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Spürt Energielecks auf: Architektin Nina Hell.

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Ein "Pullover" fürs Haus: Die Außendämmung macht Wände dicht.

Profi-Hilfe


Details zu Fördermöglichkeiten und individuelle Finanzierungskonzepte bekommen Interessierte bei den Immobilien-Experten der Berliner Sparkasse. Terminvereinbarungen und weitere Infos unter der Telefonnummer 869 869 06 oder direkt hier.

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Sehr zur Freude der Mieter gibt Architektin Nina Hell auch jede Menge Energiespar-Tipps.

Thermografie-Gutachten zeigen Eigentümern, wo ihre Immobilien Energie verschwenden. Der Staat fördert die Gutachten und unterstützt auch die anschließenden Sanierungsmaßnahmen.

Sie kommen im Winter, ganz früh am Morgen, wenn es kalt ist, am besten bitterkalt. Dann finden Nina Hell und ihr Team am leichtesten, was sie suchen: Energielecks an Berliner Häusern, Stellen, an denen wertvolle Wärme verloren geht. Wenn die Energieberater wieder abziehen, haben sie im Kasten, was genau diese Problembereiche gnadenlos aufzeigt: die Fotos ihrer Wärmebildkamera. Deutlich erscheinen die für das bloße Auge verborgenen Schwachstellen jedes Hauses in mahnendem Rot. Auch orange Flächen signalisieren, dass Heizenergie verschwendet wird, nur sattes Blau steht für Entwarnung: "Alles dicht."

Das Wärmebild zeigt die Problemzonen

"Die Thermografie ist die schnellste und beste Methode, Wärmeverluste an Gebäuden für jeden sichtbar zu machen", sagt Nina Hell. Fenster, Rolladenkästen, Hausecken, die Fassade, ungeschützte Balkondecken, einfach verglaste Haustüren, nicht gedämmte Rohrleitungen – die Berliner Architektin kennt die typischen Energielecks seit langem. "Doch die Eigentümer brauchen meist ein neutrales Instrument wie das Wärmebild, um die Probleme wirklich zu erkennen", sagt Hell: "Viele heizen und heizen, statt die Hülle ihrer Gebäude zu verbessern."

Die meisten Altbauten sind Energieschleudern

Die Probleme sind nicht nur in Berlin allgegenwärtig: Die meisten Altbauten in Deutschland sind wahre Energieschleudern, heißt es beim Passivhaus Institut in Darmstadt. Gerade bei älteren Immobilien treten am Dach, an der Außenfassade und an den Fenstern die größten Verluste auf. Doch steigende Energiepreise und der Wille, die Substanz ihrer Gebäude zu verbessern, bewegen viele Eigentümer zu Gegenmaßnahmen. Dabei dürfen sie nicht nur bei den Sanierungen auf staatliche Unterstützung bauen, schon im Vorfeld werden Thermografien in Verbindung mit einem umfangreichen Energieberatungsbericht gefördert (s. Kasten).

35 Prozent Heizöl werden eingespart

Für eine solche komplexe Expertise hat sich Nina Hell in einer kalten Winternacht des vergangenen Jahres auch eine Wohnanlage in Steglitz-Lichterfelde vorgenommen. Mit weitreichenden Folgen: Alarmiert von zu viel Rot auf Hells Wärmebildern beschlossen die Eigentümer eine umfangreiche Sanierung der beiden 1965 entstandenen Häuser mit insgesamt 15 Wohnungen. Die komplette Außenfassade bekam eine zehn Zentimeter dicke Wärmedämmung, zudem wurden die Garagendecke und freiliegende Rohre im Keller gedämmt. "Wir haben das Haus warm eingepackt, wie mit einem Pullover", sagt Nina Hell: "Als Ergebnis können jetzt bis zu 35 Prozent Heizöl eingespart werden." Fördermittel von rund 42.000 Euro eingerechnet, werde sich die Investition nach zwölf Jahren amortisiert haben.

"Das Raumklima ist viel angenehmer"

"Die Folgen der Dämmung sind spektakulär", freut sich Wohnungseigentümerin Gabriele Richter: "Statt auf Stufe drei drehe ich die Heizung jetzt nur noch auf zwei." Zwar sei es ein langer Prozess gewesen, alle Eigentümer zu überzeugen, erinnert sich ihr Nachbar Horst Nellies. Doch es habe sich gelohnt: "Das Raumklima ist viel angenehmer und behaglicher." Zudem wäre nach all den Jahren sowieso eine Fassadensanierung samt neuem Anstrich nötig gewesen, betont Joachim Hauff vom Eigentümerbeirat: "Die Kosten für das Gerüst hätten wir also ohnehin gehabt, und zudem waren die Fördermittel ein gutes Argument für die Zweifler."

Vorschläge zum Energiesparen

Die Details über mögliche Förderquellen gehören zu jedem
Energieberatungsbericht, den Architektin Nina Hell erstellt. Nach einer ausführlichen Bestandsanalyse macht sie Vorschläge für Energiesparmaßnahmen – sowohl für die Gebäudehülle als auch für die Heizungsanlage – und zeigt in einer detaillierten Wirtschaftlichkeitsbetrachtung verschiedene Varianten der Sanierung auf. Dabei arbeitet sie eng mit den Experten in den ImmobilienCentern der Berliner Sparkasse zusammen. Denn hier wird Fördermittelberatung ganz groß geschrieben. "Schließlich ist nicht jedes Haus gleich, sondern erfordert ein spezielles Rezept", sagt Nina Hell: "Wie bei einem Patienten."

So wird gefördert

Thermografische Gutachten werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit maximal 100 Euro gefördert. Dafür muss das Gutachten mit einer Energie-Vor-Ort-Beratung kombiniert sein.

Für diese umfangreiche Energieberatung wiederum schießt der Staat bei Ein- und Zweifamilienhäusern 300 Euro dazu und bei Mehrfamilienhäusern sogar 360 Euro. Die Gesamtförderung für Energieberatung und Thermografie beträgt somit 400 Euro bzw. 460 Euro, maximal jedoch 50 Prozent der gesamten Beratungskosten. Weitere Infos unter: www.bafa.de


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Zuletzt aktualisiert: 28.12.2009 · Fotos: Christoph Schieder (4)