiten besitzen, um erfolgreich Schmuckstücke zu gestalten. Sie sollten sich auch in Menschen mit ihren jeweiligen Bedürfnissen einfühlen können und einen Riecher für die gegenwärtigen Trends mitbringen. Schließlich müssen Schmuckstücke zeitgemäß sein und zur aktuellen Mode und dem Zeitgeist passen. Und mancher macht aus dem Goldschmieden gar ein Event.
Zweiradmechaniker Spezialisten für zwei RäderBei rund drei Millionen Fahrrädern in Berlin dürfte es den Zweiradmechanikern eigentlich nie langweilig werden. In einer dreieinhalbjährigen Ausbildung lernen sie, wie man Mountainbikes, Renn-, Touren- oder Liegeräder instand hält und auch sonst jeden Kundenwunsch in Sachen Drahtesel erfüllt.
Masseur Job mit FingerspitzengefühlMassagen, Wasser, Wärme, Licht – der Masseur hat viele Arbeitswerkzeuge, für verspannte Rücken oder brettharte Halspartien. Das genießen nicht nur kranke, behinderte oder erholungsbedürftige Klienten, sondern auch zunehmend Gesunde, die sich zur Vorbeugung von Schmerzen unter die Finger des Masseurs legen.
Maskenbildner Verwandlungskünstler mit DiplomSie vergrößern Nasen, zaubern blonde Locken und lassen Falten verschwinden: Maskenbildner arbeiten sowohl fürs Theater, als auch auf Film- und Fotostudiosets. Ein bis drei Jahre dauert die Ausbildung, die sogar als Diplom-Studiengang an der Fachhochschule erlernt werden kann. Gefragt sind Fantasie und Kreativität. Einen einzigartigen Einblick hinter die Kulissen gibt’s gratis dazu.
Bestattungsfachkraft Dienstleister mit FeingefühlBestattungsfachkraft ist ein krisensicherer Job. Bestatter in spe lernen in einer dreijährigen Ausbildung, wie man die Hinterbliebenen informiert, berät und betreut, um die Bestattung in deren Sinne zu gestalten. Sie müssen sich um Verwaltungsarbeiten kümmern und Kontakte mit Friedhofsverwaltungen, Krankenhäusern, Versicherungen, Krankenkassen, Krematorien und Pfarrern pflegen.
Illustrator Von wegen brotlose KunstIn den USA haben sie sich schon längst zu Stars gemausert. Bei uns hingegen fristet dieser Job noch ein Nischendasein: Doch das dürfte sich bald ändern, denn Illustratoren gestalten immer häufiger Mode- und Musikmagazine mit ihren Zeichnungen. Brotlose Kunst? Momentan schon. Aber wer sich durchbeißt, hat gute Chancen. Schließlich machen Illustrationen das Leben erst so richtig bunt – nicht nur in Zeitschriften, sondern auch in Büchern, auf Werbeprospekten oder in animierten Filmen.
Casting-Agent Kontaktfreudige Star-Macher mit großer KarteiDie meisten von uns träumen davon, einmal in einem Film mitzuspielen – und sei es als Statist in einer kleinen Nebenrolle. Um als Laie, aber auch als Profi-Schauspieler ein begehrtes Engagement zu bekommen, arbeiten etablierte Darsteller und Newcomer mit Casting-Agenten zusammen. Eine Ausbildung für diesen Beruf gibt es nicht. Fast alle Casting-Agenten sind kommunikative Quereinsteiger mit guten Kontakten zur Filmbranche.
Bademeister Arbeiten in BadelatschenIhr Arbeitsplatz ist da, wo andere sich erholen, körperlich ertüchtigen oder erste Liebesbande knüpfen: im Schwimmbad. Die dreijährige Ausbildung zum Bademeister umfasst aber mehr, als nur leicht bekleidet für die Sicherheit von Kindern, Halbwüchsigen und Rentnern zu sorgen. Fachangestellte für Bäderbetriebe, wie es offiziell heißt, sind auch für die Hygiene im jeweiligen Schwimmbetrieb verantwortlich. Und manch einer ist sogar im Bereich Öffentlichkeitsarbeit aktiv.
Drehbuchautorin Geduld ist das A und ODrehbuchautor – das stellt man sich als coolen Job vor: Gemütlich im Mitte-Café sitzen, Latte macchiato schlürfen – und schon sprudeln aus einem nur so die Ideen.
Luftartist Arbeiten, wo die Luft dünn istIn schwindelerregender Höhe über einem staunenden Publikum arbeiten, das ist der Job von Luftartisten. Die Berlinerin Kaatie Akstinat entschied sich nach der Schule für diesen ungewöhnlichen Beruf. Seit ihrer Ausbildung zählen Kinderzirkusse, Opern, Cabarets und Varietés zu ihren Auftraggebern – und zuweilen Autohäuser.
Detektiv Verschwiegenheit ist TrumpfRund 800 Detekteien sind in Deutschland rund um die Uhr im Einsatz – für Privatpersonen, aber vor allem im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität. Eine Berliner Detektivschule bildet Nachwuchs aus. Bei Bewerbern werden technische und zwischenmenschliche Fähigkeiten sowie geistige Flexibilität vorausgesetzt. Das Wichtigste aber ist, zu sein wie ein Buch: verschwiegen.
Geburtshelfer Beratung - zuweilen rund um die UhrAusgebildete Hebammen und Entbindungspfleger betreuen nicht nur im Vorfeld Eltern in spe. Auch nach der Entbindung sorgen sie sich um das Wohl von Mutter und Kind und beraten in Fragen der Säuglingspflege und dessen Ernährung.
Wahrsagerin Professionell in die Zukunft blickenDen Beruf "Wahrsager" kann man nicht lernen. Er ist eine Berufung. Die Berlinerin Gabriele Hoffmann hatte in ihrer Familie mehrere Verwandte mit seherischen Fähigkeiten. Irgendwann machte sie aus ihrer Nebentätigkeit einen Vollzeitjob.
Fitnessfachwirt Ein "Meister" fürs FitnesscenterAuch in den Sport- und Fitnessstudios hält professionelles Management Einzug. Die Studios brauchen Experten. Und da sind Fitnessfachwirte gefragte Spezialisten, die das nötige Fachwissen haben und sich für neue Führungsposten empfehlen. Mike Baldinger ist ein Beispiel dafür. Der 29-jährige Ex-Motorrad-Profi hat sich den Traum vom eigenen Studio erfüllt. Mit seinem Großcousin Dirk hat er innerhalb von acht Monaten ein altes Fitnessstudio zu dem modernen Sportcenter Ihringen umgebaut. Heute zählt die Multifunktionsanlage mit Gerätetraining, Tennis, Badminton und Bistrobereich schon einige hundert Mitglieder.
Dolmetscher Mittler zwischen den KulturenDometscher und Übersetzer brauchen nicht nur ein Talent für fremde Sprachen, sondern sie sind vor allem auch Mittler zwischen den Kulturen. Übersetzen sie simultan, haben sie nur wenige Sekunden, um wenigstens den Kern des Sachverhaltes so auszudrücken, dass Zuhörer aus anderen Ländern inhaltlich folgen können. Dafür sind kulturelle Kompetenz und gutes Allgemeinwissen gefragt. „Man muss wissen, welche zusätzliche Information der andere braucht bzw. was unter den Begriffen üblicherweise in den Ländern verstanden wird“, sagt Barbara Hahn, Dolmetscherin für Russisch und Französisch.
Phantomzeichner Dem Bösen ein Gesicht gebenDas Böse hat viele Facetten. Annette B. gibt ihm Gesichter. Am Computer, Stück für Stück. Erst die Kopfform, dann die Haare, Augenbrauen, Augen, dann Nase, Mund und Details wie Brille, Bart und Mütze. Unzählige verschiedene Augenpaare starren sie an. Jedes Gesichts- und Kopfmerkmal ist hundertfach gespeichert. Annette B. fügt sie zusammen, tauscht immer wieder aus, fragt nach, kombiniert neu, ganz geduldig, einfühlsam. Die 46-Jährige ist Phantomzeichnerin..
Werkstoffprüfer Kaputtmachen gilt nichtWerkstoffprüfer sind Dienstleister mit kritischem Blick: Mit regelmäßigen Qualitätskontrollen sorgen sie für Sicherheit - zum Beispiel an Gaspipelines, in Kernkraftwerken oder bei Flugzeugteilen. Qualifizierter Nachwuchs ist heiß begehrt. In Berlin läuft eine Modellausbildung mit dem Schwerpunkt zerstörungsfreie Prüfung.
Restaurator Neuer Glanz für alte MalereienOb altes Wand- oder Deckengemälde, ob Kirchenmalerei oder Fresken - Restaurator Igor Linder lässt sie wieder in neuem Glanz erstrahlen. Der Freiberufler arbeitet mittlerweile hauptsächlich für Geschäfts- und Privatleute in Potsdam, die Malereien in ihren Villen restaurieren lassen: "Jeder Auftrag ist eine neue Herausforderung", sagt der 45-Jährige.
Trendforscher Mit offenen Augen durch die WeltWas beeinflusst unsere Zukunft? Welche Produkte sind gefragt? Mit welcher Ästhetik lässt sich eine bestimmte Zielgruppe erreichen? Fragen wie diese beschäftigen Trendforscher wie Oliver Schmid. Er berät Firmen bei der Präsentation ihrer Produkte, analysiert Zielgruppen und ist immer auf der Suche nach neuen Trends. Berlin sei eine echte Fundgruppe, sagt der 37-Jährige, „weil hier immer wieder etwas Neues entsteht und viel experimentiert wird“.
Hutmacherin Mut zum HutDass aus einem so genannten Rohstumpen ein modischer Hut wird, ist für Charlotte Pauly Alltag. Die 31-Jährige ist Hutmacherin oder „Modistin“, wie ihr Beruf mittlerweile heißt. „Schon als Kind habe ich Stofftiere genäht und viel gebastelt“, erinnert sich Pauly. Ihre Kreationen verkauft sie in Friedrichshain, wo sie mit drei Modemacherinnen den Laden „Quartett kokett“ betreibt.
Bausachverständige Mängeln und Schäden auf der SpurIhr Job ist wegen einiger Gebäudeeinstürze in Deutschland und im Ausland zurzeit in vieler Munde. Bausachverständige beurteilen den Zustand von Gebäuden, bewerten Mängel und betreiben Schadensanalyse. Die Berliner Diplomingenieurin und Architektin Gunhild Reuter ist eine von ihnen. Ihre oberste Pflicht: strikte Neutralität. Warum ihr der Job so viel Spaß macht: „Es hat etwas Detektivisches, die Ursachen von Schäden zu finden“, sagt die 58-jährige Berlinerin. |
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