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Die Betriebsrente fürs Alter

Vorsorgen fürs Alter? Jeder weiß inzwischen, wie wichtig das ist, und dennoch wird das Thema oft verdrängt. Dabei gibt es viele kostengünstige Möglichkeiten, zum Beispiel die Betriebsrente. Mit das Beste daran: Der Staat beteiligt sich.

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Schon früh an später denken: Die betriebliche Altersvorsorge gehört seit dem Jahr 2002 zu den Arbeitnehmerrechten.

Gut vorgesorgt


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Vorsorgen lohnt sich: Der Staat finanziert Betriebsrenten mit.

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Hand aufs Herz – wenn wir jung sind, liegt uns das Thema Altersvorsorge oft noch sehr fern. Sparen für den neuen Laptop oder die erste Wohnung scheint da mehr Sinn zu ergeben. Besser ist es allerdings, beides miteinander zu verknüpfen. Wer zum Beispiel 100 Euro pro Monat von seinem Bruttogehalt für eine Betriebsrente abknapst, hat schon einiges getan, um seine Rente im Alter aufzubessern.

Arbeitnehmer haben ein Recht auf die betriebliche Vorsorge

Und das Beste daran: Der Staat finanziert diese Form der Vorsorge mit. "Das heißt konkret: Wenn ich 100 Euro spare, zahle ich in Wahrheit nur etwa die Hälfte selbst in die Rentenversicherung ein", sagt Christian Schulze vom Versicherungsservice der Berliner Sparkasse. "Der Rest kommt vom Staat und bleibt mir beim Nettolohn erhalten."

Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, gehört aber seit 2002 zu den verbrieften Arbeitnehmerrechten in Deutschland. Der Staat fördert die betriebliche Altersvorsorge, weil absehbar ist, dass die gesetzliche Rente allein zur Sicherung des Lebensstandards in Zukunft nicht mehr ausreichen wird. Wer zusätzlich privat vorsorgt, soll also belohnt werden. Und es funktioniert ganz einfach: Der Arbeitgeber schließt für den Arbeitnehmer eine Rentenversicherung ab, und per Vertrag wird festgelegt, welche Summe dort monatlich eingezahlt wird.

Geringere Steuerlast und weniger Sozialabgaben

Der große Vorteil dieser so genannten "Entgeltumwandlung" ist, dass die Sparsumme nicht vom Nettoeinkommen abgeht, sondern vom Bruttogehalt abgezogen wird. Durch diesen Abzug müssen sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer weniger Sozialabgaben zahlen, und für den Mitarbeiter reduziert sich außerdem noch die Steuerlast.

Ein Rechenbeispiel: Wenn ein 30 Jahre alter alleinstehender Arbeitnehmer 25.000 Euro brutto im Jahr verdient und davon monatlich 100 Euro in eine Betriebsrente einzahlt, spart er 24,70 Euro an Steuern und 20,87 Euro an Sozialabgaben. Unterm Strich beträgt sein Nettoaufwand für die Vorsorge monatlich nur 54,43 Euro. Der Staat beteiligt sich mit 45,57 Euro.

Wer früh anfängt, profitiert besonders

Bei der betrieblichen Altersvorsorge, die die Berliner Sparkasse gemeinsam mit der Gothaer anbietet, erhält eine Frau, die mit 30 Jahren beginnt, monatlich 100 Euro in die Versicherung einzuzahlen, ab dem 67. Lebensjahr eine monatliche Garantierente von 208 Euro.

Mit Überschussanteilen kann sich diese Summe auf 362 Euro erhöhen. "Auf diese Auszahlungen müssen dann zwar Steuern und Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden, aber der Aufwand ist für Rentner deutlich geringer als für Arbeitnehmer", erläutert Christian Schulze. "Es lohnt sich also, jetzt erst einmal das Einkommen zu mindern und später den geringeren Steuersatz zu zahlen."

Risiken ausgeschlossen

Risiken hat der Gesetzgeber bei der betrieblichen Altersvorsorge ausgeschlossen. Selbst wenn das Unternehmen, über das man seine Betriebsrente abschließt, Pleite gehen sollte, bleibt die Altersvorsorge der Mitarbeiter über einen speziellen Sicherungsfonds erhalten. Wird der Mitarbeiter arbeitslos, darf der Staat sich nicht an dem angesparten Guthaben bedienen – die Betriebsrente ist Hartz-IV-sicher und wird nicht auf Arbeitslosen- oder Sozialbezüge angerechnet. Auch im Todesfall ist das Geld nicht weg, sondern wird an den Ehepartner, den eingetragenen Lebenspartner oder die Kinder vererbt.

Selbst wer das Unternehmen wechselt, hat ein Recht darauf, auch beim neuen Arbeitgeber die abgeschlossene Rentenversicherung weiterzuführen. "Bei vielen gerät in Vergessenheit, dass sie einen Anspruch auf die betriebliche Altersvorsorge haben", sagt Christian Schulze. "Und den sollte man wirklich nutzen."


Zuletzt aktualisiert: 30.08.2011 · Fotos: Barbara Dietl (3)