Frauen bekommen im Durchschnitt nur halb so viel Rente wie Männer. Dies liegt vor allem an den fehlenden Beitragsjahren und der geringeren Höhe der Beiträge durch Kindererziehung und Teilzeitarbeit. Die böse Überraschung kommt spätestens mit der Renten-Zahlung.

Gut vorgesorgt? Gerade bei Frauen ist die Versorgungslücke besonders hoch.
Die Post der Deutschen Rentenversicherung war ziemlich ernüchternd. "Ihre Renteninformation", las Nathalie Orkens (35) da. Diesen Betrag würde sie als Rentnerin also wahrscheinlich bekommen: "Das reicht nie, um meinen jetzigen Lebensstandard einigermaßen halten zu können", erinnert sich die alleinerziehende Mutter an ihre erste Reaktion.
Frauen sind im Nachteil
Drei Wochen später hat sich die junge Frau bei ihrer Beraterin der Berliner Sparkasse daher zum ersten Mal ausführlich über die Möglichkeiten privater Vorsorge informiert. "Ich weiß, das Thema ist nicht neu", sagt die Verkäuferin, die seit drei Jahren wieder Teilzeit arbeitet. "Aber für mich war erst meine Renteninformation der Auslöser, mich um meine private Altersvorsorge zu kümmern."
So wie Nathalie Orkens geht es vielen Frauen. Sie bekommen deutlich weniger Rente als Männer, denn für die Höhe sind die Berufsjahre und die geleisteten Rentenversicherungsbeiträge entscheidend. Weil Frauen aber meist die Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen übernehmen sowie häufiger als Männer in Teilzeit arbeiten, kommen sie auf weniger Berufsjahre und zahlen somit auch weniger Beiträge.
Richtig vorsorgen
Über alle Fragen rund um das Thema Altersvorsorge können Sie sich in allen FinanzCentern der Berliner Sparkasse ausführlich beraten lassen. Am besten, Sie vereinbaren einen persönlichen Termin.
Ihr persönlicher Vorsorge-Check ermittelt, womit Sie im Alter rechnen können.
Männer bekommen im Schnitt doppelt so viel
Das Gehalt von Frauen fällt im Durchschnitt immer noch zwanzig Prozent geringer aus als das der Männer. Der durchschnittliche monatliche Rentenzahlbetrag beträgt (laut Rentenversicherungsbericht 2010 des Bundesarbeitsministeriums für Arbeit und Soziales) bei Frauen 529 Euro – bei Männern 990 Euro. Will heißen: Männer erhalten im Schnitt knapp doppelt so viel Rente wie Frauen.
Die Konsequenz: "Gerade bei Frauen ist die Versorgungslücke besonders hoch", sagt Heiko Wahlsdorf von der Berliner Sparkasse. Ob als Single-Frau, als Verheiratete oder als Alleinerziehende wie Nathalie Orkens – "ein durchdachtes Vorsorgekonzept ist Pflicht, für jede Frau", rät Wahlsdorf. "Und je früher gestartet wird, desto geringer sind die Beiträge."
Vorsorge muss sich der Lebenssituation anpassen
Die Berliner Sparkasse erstellt im Beratungsgespräch ein individuelles Vorsorgekonzept. Gemeinsam klären Kunden und Berater, welches Vorsorgeniveau für den Lebensabend angestrebt wird, und wie sich dieses mit den derzeitigen finanziellen Mitteln realisieren lässt. "Dieses Konzept sollte regelmäßig überprüft und auf die jeweilige Lebenssituation angepasst werden", rät Wahlsdorf. Denn Bedürfnisse ändern sich, wenn Kinder ins Spiel kommen, ein Jobwechsel oder der Wiedereinstieg in den Beruf ansteht bzw. eine Scheidung die Pläne für den gemeinsamen Ruhestand durcheinander wirbelt.
Riester-Rente lohnt sich besonders
Die sogenannte "Versorgungslücke" fürs Alter lässt sich anhand der Renteninformation berechnen. Einmal im Jahr verschicken die Rentenversicherungsträger einen Informationsbrief mit der zu erwartenden Rentenhöhe an alle Versicherten, die mindestens 28 Jahre alt sind und fünf Jahre Beitragszeiten vorweisen können.
Aber auch wer seine voraussichtliche Rente noch nicht kennt, kann auf der Internetseite der Berliner Sparkasse ausrechnen, welcher Betrag nötig ist, um die Versorgungslücke zu schließen. Nathalie Orkens hat sich für die Riester-Rente entschieden, die sich für Frauen mit niedrigem bis mittlerem Einkommen, Alleinerziehende sowie Familien mit Kindern besonders lohnt.
Dem Finanzamt ein Schnippchen schlagen
Mit einer Riester-Rente schöpft Nathalie Orkens die staatlichen Förderbeträge und Steuervorteile aus. "Für mich war auch wichtig, dass die Vorsorge vor einer Verwertung nach Hartz IV sicher ist", erklärt die junge Mutter. Zusätzlich wird sie regelmäßig fünfzig Euro im Monat in eine private Rentenversicherung einzahlen. Mit einer Garantieverzinsung von 2,25 Prozent (1,75 % ab 1. Januar 2012) ist diese eine sichere und kalkulierbare Form der Altersvorsorge, zudem eignet sie sich im Todesfall auch als Absicherung für ihren Sohn Franko.
Weitere sichere Vorsorgeprodukte für Frauen neben der Riester-Rente sind auch die Rürup-Rente (ebenfalls mit staatlicher Förderung), ein Sparvertrag oder eine Betriebliche Altersversorgung, die in Deutschland ebenfalls immer beliebter wird. Hierbei kann eine Angestellte festlegen, dass bis zu vier Prozent ihres Brutto-Einkommens statt aufs Girokonto in eine betriebliche Altersvorsorge fließen, und so steuerliche Vorteile nutzen.
Alles in einem Paket
"Dass es spezielle Konzepte für die individuelle Lebenssituation gibt, hat mich im Beratungsgespräch in meinem FinanzCenter besonders beeindruckt", erinnert sich auch Hannelore van Merten. Die 41-Jährige, die sich mit einer Agentur für Webdesign selbstständig gemacht hat, hat Anfang Mai einen Fondssparvertrag abgeschlossen und dafür den LINGOHR-SYSTEMATIC-LBB-INVEST ausgewählt. Monatlich zahlt sie 100 Euro ein und baut sich so systematisch ein Vermögen fürs Alter auf.
Später will sie das angesparte Geld über einen Auszahlplan nutzen. Mit der sogenannten Rürup-Rente schöpft die Webdesignerin zudem die Steuervorteile aus, die das Alterseinkünftegesetz besonders Selbstständigen und Freiberuflern einräumt: Seit 2005 sind ihre Aufwendungen für die Altersvorsorge steuerlich abzugsfähig. Mit der Rürup-Rente der Gothaer Versicherung sichert sich Hannelore van Merten im Alter eine garantierte Privatrente und profitiert zudem von Überschuss-Beteiligungen.
Zuletzt aktualisiert: 30.08.2011
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