Kinder an die Macht

Erwachsene haben in FEZitty nichts zu sagen.
Wir machen uns das Geld, widdewidde wie es uns gefällt: Im Video-Blog ist Moderatorin Nora dabei, wie die Kinder in FEZitty ihre eigenen Banknoten gestalten. Hier geht's zum Film.

Eigene Währung, eigene Sparkasse: In FEZitty wird mit Wuhlis gezahlt.
Wenn ich Bürgermeister wär...
"Alle Menschen sollen glücklich sein", verspricht Lea (10). Wie Berliner Kinder ihre Stadt sehen und was sie bewegt – zum Durchklicken
In den Sommerferien öffnet FEZitty in der Wuhlheide traditionell seine Stadttore. Dann sind Kinder zwischen sechs und 14 Jahren aufgerufen, ihre eigene Stadt zu bauen und zu regieren.
Lara war erst 14 als sie Bürgermeisterin wurde und eine Kirche eröffnete, in der alle Religionen vertreten waren. Die 13-jährige Sandra hatte als Chefsekretärin angefangen, wurde Unipräsidentin und bekam schließlich einen Doktorhut. Und das alles in wenigen Wochen. In FEZitty ist eben alles möglich!
FEZitty – nie gehört? Den Ort findet man auf keiner Landkarte, aber Kinder aus allen Bezirken Berlins kennen ihn. Alle zwei Jahre, während der Sommerferien, öffnet die Hauptstadt der Kinder ihre Tore im FEZ in der Wuhlheide. Junge Berliner und Brandenburger schlüpfen dann für sechs Wochen in die Rolle von Erwachsenen und gestalten eine Traumstadt nach ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen. FEZitty – ein Spielstadtabenteuer, das eine Vielzahl an authentischen Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten bietet und im Jahr 2010 zum vierten Mal stattgefunden hat.
Erwachsene haben nichts zu melden
Hier gibt es alles, was es in einer richtigen Stadt auch gibt: Rathaus, Kraftwerk, Uni, Supermarkt, Restaurants, die FEZitty-Sparkasse und ein Arbeitsamt, das 850 Jobs von der Apothekerin bis zum Zoodirektor anbietet. Kinder können zum Beispiel als rasender Reporter unterwegs sein oder das Kapitänspatent erwerben, als Zugbegleiter auf dem Kinder-Express mitfahren oder sich um Schafe und Kaninchen kümmern. In den unterschiedlichsten Berufen lernen Kinder, mit ungewohnten Alltagssituationen umzugehen sowie Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.
Aber es gibt einen Unterschied: Erwachsene haben hier nichts zu melden. Kinder sind die Macher, Eltern werden einfach im Café „abgegeben“ oder nach Hause geschickt. Jeder, der bei FEZitty mitmacht, bekommt ein Startguthaben in der Stadtwährung Wuhli. Als Arbeitslohn - egal für welche Arbeit - gibt es einheitlich fünf Wuhlis die Stunde. Andere Zahlungsmöglichkeiten haben keine Chance: Eltern, die im Café etwas essen wollen, müssen sich von ihren Kindern einladen lassen.
13.000 Quadratmeter für die Kleinen
Die Kinderstadt ist mit rund 100.000 Teilnehmern das erfolgreichste Projekt des FEZ, Europas größtem gemeinnützigen Kinder- und Familienzentrum. Es bietet rund um das Jahr eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten auf 120 Hektar Außengelände mit zahlreichen Spiel- und Sportstätten sowie 13.000 Quadratmeter Indoor-Bereich mit Theater, Kino, Schwimmhalle, Museum, diversen Ateliers und Werkstätten. „Voll schön ist es hier“, schwärmt die siebenjährige Nadja aus Wedding und möchte gar nicht mehr nach Hause.
FEZitty-Sparkasse sucht Mitarbeiter
Die Berliner Sparkasse, die sich seit Jahren in verschiedenen gesellschaftlichen Projekten der Stadt engagiert, unterstützt das FEZ seit 2002 durch einen Kooperationsvertrag. Und ist natürlich auch in FEZitty dabei – mit einer eigenen Kinderfiliale. Sie ist das heimliche Zentrum der Stadt, denn die Sparkasse ist verantwortlich für die Abwicklung der gesamten Geldgeschäfte. Hier werden Konten verwaltet, Kredite vergeben und der Wuhli-Lohn ausgezahlt.
Die Jobs bei der FEZitty-Sparkasse sind heiß begehrt. Neben dem Bankdirektor, Kassierern, Außendienstmitarbeitern und Wachpersonal gibt es auch einen Marketingleiter, der sich zum Beispiel um das Erscheinungsbild der FEZitty-Sparkasse kümmert. Außerdem organisiert er Werbeveranstaltungen und schreibt Pressemitteilungen an die verschiedenen Medien der Stadt. Die Angestellten kümmern sich aber auch um soziale Gerechtigkeit, zahlen Arbeitslosengeld aus und sammeln Spenden für Murkelhausen, den Stadtteil, in dem jüngere Geschwister bis sechs Jahre betreut werden. Besonders engagierte Mitarbeiter werden nicht nur mit Wuhlis, sondern nach den Ferien auch mit einer Führung durch ein echtes PrivatkundenCenter der Berliner Sparkasse belohnt.
FEZ-Berlin, An der Wuhlheide 197, 12459 Berlin, Tel.: 5 30 71-0; www.fez-berlin.de, Anfahrt mit dem Pkw (Parkplätze vorhanden) oder der S 3 bis zum Bahnhof Wuhlheide